Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Ravens im Football-Himmel
Sport Sport-Welt Ravens im Football-Himmel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:26 04.02.2013
Die Vorentscheidung: Jacoby Jones erzielt den vierten Touchdown für Baltimore. Quelle: dpa
New Orleans

Nur Meistermacher Harbaugh konnte und wollte zunächst nicht so recht in die Jubelorgie am späten Sonntagabend einstimmen. Im Mittelkreis ging er auf seinen Bruder Jim zu, nahm den 49ers-Coach in den Arm und flüsterte ihm ein „Ich liebe dich“ ins Ohr. Es war das emotionale Ende eines spektakulären Football-Festes, das wegen eines Stromausfalls zu Beginn des dritten Quarters 36 Minuten lang unterbrochen werden musste.

„Wie kann es auch anders sein? Es ist niemals schön, es ist niemals perfekt, aber so sind wir eben“, stammelte John Harbaugh nach dem zweiten Titelgewinn der Vereinsgeschichte und verglich seinen nervenstarken Quarterback Joe Flacco sogar mit einem eiskalten Gauner: „Er war phänomenal. Er hat den Mut eines Einbrechers.“ Der Hochgelobte, der dank seiner drei Touchdown-Pässe zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt wurde, rannte nach dem Zittersieg unkontrolliert durch die Arena. „Das wird eine Weile dauern, bis ich das begreife“, erklärte Flacco, „diesen Sieg haben wir für alle Ewigkeit.“ Die Profis der 49ers saßen oder lagen nach ihrer vergeblichen Aufholjagd dagegen minutenlang fassungslos auf dem Spielfeld. Viele weinten vor Enttäuschung.

Das Finale hatte für die erfolgsverwöhnten Kalifornier schon denkbar schlecht begonnen. Nach ihrem hochtourigen Start dominierten die Ravens die 1. Halbzeit unerwartet deutlich. Anquan Boldin, Dennis Pitta und Jacoby Jones fingen drei Touchdown-Pässe des starken Flacco und sorgten so für eine verdiente 21:6-Pausenführung des Außenseiters.

In der Halbzeitshow brachte Sängerin Beyoncé die Massen zum Kochen, und heiß ging es gleich zu Beginn des 3. Viertels weiter, als Baltimores Wide Receiver Jones mit einem 108-Yard-Kickoff-Return für den nächsten Höhepunkt sorgte. Die Ravens lagen scheinbar uneinholbar mit 28:6 vorn, den 49ers fehlte bis dahin jede Energie – und dann fiel im Stadion der Strom aus.

Sensoren hatten eine Auffälligkeit im Arena-System festgestellt, sodass die Stromzufuhr automatisch abgeschaltet wurde. Die Anzeigetafel blieb mehr als eine halbe Stunde lang schwarz, das Internet brach zusammen, lediglich die Beleuchtung unter der Hallendecke funktionierte noch teilweise. Die Spieler hielten sich mit Dehnübungen warm, die Cheerleader schoben Extraschichten, und die Zuschauer feierten sich selbst. Als der Strom wieder floss, drehte auch San Francisco endlich auf. Die Defensive setzte Baltimore unter Druck, in der Offensive übernahm Quarterback Colin Kaepernick das Kommando. Bis zum Ende des 3. Viertels waren die Kalifornier auf 23:28 herangekommen. „Wir haben uns zurückgekämpft, alles gegeben, um zu gewinnen“, sagte Coach Jim Harbaugh. In der vorletzten Minute war sein Team beim Stand von 29:34 nur fünf Yards von Baltimores Endzone und damit dem sechsten Titel der Klubhistorie entfernt. Einen vierten und letzten Touchdown-Versuch hatten die 49ers noch, doch der Wurf von Kaepernick auf Wide Receiver Michael Crabtree war etwas zu hoch. Damit war das Spektakel entschieden.

„Dieses Spiel war wie unsere gesamte Saison. Es hat gut begonnen, dann wurde es richtig hässlich und ging schließlich großartig zu Ende“, sagte Ravens-Profi Ed Reed. Selbst Verteidiger Ray Lewis, besonders hart im Nehmen, suchte nach Worten. „Was wir heute als Team erreicht haben, ist das Ultimative. Baltimore, wir bringen das Ding hier nach Hause“, schrie Lewis ins Stadionmikrofon und reckte die Vince-Lombardy-Trophäe Richtung Hallendecke. Der 37-Jährige war schon 2001 beim ersten Titelgewinn der Ravens dabei und beendet nun nach 17 Profijahren seine Karriere. Bei der morgigen Siegerparade werden Hunderttausende in Baltimore ihre Helden beim Umzug durch die Stadt feiern. Dann wird auch John Harbaugh losgelöst jubeln können. Der Sieg, sagte der 50-Jährige, sei großartig, aber zugleich auch schwer für ihn. „Am Ende auf Jim zuzugehen, war das Härteste, das ich bislang erlebt habe“, gab er zu. Sein Bruder zeigte auch nach dieser bitteren Niederlage Größe: „Gratulation John“, sagte er, „ich bin stolz auf dich.“

Stromausfall beim Super Bowl

Das Rätsel um den Stromausfall beim Super Bowl am Sonntagabend im Superdome in New Orleans ist teilweise gelöst. Sensoren hatten eine Auffälligkeit im Arena-System festgestellt, so dass die Stromzufuhr seitens des Zulieferers „Entergy“ abgeschaltet wurde. Die Anzeigetafel blieb mehr als eine halbe Stunde schwarz, das Internet brach zusammen, und lediglich die Beleuchtung unter der Hallendecke funktionierte noch teilweise. So musste die Partie zwischen dem späteren Champion Baltimore Ravens und den San Francisco 49ers für insgesamt 36 Minuten unterbrochen werden.

Nicht nur Ravens-Profi Cary Williams dachte zunächst, die bombastische Halbzeitshow des US-Popstars Beyoncé sei für den Stromausfall verantwortlich. Strombetreiber Entergy und Stadionbetreiber SMG gaben jedoch nach dem Spiel an, ein Messgerät habe eine Abweichung im System festgestellt. Daraufhin sei automatisch ein Stromausfall ausgelöst worden, um das Problem zu isolieren. Der genauen Ursache für die gemessene Abweichung wollten Entergy und SMG am Montag auf den Grund gehen.

Nur 90 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit wurde es für 36 Minuten dunkel im Superdome. Die Spieler hielten sich mit Dehnübungen warm, die Cheerleader schoben Extraschichten und die Zuschauer feierten sich selbst. Die Baltimore Ravens gewannen das Finale der National Football League (NFL) schließlich mit 34:31 gegen die San Francsico 49ers.

dpa

Bühne frei für erste WM-Entscheidung: Gleich zum Auftakt haben Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg im Super-G die Chance auf eine Medaille. Rebensburg siegte bei der Generalprobe – und eine „bessere Wettkämpferin“ als Höfl-Riesch gibt es laut Felix Neureuther nicht.

04.02.2013

Die Baltimore Ravens haben in einem ebenso dramatischen wie ungewöhnlichen Super-Bowl-Finale gewonnen und ihrem Coach John Harbaugh einen Sieg im Trainer-Duell gegen seinen Bruder Jim beschert.

04.02.2013

Ein Jahr vor Olympia haben die deutschen Rodler in Kanada mächtig abgeräumt. Nach Felix Loch und den Doppelsitzern Tobias Wendl und Tobias Arlt gewann auch Natalie Geisenberger. Und auch die Team-Staffel ging an die Deutschen.

03.02.2013