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Sport-Welt Reiter-Nachwuchs gibt den Ton an
Sport Sport-Welt Reiter-Nachwuchs gibt den Ton an
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20:22 28.05.2012
Von Carsten Schmidt
Dennis Schiergen duckt sich während des Endspurts im Großen Preis der Hannoverschen Volksbank an den Hals von Jardina und erwischt offenbar genau die richtige Stromlinienform, um den 1. Platz zu sichern. Quelle: Florian Petrow
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Langenhagen

„Familienfreundlich“ präsentiert sich die Neue Bult in Langenhagen schon länger. Ein großes Kinderland bietet den kleinen Besuchern viel Abwechslung während der Galopprenntage - das schlägt sich im Zuspruch nieder, der Pfingstmontag mit 17800 Zuschauern abermals ausgesprochen zufriedenstellend für den Veranstalter Hannoverscher Rennverein (HRV) war.

Die Jugend stand aber auch auf dem Geläuf im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der belgische Jockey Stephen Hellyn, 25 Jahre alt, gewann die ersten fünf Tagesentscheidungen in Folge. Eine vergleichbare Serie hat auf der Neuen Bult nur Championjockey Eduardo Pedroza mit sechs 1. Plätzen bei einer Veranstaltung erreicht, allerdings nicht direkt aufeinanderfolgend. Und anschließend schob sich mit zwei Erfolgen ein Teenager in den Vordergrund - der erst 17-jährige Dennis Schiergen, der noch als Amateurrennreiter gilt.

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Es erscheint dabei fast logisch zu sein, dass Schiergen auf der „Familienrennbahn“ in Langenhagen einen ersten Höhepunkt seiner jungen Karriere setzen konnte - mit dem Sieg im gestrigen Hauptrennen, dem Großen Preis der Hannoverschen Volksbank. Dem jungen Rheinländer ist das Händchen für Pferde quasi in den Genen mitgegeben worden: Vater Peter (47) stellte 1995 mit 273 Siegen einen Europarekord für Jockeys auf, insgesamt ritt er 1451-mal mit Pferden als Erster über die Ziellinie. Und in seiner zweiten Karriere als Trainer ist er mindestens genauso erfolgreich, wie der Triumph der von ihm vorbereiteten Stute Danedream im Prix de l’Arc de Triomphe des vergangenen Jahres zeigte.

Dennis Schiergen ritt im Hauptrennen natürlich mit Jardina eine Stute seines Vaters. Das Duo düpierte dabei auf der Schlussgerade des Listenrennens sowohl die hoch gehandelte Dalarna (nur Dritte mit dem hannoverschen Jockey Wladimir Panov) als auch deren vermeintlich schärfste Rivalin Baisse, die den 5.Platz belegte. Zuvor hatte der Teenager bewiesen, dass er auch mit der Favoritenbürde im Sattel zurechtkommt. Er führte im 6.Rennen Arizona Star, ebenfalls aus dem Rennstall Schiergen, zum Erfolg.

Arizona Stars Sieg bildete die Ausnahme in einer Kette von Überraschungen, für die insbesondere der Belgier Hellyn erfolgreich war. Er verblüffte schon im 1.Rennen mit Tindorette (Siegquote 69:10) die Konkurrenz und führte anschließend Neumark, Winning King, Weißheit und Narita ganz nach vorn. Unter den Geschlagenen befanden sich unter anderem die Mitfavoriten North Star (2. Rennen) aus dem Besitz von Martin Kind, Klubchef von Hannover 96, sowie North Germany, (3. Rennen) und Santa Ponsa (5. Rennen) aus dem Gestüt Brümmerhof, das von HRV-Präsident Gregor Baum und seiner Frau Julia betrieben wird. „Es ist nie langweilig zu gewinnen“, sagte Hellyn angesichts seiner Erfolgsserie und lobte zudem den veranstaltenden HRV: „Ich komme immer gerne nach Langenhagen. Dort wird alles für die Pferde und die Reiter getan, die Bahn ist sehr gut.“ Der Belgier hatte übrigens auch das Glück des Tüchtigen: Drei seiner fünf Siegesritte übernahm er kurzfristig, weil sich der ursprünglich für die Pferde vorgesehene Kollege Alexander Pietsch die Schulter gebrochen hatte und deshalb in Langenhagen nicht antreten konnte.

Wenig zu feiern gab es für die heimischen Trainer. Sarotti’s Dream (9.Rennen), vorbereitet von Marion Rotering, Hans-Jürgen Gröschels Argento (6. Rennen) und Somelikeithot (10.Rennen) von Stefan Wegner brachten mit jeweils 2. Plätzen die besten Ergebnisse am Pfingstmontag.

Richtig verzockt hatte sich wohl das Management des Popsängers Giovanni Zarrella, der eigentlich beim Prominentenrennen auf Haflingern mitmachen sollte. Der 34-Jährige hatte nämlich im Gegensatz zu den Mitteilungen aus seiner Umgebung noch nie auf einem Pferd gesessen - und verzichtete nach einer geführten Runde klugerweise auf das Rennen. So setzte sich mit einer schneidigen Vorstellung Ina Tenz, Programmdirektorin des Radiosenders ffn, durch.

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