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Sport-Welt Slomka über 96-Spieler und Transfers
Sport Sport-Welt Slomka über 96-Spieler und Transfers
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11:21 01.02.2010
Von Volker Wiedersheim
96-Trainer Mirko Slomka Quelle: ap
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Herr, Slomka, Sie haben angekündigt, es werde Entscheidungen geben, die einige schmerzhaft treffen werden. Was ist damit gemeint?

Es ist konsequent, dass man nach so einem Spiel eine entsprechende Ansprache hat in der Kabine. Die Mannschaft muss verstehen, worum es hier geht. Jetzt noch viel mehr als vorher. Wir hatten uns viel vorgenommen für das Spiel. Wir hatten einen guten Plan, leider haben wir den nur 20 Minuten durchgehalten.

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Wie war Ihre Ansprache in der Kabine?

Schon sehr kritisch und punktuell sehr persönlich. Intern muss man schon mal so eine Attacke ertragen und kritikfähig sein. Aber ich werde jetzt keine Dinge machen, die populistisch sind. Irgendjemanden rauszuschmeißen, das bringt auch nichts. Wir haben nur einen sehr kleinen Kader an qualitativ hochwertigen Spielern. Wenn ich aber merke, dass jemand sein eigenes Ding macht und nur an sich denkt, dann werde ich fuchsteufelswild, und dann werde ich auch sofort reagieren.

Gibt es diese Tendenzen im Team?

Diese Tendenz gibt es. Wer das tut, der wird mich kennenlernen.

Haben Sie denn qualitativ entsprechende Alternativen in der Hinterhand?

Wir haben den einen oder anderen Spieler, der diese Woche zurückkommt, Leon Andreasen beispielsweise. Vielleicht Jan Durica in der Woche danach. Ich glaube, es wäre fahrlässig, die letzten Stunden nicht zu nutzen, um auf dem Transfermarkt genau zu schauen, welche Lösung wir für die Mannschaft anbieten. Ich glaube, die Mannschaft braucht ein neues Gesicht oder neue Gesichter. Das würde dem Team guttun. Das würde auch Hoffnung geben, dass man von Vereinsseite aus alles versucht, den Abstieg zu vermeiden.

Können Sie sich vorstellen, mal mit Uwe Gospodarek im Tor zu spielen?

Ich kann mir vieles vorstellen. Aber das ist momentan nicht den Gedanken wert, noch einmal alles aufzurollen. Wir werden nicht ohne Not jetzt noch eine Baustelle aufmachen. Aber wir gucken uns die Trainingswoche ganz genau an und werden, wenn notwendig, für den einen oder andere überraschende Entscheidungen treffen.

Hatten Sie erwartet, ein Team in diesem desolaten Zustand zu übernehmen?

Ich bin sicher gewesen, dass die Mannschaft ein Grundmaß an Stabilität besitzt, wenn sie gut in ein Spiel hineinkommt. Gegen Nürnberg haben wir aber nach dem Rückschlag nicht mehr zurückgefunden haben. Das gibt zu denken.

Steht die Kapitänsrolle zur Debatte?

Nein.

Sie haben nach dem Spiel auffällig Hanno Balitsch gelobt, der trotz einer heftigen Verletzung 90 Minuten durchgespielt und sich mit viel Einsatz gegen die Niederlage gestemmt hat.

Ja. Aber ich kann doch nicht jeden, der ein gutes Spiel macht, gleich zum Kapitän machen. Es gibt einen fixen Kapitän. Daran ist nicht zu rütteln. Im Übrigen ist Arnold Bruggink ein guter Kapitän, auch wenn er gegen Nürnberg kein gutes Spiel gemacht hat.

Aufgezeichnet von Volker Wiedersheim