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Sport-Welt Schumacher erstmals schneller als Rosberg
Sport Sport-Welt Schumacher erstmals schneller als Rosberg
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14:37 26.03.2010
Schneller Schumi: Michael Schumacher im Mercedes.
Schneller Schumi: Michael Schumacher im Mercedes. Quelle: dpa
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Michael Schumacher ist endlich wieder der schnellste - zumindest teamintern. Er bezwang im Training erstmals Teamkollege Nico Rosberg. „Wir haben das Auto gut verbessert. Ich konnte konstant gute Runden fahren. Von daher bin ich zufrieden“, sagte Schumacher. Für Titelkandidat Sebastian Vettel reichte es am Freitagnachmittag in Melbourne nach einem Ausrutscher ins Kiesbett nur zu Rang 16. Im ersten Durchgang hatte der Vize-Champion im Red Bull noch Rang fünf belegt. Am Vormittag hatte Rosberg als Zweiter eine gute Figur abgegeben. Lewis Hamilton fuhr im McLaren-Mercedes Tagesbestzeit.

Schumacher hatte sich beim Saisonstart in Bahrain in allen drei Trainingseinheiten, der Qualifikation und im Rennen Rosberg beugen müssen. Im Albert Park stellte der der 41 Jahre alte Routinier zumindest im verregneten zweiten Durchgang klar, dass er seinem 24 Jahre jüngeren Stallrivalen trotz drei Jahren Pause schon jetzt das Wasser reichen kann. „Es ist im Moment ziemlich undurchsichtig, wo man steht“, sagte der siebenmalige Champion aus Kerpen. Im ersten Training war er mit rund 1,5 Sekunden Rückstand auf Rosberg noch abgeschlagen auf Rang zwölf gelandet. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug urteilte: „Kein schlechter Auftakt bei schwierigen Witterungsbedingungen.“ Man könne aber nach diesem Tag das Kräfteverhältnis nicht zutreffend einzuschätzen.

Vettel kostete ein Fahrfehler am Nachmittag ein gutes Resultat. Auf Hamilton, der für den 5,303 Kilometer langen Kurs 1:25,801 Minuten benötigte, wies der Heppenheimer kapitale 3,333 Sekunden Rückstand auf. Aber auch sein fünfter Rang zum Auftakt drückte nicht das wahre Potenzial des als schnellstes Auto geltenden Red Bull aus. Adrian Sutil (Gräfelfing) unterstrich als Siebter, dass der Force India Potenzial hat. Am Vormittag musste er Testpilot Paul di Resta sein Cockpit überlassen.

Neuling Nico Hülkenberg hielt erneut gut mit: Der Williams-Pilot aus Emmerich wurde 17. und 12. Timo Glock (Wersau) muss mit dem Neueinsteiger Virgin Racing dagegen weiterhin Lehrgeld zahlen. Nach jeweils wenigen Runden reichte es nur zu den Plätzen 24 und 21. Dass mit den McLaren in Melbourne zu rechnen ist, unterstrich auch Jenson Button: Der Titelverteidiger war als Dritter und Zweiter jeweils ganz vorne mit dabei. Ex-Champion Hamilton wies außer der Bestzeit Rang sieben vor. Vettels australischer Teamkollege Mark Webber überzeugte beim Heimspiel mit einem dritten Platz.

Vor dem zweiten Saisonlauf am Sonntag (Start: 08.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) führt Auftaktsieger Fernando Alonso mit 25 Punkten die Fahrer-WM vor seinem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa (18) an. Hamilton (15) ist Dritter vor Vettel (12).

Glocks Formel-1-Team darf Tank vergrößern
Timo Glocks Formel-1-Team Virgin Racing darf den zu klein konstruierten Tank am Rennwagen vergrößern. Charlie Whiting, der Technische Direktor des Internationalen Automobil-Verbandes FIA, entschied eine entsprechende Anfrage positiv. Dies bestätigte eine FIA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag in Melbourne. „Wir danken der FIA, dass sie uns diesen Umbau erlaubt“, sagte Virgins Technischer Direktor Nick Wirth der Online-Ausgabe von „Autosport“.

Neueinsteiger Virgin war bei der Berechnung des Benzinbehälters ein Fehler unterlaufen, so dass die beiden Piloten Glock und Lucas di Grassi bei einigen Rennen das Ziel wohl nicht erreichen würden. Angeblich sollen um die zehn Liter zu wenig in den Tank passen. Je nach Grand-Prix-Strecke und Wetterbedingungen verbraucht ein Formel-1-Auto zwischen 220 und 240 Liter. Beim Saisonauftakt in Bahrain waren beide Virgin-Fahrer vorzeitig ausgeschieden - allerdings aus anderen Gründen.

Beim Großen Preis von Australien an diesem Sonntag und den folgenden beiden Überseerennen in Malaysia und China muss das Team des britischen Milliardärs Richard Branson allerdings mit dem bisherigen Tankvolumen auskommen. Voraussichtlich kann der Fehler erst bis zum Europa-Auftakt in Barcelona am 9. Mai behoben werden. Zudem ist ein neuer Crashtest nötig.

„Während der Wintertests und beim Debütrennen in Bahrain wurde klar, dass unsere Tankkapazität arg am Limit ist und dass es unter bestimmten Umständen zu Problemen kommen könnte, wenn wir uns nicht darum kümmern“, sagte Wirth. „Jetzt muss die Tankkapazität entsprechend angepasst werden. Wir hoffen, das neue Chassis im Frühstadium der europäischen Rennsaison einsetzen zu können.“

dpa