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Sport-Welt Riesenslalom-Damen mit „Murkserei“ und ohne „Spaß-Faktor“
Sport Sport-Welt Riesenslalom-Damen mit „Murkserei“ und ohne „Spaß-Faktor“
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15:37 16.12.2012
Viktoria Rebensburg erreichte beim Riesenslalom im französischen Courchevel nur den 15. Platz. Quelle: dpa
Courchevel

Viktoria Rebensburg sprach von „Murkserei“ - und auch Maria Höfl-Riesch suchte den „Spaßfaktor“ vergeblich. Die erfolgsverwöhnten deutschen Riesenslalom-Damen haben eine Woche nach dem Podestplatz in St. Moritz am Sonntag in Courchevel das schlechteste Ergebnis seit sechs Jahren hinnehmen müssen. Nach verpassten Top-Platzierungen in der Abfahrt am Freitag in Val d'Isère sprang für Rebensburg nur der 15. Platz heraus. Höfl-Riesch musste sich gar mit Rang 26 begnügen.

„Das ist gerade nicht die Zeit der Deutschen, aber wir schlagen zurück“, versicherte Höfl-Riesch, die wie Rebensburg nur knapp einen Sturz im zweiten Durchgang verhinderte. Da hatte die viermalige Gesamtweltcupsiegerin Lindsey Vonn (USA) nach dem zweiten Aus nacheinander längst die Sachen zusammengepackt. 50 Tage vor der WM in Schladming ging der Sieg im vierten Riesenslalom der Saison an Tina Maze. Die Weltmeisterin aus Slowenien baute damit ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf 331 Zähler aus.

Die Riesentorlauf-Damen des Deutschen Skiverbandes (DSV) waren zuletzt im Dezember 2006 in Semmering schlechter als am Wochenende, als auch Simona Hösl als 20. und Lena Dürr als 25. nicht für Glanzlichter sorgen konnten. „Es ist berechtigt zu sagen, es war kein gutes Wochenende für uns, aber es ist nicht berechtigt zu sagen, dass die Frauen gerade hinterherfahren“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. „Gesamtheitlich lasse ich nichts auf das Frauenteam kommen. So schnell wie es nach unten geht, kann es auch wieder nach oben gehen.“

In der Abfahrt am Freitag hatte Gina Stechert als Elfte noch vor Höfl-Riesch (Rang 13) für die deutsche Bestleistung gesorgt. Beim Super-G am Samstag hatte starker Schneefall dagegen erst gar keinen Start zugelassen.

Noch härter als die DSV-Damen traf es Vonn. Den heftigen Sturz vom Freitag hatte die Olympiasiegerin zwar zumindest körperlich ohne große Folgen überstanden, aber nach dem Aus in dieser Abfahrt folgte im Riesentorlauf gleich die nächste Nullnummer. Statt mit den gewohnten sportlichen Spitzenergebnissen rückte sie mit einer Offenbarung ihrer langjährigen psychischen Erkrankung in den Fokus: Die Symptome deuten auf eine Depression hin. „Ich bin als Freundin immer für sie da und hoffe, dass sie das gut durchsteht“, sagte Höfl-Riesch.

Enttäuscht lehnte sich Höfl-Riesch am Sonntag im Ziel auf ihre Skistöcke. Nach einem Fast-Sturz war sie noch zu Ende gefahren, aber eine bessere Platzierung war da schon längst dahin. „Das war kein hoher Spaßfaktor heute“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Rebensburg konnte sich letztlich den schlechten ersten Durchgang mit Rang neun („Das war Murkserei von oben bis unten“) immerhin dadurch erklären, dass sie einen Stein erwischt hatte.

Aber Trost war das keineswegs. Es gebe so Tage, da bleibe man besser im Bett, meinte die Disziplin-Weltcupsiegerin der Vorsaison und zeigte sich wie Höfl-Riesch kämpferisch. „Die Saison ist noch sehr lang und es gibt immer wieder Beispiele, bei denen es sich am Schluss noch mal gedreht hat.“

Vor der Saison hatte die Konkurrenz den Gesamtweltcup angesichts der drohenden Übermacht Vonns teilweise bereits abgeschrieben - und nun dominiert Maze. Der vierte Sieg im vierten Riesenslalom der Saison - zuletzt gelang Denise Karbon (Italien) eine Serie dieser Art - ließ ihren Vorsprung auf Höfl-Riesch um weitere 95 Punkte wachsen. Vonn fehlen auf die Slowenin inzwischen sogar 385 Zähler.

dpa

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