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Sport-Welt Scorpions feiern 5:2-Erfolg
Sport Sport-Welt Scorpions feiern 5:2-Erfolg
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09:52 07.12.2009
Von Björn Franz
Die Weichenstellung: Klaus Kathan (links) gelingt das 3:2 für die Scorpions, die Krefelder Herbert Wasiljews (Mitte) und Scott Langkow (rechts) sind bedient.
Die Weichenstellung: Klaus Kathan (links) gelingt das 3:2 für die Scorpions, die Krefelder Herbert Wasiljews (Mitte) und Scott Langkow (rechts) sind bedient. Quelle: zN
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Nach einer knappen Viertelstunde hatte Hans Zach die Nase voll. Eine Spielunterbrechung wegen eines Problems mit einer der Türen in der Bande nutzte der Trainer der Hannover Scorpions, um Schiedsrichter Stefan Vogl einmal gehörig die Meinung zu sagen. Fast zwei Minuten lang redete – oder eher schrie – Zach auf den Unparteiischen ein und machte seinem Spitznamen „Alpenvulkan“ dabei alle Ehre. Und dem Ausbruch ihres Chefs ließen die Profis kurz darauf auch auf dem Eis eine Reaktion folgen: Binnen 30 Sekunden machten sie aus einem 0:2-Rückstand gegen die Krefeld Pinguine ein 2:2 und feierten mit dem 5:2 (2:2, 1:0, 2:0) letztlich den ersten Heimsieg in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) seit dem 14. Oktober.

Allerdings sah es zunächst gar nicht danach aus, als wenn die Scorpions den Aufwärtstrend nach den beiden Auswärtssiegen in Köln und Mannheim auch vor heimischer Kulisse fortsetzen würden. Und daran hatte eben auch der schwache Referee seinen Anteil. Denn beim Führungstreffer der Gäste nach zwei Minuten hätte sich Vogl getrost selbst einen Scorerpunkt für die mustergültige Vorlage notieren können. Vom Schlittschuh des an der Bande stehenden Schiedsrichters landete der Puck genau beim frei vor dem Tor stehenden Krefelder Marcel Noebels. Doch es war nicht diese Szene, die Zach auf die Palme brachte. Es ging es um eine Aktion vier Minuten später: Der ehemalige Hannoveraner Benedikt Schopper kam bei einem harten Check gegen Tino Boos deutlich zu spät und erwischte den Scorpions-Kapitän böse mit dem Knie. Zunächst wollte Vogl gar nicht reagieren, dann verhängte er gegen Schopper sehr zum Unwillen von Zach statt einer Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Kniechecks mit Verletzungsfolge nur zwei Strafminuten.

Boos zog sich bei der Aktion eine Innenbandverletzung im Knie zu, die heute genauer untersucht werden soll. Und seine Mannschaft, in der mit Ben Cottreau und Garrett Festerling ohnehin schon zwei Angreifer fehlten, stand plötzlich nur noch mit drei Sturmreihen da. Dass sie die Partie dennoch drehte, lag nach einem schwachem Beginn, in dem die Krefelder oftmals ungestört ihre Kreise ziehen konnten, vor allem an einer deutlichen Leistungssteigerung in der Defensivarbeit – und an einigen tollen Einzelleistungen. Neben Tore Vikingstad, der die Wende mit einem Traumpass auf Thomas Dolak einleitete, spielte dabei Andy Reiss eine Schlüsselrolle.

Der 23-jährige Nationalverteidiger aus Hannover bereitete gegen das Schlusslicht, bei dem für den entlassenen Trainer Martin Jiranek gestern dessen bisheriger Assistent Reemt Pyka an der Bande stand, mit zwei unwiderstehlichen Sololäufen die Treffer von Klaus Kathan zum 3:2 sowie von Matt Dzieduszycki, der bereits sein elftes Saisontor erzielte, zum 4:2 vor. Und für den Endstand sorgte Reiss dann mit einem Schlenzer von der blauen Linie in den Torwinkel selber.

Tore: 0:1 (1:59) Noebels, 0:2 (9:26) Rourke (Pietta, Pavlikowski), 1:2 (16:19) Dolak (Vikingstad, Kathan), 2:2 (16:49) Mondt, 3:2 (30:41) Kathan (Reiss, Vikingstad), 4:2 (47:47) Dzieduszycki (Reiss, Mitchell bei 4–4), 5:2 (55:07) Reiss (Mondt, Wolf bei 6–5

Zuschauer: 4268

Strafminuten: Hannover 10, Krefeld 14 – Beste Hannoveraner: Andy Reiss, Levente Szuper, Thomas Dolak

Nächstes Spiel: Hamburg Freezers – Hannover Scorpions (Freitag, 19.30 Uhr)

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