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Sport-Welt Riesch und Rebensburg ohne WM-Medaille
Sport Sport-Welt Riesch und Rebensburg ohne WM-Medaille
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17:45 17.02.2011
Die Olympia-Zweite Tina Maze aus Slowenien ist Weltmeisterin im Riesenslalom.
Die Olympia-Zweite Tina Maze aus Slowenien ist Weltmeisterin im Riesenslalom. Quelle: dpa
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Weltmeisterin Kathrin Hölzl brach das Rennen wegen Schmerzen ab, Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg wurde als Fünfte vom Podest verdrängt und Maria Riesch kam verspätet ohne Ski ins Ziel. Nach einer Vorbereitung voller Probleme endete der Riesenslalom bei der alpinen Ski-WM für die „Golden Girls“ ohne Happy End und die ursprünglich fest eingeplante Medaille. Aus dem deutschen Trio erreichte am Donnerstag einzig Rebensburg das Ziel im zweiten Durchgang und applaudierte fair, als auch ihr Traum von Edelmetall platzte.

Nach dem ersten slowenischen Alpin-Gold bei einer Großveranstaltung schlug Tina Maze am Fuß der Piste vor Freude ein Rad. Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch stand da noch geknickt am Hang. „Bevor ich Vierte oder Fünfte werde, attackiere ich halt. Ich habe auch gemerkt, dass eine Medaille möglich ist, da ist klar, dass man zunächst sehr traurig und enttäuscht ist“, sagte sie später im Ziel. Titelverteidigerin Hölzl hatte da schon längst die Kandahar verlassen und ihre Saison beendet.

Nach überstandener Virusgrippe will sich Rebensburg nun auf den Gewinn des Disziplin-Weltcups konzentrieren. „Mein Ziel war schon eine Medaille, aber das Leben ist kein Wunschkonzert“, sagte die 21-Jährige.

Zwar kein Edelmetall, aber doch „eine Platzierung unter den ersten 15 oder den ersten Zehn“, erhofft sich Lokalmatador Felix Neureuther am Freitag im Riesenslalom. Seit fünf Jahren fiebert er der Heim-WM entgegen, mit seiner Einzelpremiere startet der 26-Jährige die heiße Phase vor dem „großen Showdown“ im Slalom am Sonntag auf „seinem“ Gudiberg. „Es muss nicht unbedingt ein Vorteil für mich sein, weil ein extremer Druck auf mir lastet“, sagte Neureuther, neben dem auch Fritz Dopfer und Nachwuchsmann Stefan Luitz an den Start gehen.

„Warum soll nicht auch mal in so einem Rennen eine Überraschung gelingen“, sagte Verbands-Präsident Alfons Hörmann und verwies auf die erste von drei weiteren Chancen auf einen Podestplatz.

Auf Kurs einer dritten Medaille bei dieser WM lag im Finale zunächst eine noch von Husten geplagte Maria Riesch. Im Streckenabschnitt „Hölle“ rutschte sie aber auf dem Innenski weg und sank enttäuscht in den Schnee. Als die zweitplatzierte Federica Brignone aus Italien und die im zweiten Lauf furios gefahrene Französin Tessa Worley längst feierten, nahm der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier seine Vorzeige-Alpine tröstend in den Arm. Ohne Ski glitt Maria Riesch dann die Strecke hinab.

Zwei Stunden mussten die Athletinnen in einem Lokal auf ihren Einsatz im ersten Lauf warten, wegen Nebels hatte die Jury den Start immer wieder verschoben. Im Finale war die Sicht weitgehend frei - und Maze verteidigte ihre Führung. Damit siegte holte im siebten Einzelwettbewerb jemand, der diese Saison in dieser Disziplin kein Rennen gewonnen hat. „Wir sind eine kleine Nation, das erste Gold bedeutet sehr viel. Auch für mein ganzes Team ist das sehr schön. Diesmal waren die Hundertstel auf meiner Seite“, jubelte Maze. 1989 war die Slowenin Mateja Svet für das damalige Jugoslawien Slalom-Weltmeisterin geworden.

Hölzl hatte ihr Unternehmen Titelverteidigung bereits nach dem ersten Durchgang aufgegeben und war traurig aus dem Zielraum geschlichen. „Ich habe so extreme Rückenschmerzen, dass ich mein Bein nicht mehr gescheit heben kann. Wie soll man dann schnell Ski fahren?“, meinte die 26-Jährige, die nach Rang 20 auf den zweiten Lauf verzichtete - „und somit ist auch die Saison beendet“.

Die Disziplinweltcup-Gewinnerin des Vorjahres war bereits in der Saisonvorbereitung von gesundheitlichen Problemen gepeinigt worden. Von Maria Riesch gab es tröstende Worte. „Ich bin heute früh mit der Gondel raufgefahren, sie konnte weder aufrecht gehen noch ordentlich da sitzen, das ist wirklich tragisch“, sagte die 26-Jährige. „Sie laboriert da jetzt schon so lange rum und ich drücke ihr alle Daumen, dass da hoffentlich bald das Heilmittel gefunden wird und sie wieder normal ihrem Sport nachgehen kann.“

dpa

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.

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