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Sport-Welt Rosberg erneut Trainings-Zweiter in China
Sport Sport-Welt Rosberg erneut Trainings-Zweiter in China
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11:22 16.04.2010
Mercedes-Pilot Nico Rosberg
Mercedes-Pilot Nico Rosberg Quelle: dpa
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Nico Rosberg ist im zweiten Training zum Großen Preis von China Zweiter geworden. Michael Schumacher hat auch in China das Freitags-Duell mit Teamkollege Nico Rosberg verloren, für seine Aufholjagd im Formel-1-Titelrennen aber neue Hoffnung geschöpft. „Wir scheinen näher an die Spitze herangekommen zu sein. Aber das müssen wir am Sonntag beweisen“, sagte der Rekord-Weltmeister nach den ersten beiden Trainingseinheiten in Shanghai. Der WM-Zehnte deutete im Mercedes mit zwei vierten Plätzen einen Aufwärtstrend an. Rosberg war allerdings in beiden Sessions als jeweils Zweiter bester Deutscher.

Die schnellsten Runden drehte das McLaren-Duo. Titelverteidiger Jenson Button holte sich die Bestzeit am Vormittag, Lewis Hamilton lag bei der zweiten Ausfahrt ganz vorn. Vorjahressieger Sebastian Vettel, nach seinem Erfolg zuletzt in Malaysia als Favorit angereist, begnügte sich im Red Bull jeweils mit Rang fünf. „Es sieht sehr eng aus“, bekannte der Heppenheimer und lobte den Mercedes-Motor, der auch die beiden McLaren antreibt. „Der ist sehr, sehr stark.“

„Unsere Richtung stimmt“, befand Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Auch Schumacher zeigte sich angetan von den ersten Runden auf der Strecke, auf der er im Oktober 2006 den letzten seiner bislang 91 Grand-Prix-Siege eingefahren hatte. „Besser als erwartet“, sei der Tag verlaufen, auch wenn ihn zunächst ein platter Reifen gestoppt hatte. Für das Rennen am Sonntag (09.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) sieht der 41-Jährige sein Team aber weiter als Außenseiter. „Ich würde die Hackordnung schon noch so sehen, dass Red Bull vor Ferrari, McLaren und uns kommt“, urteilte Schumacher.

Erneut gut in Fahrt kam Force-India-Pilot Adrian Sutil. Auf Platz neun am Vormittag ließ der Gräfelfinger einen starken siebten Platz folgen. Allerdings handelte sich Sutil auch eine Verwarnung der Renn-Kommissare ein, weil er unter Gelber Flagge regelwidrig auf dem Gas geblieben war.

Einen enttäuschenden Arbeitstag erlebte Williams-Neuling Nico Hülkenberg. Zunächst belegte der Emmericher Rang 14, beim zweiten Versuch reichte es nur noch zum 17. Platz. Gewohnt chancenlos war Virgin-Fahrer Timo Glock (Wersau), der nicht über zwei 20. Plätze hinauskam.

Schon wieder einen Motorschaden musste Fernando Alonso verkraften. Knapp zwei Wochen nach dem Malheur des Spaniers in Malaysia ging im ersten Training erneut das Triebwerk in seinem Ferrari in Rauch auf. Die in beiden WM-Wertungen führende Scuderia will in Shanghai unbedingt ihren Abwärtstrend stoppen. WM-Spitzenreiter Felipe Massa kam am Freitag auf die Ränge zehn und elf, Alonso wurde am Nachmittag Zehnter. In der Gesamtwertung liegt Massa vor dem vierten Saisonrennen mit 39 Punkten zwei Zähler vor seinen Teamkollegen und Vettel (beide 37). Rosberg ist gleichauf mit Button (35) Fünfter.

Für eine Schrecksekunde sorgte am Freitag Sebastién Buemi. Nach einem spektakulären Unfall des Schweizers war das Auftakttraining für neun Minuten unterbrochen. In Kurve 14 hatten sich plötzlich beide Vorderräder von Buemis Toro Rosso gelöst. Der 21-Jährige schoss ins Kiesbett, konnte aber unverletzt aus dem Wrack seines Boliden aussteigen.

Ecclestone plant für 2011 mit 20 Formel-1-Rennen

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone plant für die kommende Saison mit 20 Rennen. Neben den 19 Grand Prix, die bereits in diesem Jahr auf dem Rennkalender stehen, solle 2011 der Große Preis von Indien das Programm ergänzen. „Es fliegt kein Rennen raus. Also sind es dann 20 Rennen“, sagte Ecclestone am Freitag in Shanghai und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Wir bereiten uns schon auf 25 vor.“

Auch der China-Grand-Prix habe trotz schwacher Zuschauerzahlen und gesunkener Sponsoren-Einnahmen eine Zukunft, beteuerte der Brite. Der Vertrag mit den Veranstaltern werde verlängert. Für die leeren Ränge auf dem Shanghai International Circuit machte der 79-Jährige die Veranstalter verantwortlich. „Es ist schade. Sie haben nicht vernünftig Werbung gemacht. Wer nach Shanghai kommt, weiß ja gar nicht, dass hier ein Formel-1-Rennen ist“, klagte Ecclestone.

Keine Probleme gebe es hingegen mit der Premiere des Südkorea- Rennens im Oktober. Zweifel an der rechtzeitigen Fertigstellung der Strecke wies Ecclestone vehement zurück. „Alles ist in Ordnung. Wir werden definitiv dort sein“, sagte er. Der Rechte-Mitinhaber hatte vor seiner Reise nach China einen Abstecher auf die Baustelle in Südkorea unternommen, nachdem zuletzt der deutsche Architekt Hermann Tilke angeblich Bedenken geäußert hatte.

dpa