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Sport-Welt Pechsteins Olympia-Traum geplatzt
Sport Sport-Welt Pechsteins Olympia-Traum geplatzt
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08:35 12.12.2009
Claudia Pechstein ist nicht bei den Winterspielen in Vancouver dabei. Quelle: afp (Archiv)
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Ausgepumpt, chancenlos, vernichtend geschlagen: Claudia Pechsteins Olympia-Traum ist endgültig geplatzt, ihre Karriere vermutlich beendet. Die 37-Jährige vergab im 3000-Metern-Rennen von Salt Lake City am Freitag in der schwachen Zeit von 4:04,60 Minuten ihre einzige Chance auf die sportliche Qualifikation für die Winterspiele 2010 in Vancouver. Die wegen Dopings gesperrte Berlinerin, die vor dem Schweizer Bundesgericht eine Startgenehmigung für dieses eine Rennen erkämpft hatte, hätte bei diesem Weltcup-Wettbewerb mindestens Achte werden müssen. Es reichte aber nur zu Rang 13 – es gewann die Tschechin Martina Sablikova vor der deutschen Rekordhalterin Stephanie Beckert aus Erfurt.

Das Rennen an der Stätte ihrer beiden Olympiasiege von 2002 war damit wahrscheinlich das letzte in der Karriere der erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin. Das Schweizer Bundesgericht steht nun nicht mehr unter dem Zeitdruck, möglichst noch vor den Winterspielen im Februar ein Urteil fällen zu müssen. Pechsteins Sperre läuft am 9. Februar 2011 aus. Nun geht es vor Gericht wohl „nur“ noch um die Wiederherstellung ihres Rufs sowie Schadensersatzforderungen.

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Im 360. Rennen bei wichtigen internationalen Wettkämpfen war die Berlinerin nur noch ein Schatten ihrer selbst. Erst kurz vor dem Rennen war die 37-Jährige mit dunkler Sonnenbrille vor den Augen in der Halle erschienen. Gemeinsam mit Teamchef Helge Jasch, der sie betreute, zog sie sich sofort aus dem Innenraum zurück und bereitete sich mit deutlicher Entfernung zu den anderen Läuferinnen auf das Rennen vor.

Sie startete gleich im ersten Paar gegen Eri Natori und hatte lange Mühe, mit der Japanerin Schritt zu halten. Erst auf den letzten anderthalb Runden setzte sich die fünfmalige Olympiasiegerin ab, doch schnell war klar, dass es zu einer Klassezeit nicht reichen würde.

Das wusste die Berlinerin auch selbst sehr genau. „Eigentlich nicht“, antwortete sie auf die Frage, ob sie denn zufrieden mit ihrer Leistung sei. Dann wurde sie auch noch aus dem Innenraum zur Dopingkontrolle geholt, was selbst den erfahrenen Jasch überraschte. „Das habe ich auch so noch nicht erlebt“, sagte er.

Mit dem Rennen von Pechstein war Jasch ebenfalls nicht zufrieden. „Das, was Claudia immer ausgezeichnet hat, nämlich gleichmäßige Rundenzeiten zu laufen, hat hier nicht funktioniert. Sie hat kontinuierlich abgebaut.“

Als erste unterbot ausgerechnet die Berlinerin Katrin Mattscherodt in 4:03,89 Pechsteins Zeit. Sie hatte beim Weltcup in Hamar den Olympia-Startplatz über 5000 Meter für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft geholt. „Ich bin froh, dass ich zeigen konnte, dass ich diesen Platz verdient habe“, sagte Mattscherodt.

Wolf schnell wie noch nie: Eissprinterin Jenny Wolf hat in Salt Lake City in 37,00 Sekunden einen 500-Meter-Weltrekord aufgestellt. Die Berlinerin blieb damit zwei Hundertstel unter ihrer eigenen Bestmarke vom 16. November 2007. Es war ihr sechster Sieg in ihrem siebten Weltcup-Rennen dieser Saison.

Carsten Schmidt 08.12.2009