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Sport-Welt Schöne Aussichten – leider nicht auf der Scorekarte
Sport Sport-Welt Schöne Aussichten – leider nicht auf der Scorekarte
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15:01 19.01.2010
Golfclub Hameln
Auf dem Golfclub Hameln vor historischer Kulisse Quelle: Ulli zur Nieden
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Dass er Platz und Schloss bestens kennt, darf aber mit Fug und Recht behauptet werden.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft haben Zidane, Franck Ribery und die anderen Franzosen in dem Schlosshotel gewohnt, der „Münchhausen-Platz“ war die Joggingstrecke der Mannschaft, die im Finale an Italien scheiterte, Hameln aber – anders als den Endspielort Berlin – trotzdem in bester Erinnerung behalten hat.

Die beiden Hamelner Plätze und die Anlage am Fuße der Sieben Berge in Rheden liegen geographisch nicht weit von
einander entfernt und sind sich auch in anderer Hinsicht sehr ähnlich. Für Golfer aus der Region Hannover, wo zum Beispiel in Langenhagen oder Ehlershausen die größte Erhebung Ameisenhaufen sind, ist Golfen in den hügeligen Landschaften des Leineberglands und des Weserberglands ein besonderes Erlebnis, nicht nur wegen der schönen Aussichten. Vor allem der Hamelner „Münchhausen“-Platz ist anspruchsvoll in vielerlei Hinsicht. Auf den ersten fünf Bahnen im Flachland wiegt er den Golfer in Sicherheit, später geht es bergauf – und vor allem für Spieler mit mittlerem oder hohem Handicap auf der Scorekarte bergab. Spätestens ab Loch 6 ahnt man, warum Hameln zu den schwierigsten Plätzen in Deutschland zählt. Die Bahnen sind teilweise so eng, dass selbst kleine Ungenauigkeiten in den Schlägen große negative Folgen haben. Das ständige Auf und Ab erfordert zudem eine gute Kondition, nach zwölf Bahnen ließ unsere Kraft bei der Testrunde merklich nach. „Manche Löcher sind recht ambitioniert, weil sie in den natürlichen Landschaftsverlauf integriert sind“, heißt es auf der Hamelner Homepage. Wer erstmals dort spielt, sollte diesen Satz ernst und als Warnung nehmen. Übersetzt heißt er: Manche Bahnen wirst du als Golfer verfluchen! Aber Fluchen kann in diesem Fall auch Spaß machen.

Rheden und Hameln sind winterfest, dort lässt sich fast das ganze Jahr über gut spielen. Der Hamelner Golfclub meldete dieser Tage übrigens „Wildschweinbeschädigungen auf drei Spielbahnen“. Noch ein paar Hügel, die das Golferleben dort erschweren.

Golfclub Sieben-Berge Rheden

Golf in einem Schlosspark: Der Golfclub Sieben-Berge macht es möglich. Die Bahnen 10 bis 18 befinden sich in dem ehemaligen Schlosspark von Rheden, sie wurden bereits 1966 gebaut und sind damit älter als der 1983 gegründete Klub. 1994 kamen die zweiten neun Löcher hinzu. Der 5739 Meter (Männer, Slope 122; Frauen: 5058 Meter, Slope 119) lange Par 71-Platz liegt, der Name verrät es, am Fuße der Sieben Berge im Leinebergland. Die neueren Bahnen 1 bis 9 sind weitgehend als sogenannte Doglegs angelegt, mal geht es links herum, mal rechts herum, der Zustand der Grüns und Fairways ist erstklassig. Die Bahnen 9 bis 18 befinden sich in dem Schlosspark und schlängeln sich zwischen den Bäumen durch. Das ist nicht immer abwechslungsreich, aber dafür spielt man windgeschützt und bei erfrischender Waldluft. Präsident ist Rainer Oelze, Clubmanager ist Carlo Bornemann. Das Sekretariat ist erreichbar unter der Telefonnummer 05182-52336 oder unter der E-Mail-Adresse info@gc7berge.de

Lieblingsloch

Die Wahl fällt leicht. Die „17“ ist ein Par 3, bei dem es 
153 Meter (Frauen: 
142 Meter) bergab geht. Der Clou daran: Viel Landeplatz ist auf dem Grün nicht, links lauern eine Hecke und ein Bunker. Umso größer die Freude bei einer punktgenauen Landung. Man möchte am liebsten den Hügel wieder hochklettern und noch mal schlagen.

Hassloch

Bahn 16 ist ein Par 5 mit stattlicher Länge (500 Meter), schwierigem Grün und Bäumen, die häufig im Weg stehen...

Der Hamelner Golfclub

Zweimal Achtzehn mit Topambiente: Mit diesem Slogan wirbt der Hamelner Golfclub Schloss Schwöbber und ist damit im hannoverschen Umland der Golfriese mit insgesamt 36 Löchern. Das Prunkstück ist der Masters-Platz „Baron von Münchhausen“, ein Par 73-Platz (Länge Männer: 5951 Meter, 
CR-Wert 73,9; Länge Frauen: 5241 Meter, 
CR-Wert 76), der teilweise zum Golfspielen allein fast zu schade ist, so schön sind nämlich auf einigen Bahnen die Aussichten auf die Hügellandschaft des Weserberglandes. Klein, aber trickreich ist der Par 59-Academy-Platz „Lucia von Rheden“, auf dem 18-Löcher auf nur 2813 Meter (Männer, Slope 96) beziehungsweise 2761 Meter (Frauen, Slope 96) untergebracht sind. Clubmanager ist Volker Niem, ein sehr innovativer Mann mit guten Ideen und großer Erfahrung. Erreichbar ist das 
Sekretariat unter der Telefonnummer 
05154-9870 und per E-Mail unter info@hamelnergolfclub.de

Lieblingsloch

Auf dem Münchhausen-Kurs gibt es zum Anfang fünf Bahnen im flachen Gelände, dann geht es bergauf, und dort fällt die Auswahl schwer. Uns hat besonders Loch 6 gefallen, ein Par-5 mit 432 Meter Länge (Frauen: 
398 Meter), bei dem sich das winzige Grün auf einem Plateau befindet. Schwer zu spielen, aber wenn es klappt – ein Traum.

Hassloch

Die ungeliebteste Bahn folgt gleich auf dem Fuß, die „7“, ein Par 4 
(327 Meter, 280 Meter), das mit einem reizvollen Hügelabschlag beginnt. Danach wird es im wahrsten Sinne des Wortes eng, auf der Bahn zu bleiben.

von Heiko Rehberg
 und Christian Purbs