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Sport-Welt Radsport-Verband gibt zwei Armstrong-Spenden zu
Sport Sport-Welt Radsport-Verband gibt zwei Armstrong-Spenden zu
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16:37 10.07.2010
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Der Radsport-Weltverband UCI gerät in Erklärungsnot. UCI-Präsident Pat McQuaid gab am Sonnabend im Internetportal „Cyclingnews“ zu, von Rekordsieger Lance Armstrong zwei Geldspenden erhalten zu haben. Nach den Worten des UCI-Chefs zahlte Armstrong 2002 persönlich 25.000 Dollar und drei Jahre später nach seinem Rücktritt noch einmal 100.000 Dollar über sein Management „Capital Sports and Entertainment“. Das Geld sei in Doping-Kontrollsysteme im Juniorenbereich geflossen. Bisher war nur eine Armstrong-Zahlung an den Verband bekanntgewesen.

„Ich hatte während des Giro d’Italia gesagt, wir gehen in unseren Archiven der Zahlung von Armstrong an die UCI nach. Das haben wir jetzt getan und herausgefunden, dass es insgesamt zwei Zuwendungen gab“, sagte McQuaid.

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Armstrongs ehemaliger Teamkollege Floyd Landis hatte erklärt, der umstrittene Texaner, der im Moment seine letzte Tour de France bestreitet, hätte sich mit einer Spende an die UCI von dem positiven Ergebnis eines Dopingtests freigekauft. Das habe ihm sein früherer US-Postal-Teamkollege Armstrong erzählt. Armstrong hat Doping stets bestritten.

Armstrongs persönlicher Scheck sei im Mai 2002 von ihm und seiner damaligen Ehefrau unterzeichnet worden, sagte McQuaid, der noch einmal deutlich machte, dass er Armstrong im Konflikt mit Landis verteidigt. „Ich bin auf Armstrongs Seite, weil er einer der größten Athleten in unserem Sport ist, und ich widerspreche Vorwürfen, er hätte von uns jemals eine bevorzugte Behandlung erfahren“, sagte der UCI-Chef. „Lance unterzieht sich wie jeder den Kontrollen und mit seinem Blutpass ist absolut alles in Ordnung“, erklärte der Ire.

Der siebenfache Toursieger sei ein „unglaublicher Athlet und engagiert sich im Kampf gegen Krebs“. Es gebe im Radsport nur zwei globale Stars: Eddy Merckx und Armstrong. McQuaid: „Der Mann auf der Straße in Kuala Lumpur kennt den Namen Armstrong - den von Fabian Cancellara sicher nicht.“

Die Ermittlungen der US-Behörden gegen Armstrong nach den Landis- Vorwürfen, im US-Postal-Team sei flächendeckend gedopt worden, bereiten McQuaid „absolut keine Sorgen“. Die UCI sei aus den USA zu dieser Angelegenheit noch nicht kontaktiert worden.

McQuaid wurde grundsätzlich: „Doping gibt es seit Hunderten von Jahren. Wollen wir wirklich immer zurückgehen und Ermittlungen eröffnen nach Vorwürfen von irgendeiner Seite? Ich konzentriere mich auf die Gegenwart und versuche für die Zukunft zu arbeiten.“

dpa