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Sport-Welt Nach erfolgreicher WM: Krupps Zukunft ungewiss
Sport Sport-Welt Nach erfolgreicher WM: Krupps Zukunft ungewiss
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09:33 24.05.2010
Bundestrainer Uwe Krupp Quelle: ap
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Nach der knapp verpassten ersten WM-Medaille seit 57 Jahren hat beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) der Kampf um Bundestrainer Uwe Krupp begonnen. „Wir werden uns sofort zusammensetzen - mit der großen Hoffnung, dass die Spieler ihn überzeugen können, dass sie weiter von ihm trainiert werden wollen“, sagte DEB-Präsident Uwe Harnos am Rande des mit 1:3 verlorenen Spiels um Platz drei gegen Schweden am Sonntag in Köln.

Eine Lösung solle „so schnell wie möglich“ erzielt werden, betonte Harnos vor dem Finale, das Tschechien am Abend überraschend mit 2:1 gegen Rekordchampion Russland gewann. Für die Tschechen um den 38- jährigen Altstar Jaromir Jagr war es der zwölfte Titel, Russland verpasste den dritten Triumph in Folge und den 26. insgesamt.

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Die deutschen Spieler betonten nach Platz vier, dass der auslaufende Vertrag Krupps bislang kein Thema in der Mannschaft gewesen sei. „Darüber haben wir nie ein Wort verloren“, sagte Kapitän Marcel Goc. „Die Entscheidung liegt bei ihm. Wir stehen aber ganz klar hinter ihm“, sagte Verteidiger Christian Ehrhoff, der zusammen mit Torhüter Dennis Endras in das WM-All-Star-Team berufen wurde.

DEB-Generalsekretär Franz Reindl zeigte sich indes skeptisch: „Mein Gefühl ist eher negativ“, sagte Reindl. Er habe den Eindruck, dass Krupp „vielleicht eher was anderes machen will.“ Reindl zeigte für diesen Fall Verständnis und betonte, es gebe „noch keinen Plan B“. Krupp ließ seine Zukunft nach dem Spiel weiter offen: „Ich glaube, es ist besser, das erstmal sacken zu lassen, mal ein paar Tage vergehen zu lassen und ein paar Mal darüber zu schlafen.“

Der 44-Jährige forderte auch am Sonntag wieder grundsätzliche Reformen im deutschen Eishockey und im Verhältnis zwischen DEB und der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). „Wenn da alle übereinstimmen, steht einer guten Zusammenarbeit nichts im Weg“, sagte Krupp, der sich eine professionellere Nachwuchsförderung wünscht. Auch private Sorgen machen Krupp zu schaffen. Seine in den USA lebende Frau Valerie ist an Krebs erkrankt. Krupp, der im September zur besseren WM-Vorbereitung nach Köln gezogen war, hatte deshalb im Vorfeld des Turniers bereits einen Rücktritt erwogen.

Krupp hatte die als Außenseiter gestarteten Deutschen zum besten Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft seit 1953 geführt. Damals hatte Deutschland bei allerdings nur vier Teilnehmern Silber gewonnen. „Das war eine großartige Leistung, die wir hier vollbracht haben“, sagte Ehrhoff. Dennoch war die Enttäuschung bei den deutschen Cracks nach der verpassten Bronzemedaille groß. „Wenn man im Halbfinale steht, will man natürlich mehr“, sagte Stürmer Michael Wolf.

Zum ersten Mal seit 23 Jahren wurden in Ehrhoff und Endras wieder zwei deutsche Spieler in das WM-All-Star-Team gewählt. Dies war zuletzt Udo Kießling und Gerd Truntschka 1987 gelungen. Endras erhielt sogar als erster Deutscher überhaupt die Auszeichnung des besten Spielers der WM. „Er war überragend“, lobte Reindl.

dpa

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Tschechien hat den Erzrivalen Russland vom Eishockey- Thron gestoßen und wie vor neun Jahren bei der Weltmeisterschaft in Deutschland triumphiert. Die Tschechen um Altstar Jaromir Jagr siegten am Sonntag in Köln im Endspiel 2:1 (1:0, 1:0, 0:1) gegen den Rekordchampion und Weltmeister der vergangenen beiden Jahre.

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