Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Schulepov zeigt es den jungen Jockeys
Sport Sport-Welt Schulepov zeigt es den jungen Jockeys
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 19.06.2012
Von Carsten Schmidt
Klaus Allofs (r.) freut sich mit Jockey Andrasch Starke über den Sieg von Collodi. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Langenhagen

Klaus Allofs strahlte - wann hat es das zuletzt gegeben? Der Geschäftsführer Profifußball des SV Werder Bremen, der in der abgelaufenen Saison bloßes Mittelmaß seiner ambitionierten Elf erdulden musste, freute sich von Herzen über einen Sieg „in Hannover“, wie er selbst sagte. Nun liegt die Galopprennbahn Neue Bult in der Nachbarstadt Langenhagen - doch wer wie Allofs 15 Jahre auf einen Erfolg in seinem Hobby Pferdesport warten musste, dem sei die Ungenauigkeit im Überschwang nachgesehen.

Der 55-jährige frühere Nationalspieler und seine Frau Ute genossen sichtbar den fulminanten Auftritt ihres Hengstes Collodi im 2. Rennen des Feierabendrenntages am Freitag, und das Ehepaar nahm auch die Glückwünsche von Martin Kind, Präsident des aktuell erfolgreicheren Bundesligakonkurrenten Hannover 96, gern entgegen. Ein gehaltvolles Raunen als Zeichen des Protestes erntete Allofs indes, nachdem er bei der Siegerehrung bekundet hatte, dass nun auch wieder ein Sieg der Bremer Fußballer in Hannover an der Reihe sei.

Anzeige

Kind indes wäre es vermutlich viel lieber, wenn seine 96-er den besseren Bundesliga-Tabellenplatz behalten und Allofs dafür die Galoppersiege mitnimmt. Der hannoversche Klubpräsident hatte nämlich am Auftritt seines Wallachs North Star im Hauptrennen wenig Freude. Der Sechsjährige landete im „Großen Preis der Sparkasse Hannover“ ebenso unter ferner liefen wie das hochgehandelte Duo Foreign Hill und El Okawango von Hans-Jürgen Gröschel, der im benachbarten Trainingszentrum arbeitet. Und da auch The Blue, ein ambitionierter Gast aus Polen, nur hinterher galoppierte, schlug in dem mit 20.000 Euro dotierten Ausgleich die Stunde der Wetter. 357:10 lautete die Quote für den Sieger Shoshoni - und weil in dessen Sattel Viktor Schulepov saß, gab es im Hauptereignis des Freitags wenigstens in reiterlicher Hinsicht einen Heimsieg. Schulepov machte sich zudem ein nachträgliches Geschenk zu seinem 54.Geburtstag, den er vor einer Woche gefeiert hatte, und stahl der versammelten Jockey-Elite mit Senkrechtstarter Maxim Pecheur an der Spitze die Schau.

Für Gröschel lief ausgerechnet auf der Heimatbahn nicht alles nach Wunsch. Nachdem der Nestor der Neue-Bult-Trainer zuletzt Sieg um Sieg mit seinen Pferden verbuchen durfte, „begnügte“ er sich am Freitag mit 2. und 3. Plätzen. Dafür wurden seine Kollegen zu den Siegerehrungen gerufen. Christian Sprengel stellte gleich zwei Erstplatzierte mit Ninas Rainbow und Caitania. Marion Rotering freute sich über den Siegerritt von Pecheur auf AMighty Heart, und Stefan Wegner sah im 7. Rennen bereits den dritten Erfolg von Herreshoff auf seiner Heimatrennbahn.

Gelohnt hat sich der Feierabendrenntag auch für den Hannoverschen Rennverein: 6400 Besucher fieberten bei weitgehend trockenem Wetter mit. Einen Wermutstropfen gab es. Im 1. Rennen verletzte sich der Wallach Poquito nach einem Beinbruch so schwer, dass sein Leben nicht mehr zu retten war.

Carsten Schmidt 17.06.2012