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Sport-Welt Noch fünf Medaillen für Deutschland: DLV-Team stürmt den Montjuic
Sport Sport-Welt Noch fünf Medaillen für Deutschland: DLV-Team stürmt den Montjuic
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22:45 01.08.2010
Christian Reif Quelle: dpa
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Zum Auftakt des letzten Wettkampftages hatte die Sprintstaffel der Männer über 4 x 100 Meter das Dutzend voll gemacht - am Ende der Titelkämpfe feierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Traumbilanz von 16 Medaillen (4 Gold/6 Silber/6 Bronze).

Weitspringer Reif bot mit seinen 25 Jahren eine reife Leistung und wurde mit Gold belohnt: Mit 8,47 Metern verfehlte der Saisonaufsteiger aus Ludwigshafen den 30 Jahre alten deutschen Rekord von Lutz Dombrowski nur um sieben Zentimeter. Die Sprint-Staffel der Damen setzte im Finale über 4 x 400 Meter den silbernen Schlusspunkt. Mehr Edelmetall (19) gab es für die deutschen Asse letztmals bei der Heim-EM 2002 in München. Vor vier Jahren hatte das EM-Team nur zehn Medaillen aus Schweden mitgebracht.

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Hochsprung-Ass Ariane Friedrich (Frankfurt) freute sich nach ihrem 2,01-Meter-Satz auch über Rang drei. Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic (2,03) stieg im Olympiastadion von 1992 auch zur Europameisterin auf. Diskus-Weltmeister Harting hatte Pech und verpasste sein insgeheim erhofftes erstes EM-Gold nur um die halbe Armlänge von 40 Zentimetern. Trotz einer starken Serie und 68,47 Meter verlor der 25 Jahre alte Berliner die WM-Revanche gegen Vizeweltmeister Piotr Malachowski: Der Pole triumphierte mit 68,87.

Zuvor hatte die Sprintstaffel der Männer über 4 x 100 Meter das deutsche Medaillen-Dutzend voll gemacht. Tobias Unger, Marius Broening, Alexander Kosenkow und Martin Keller mussten sich in 38,44 Sekunden nur den Franzosen mit dem neuen Sprintkönig Christophe Lemaitre (38,11) und Italien (38,17) geschlagen geben. Der 20-Jährige holte sein drittes Gold und ist damit der erfolgreichste Athlet dieser EM. Doch auch ein dritter Platz kann glücklich machen. „Wir sind super happy. Schön, dass es geklappt hat. Wir wollten unbedingt eine Medaille“, sagte Startläufer Unger.

Bereits am Sonnabend regnete es Medaillen: Sensations-Silber für Speerwerfer Matthias de Zordo, Bronze für Siebenkämpferin Jennifer Oeser, Kugel-Koloss Ralf Bartels und Hürdensprinterin Carolin Nytra. Damit hatten die DLV-Asse bei der EM-Expedition auf dem Montjuic ihren Aufwärtstrend fortgesetzt - 2012 in London soll der Gipfel in Angriff genommen werden. „Ich glaube an die Mannschaft, sie hat eine tolle Perspektive für die Olympischen Spiele“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop der Nachrichtenagentur dpa.

Mittelmeer statt Mittelmaß: Das Team der Zukunft hat sich nach einem Fehlstart noch prächtig geschlagen. „Wir sind enttäuschend gestartet und haben mit Überraschungen aufgehört“, resümierte Prokop nach vier „tollen Tagen“ mit Sternstunden und Sensationen. Nur an den ersten beiden Tagen war der DLV medaillenlos geblieben. „Wenn man so viele Medaillen gewinnt, kann man nur sagen: Ziel erreicht!“

Der Schwung der Heim-WM in Berlin (9 Medaillen) hat den Club der „Jungen Wilden“ - Durchschnittsalter 25,9 Jahre - auch in Barcelona beflügelt. Der Titel-Traum ging für Sprinterin Verena Sailer, Linda Stahl mit dem Speer, Hammer-Frau Betty Heidler und Weitenjäger Reif in Erfüllung. Zwölf weitere Medaillen reichten aber nur zu Platz vier in der Nationenwertung hinter den überragenden Russen, Frankreich und den weiter aufstrebenden Briten.

Schließlich gab es auch Enttäuschungen: Der achte Platz von Nadine Müller (Diskus) sowie das Qualifikations-Aus von Markus Esser (Hammer) und Malte Mohr (Stabhoch) waren nicht eingeplant. Dick auf dem Zettel stand auch eine Medaille für die 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen, doch ein Wechselfehler begrub alle Hoffnungen.

Verena Sailers Sprint-Gold und Carsten Schlangens Silber über 1500 Meter hauchten der schon x-Mal totgesagten Lauf-Abteilung des DLV neues Leben ein. Doch über den Berg sind Sprinter, Mittel- und Langstreckenläufer längst noch nicht. „Der Laufbereich muss jetzt erkannt haben, dass er eine Chance hat“, urteilte Kurschilgen. „Der Sprinterfolg sollte die Signalwirkung haben. Man kann mit starker europäischer Konkurrenz mithalten.“

Mehr aber auch noch nicht: Denn gerade die Franzosen und auch die starken Briten hatten auf der blauen Bahn des Olympiastadions noch deutliche Vorteile. Beide Nachbarn „haben im Lauf zugelegt. Da müssen wir genau hinschauen, wie sie es machen“, erklärte Prokop, der im eigenen Verband eine „Lauf-Offensive“ gestartet hat.

dpa

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