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Sport-Welt Rath muss sich doppelt geschlagen geben
Sport Sport-Welt Rath muss sich doppelt geschlagen geben
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21:02 03.06.2012
Von Jörg Grußendorf
Foto: „Im Moment ist das alles so eng, nicht nur international, sondern auch national“: Matthias Rath und sein „Wunderhengst“ Totilas.
„Im Moment ist das alles so eng, nicht nur international, sondern auch national“: Matthias Rath und sein „Wunderhengst“ Totilas. Quelle: dpa
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Balve

Ein Desaster für das hochgelobte Paar – dieser Gedanke kommt schnell auf, genau wie der, dass die Kritiker recht behalten hätten und Rath doch nicht der geeignete Reiter für diesen begabten Hengst ist. Doch diese Einschätzung ist sehr oberflächlich. Natürlich müssen Rath und auch Totilas sich für die Olympischen Spiele noch steigern, weil sie einige Fehler gemacht haben und viel mehr in ihnen steckt. Doch enttäuscht haben diese beiden in Balve auf keinem Fall. Sie haben gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind und trotz zweimal Platz 2 mit ihrer Punktwertung (83,256 im Grand Prix Special und 86,75 in der Kür) zwei Weltklasseleistungen hingelegt.

Nur, es war ein Paar dabei, das an diesem Wochenende noch besser war. Was Helen Langehanenberg und ihr Hengst Damon Hill boten, war schlichtweg sensationell. Mit 88,40 Prozentpunkten erhielten die Weltcupzweite und ihr Zwölfjähriger so viele Zähler für eine Kür wie noch kein deutsches Paar vor ihnen. Im Grand Prix Special sammelte das Duo 85,822 Prozentpunkte. Die Bronzemedaille blieb in beiden Prüfungen für die erst 25-jährige Kristina Sprehe (82,311 und 85,50).

„Ich bin überglücklich“, sagte Langehanenberg, „es war ein phantastisches Reitgefühl, von mir aus hätte es weitergehen können.“ Der Zweite – also der erste Verlierer –, Rath, gab sich ob des Verlustes der beiden Titel selbstkritisch. „Wenn Helen solch eine Superrunde reitet, darf man sich keine Fehler erlauben“, sagte der 27-Jährige. „Im Moment ist das alles so eng, nicht nur international, sondern auch national.“ Aber, fügte er an, wenn man zweimal über 83 Prozentpunkte sammele, müsse man zufrieden sein.

Das sah auch Dressur-Bundestrainer Jonny Hilberath so und schloss natürlich auch Langehanenberg und Sprehe mit ein. Der Nachfolger des verstorbenen Holger Schmezer verfügt schließlich über drei Duos, die konstant über 80 Prozentpunkten im Special liegen; und er hat in der Hinterhand noch eine Isabell Werth, die aufgrund einer Verletzung von Don Johnson in Balve aufgeben musste. „Wir haben uns noch nie in solchen Sphären bewegt“, sagte Hilberath stolz. Das verspricht für London einiges – die Nominierung für die Olympischen Spiele erfolgt Anfang Juli im Anschluss an das CHIO in Aachen.

Bettinger überrascht

Marc Bettinger hat den deutschen Meistertitel im Springreiten gewonnen. Der 34-Jährige setzte sich auf seiner Oh D’Ecole im Stechen vor Mannschaftsweltmeisterin Janne-Friedrike Meyer auf Lambrasco und Rolf Moormann auf Acorte durch.

(mit: dpa)