Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt München 2018 hofft auf Ruhe vor dem finalen Sturm
Sport Sport-Welt München 2018 hofft auf Ruhe vor dem finalen Sturm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:31 09.05.2011
Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) hofft auf Ruhe für die Olympia-Bewerbung. Quelle: dpa
Anzeige

Die Münchner Olympia-Planer erhoffen sich Ruhe und Rückenwind vom positiven Bürgervotum in Garmisch-Partenkirchen, die Gegner bleiben kämpferisch. „Gestärkt, optimistisch und zuversichtlich“ geht die Bewerbungsgesellschaft in den Endspurt um die Olympischen Winterspiele 2018, der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach wertete den Ausgang der Abstimmung sogar als „klaren Sieg“. Die Opposition der „NOlympia“-Fraktion erkannte die Niederlage zwar an, sieht das Ergebnis aber als „blaues Auge“ für das bayerische Großprojekt.

„Ich bin sicher, dass das sehr positiv beim IOC aufgenommen wird, weil man das Gesamtbild einordnen muss“, erklärte Bach am Montag in einer Telefonkonferenz, „wenn man selbst im kritischsten Ort diese hohe Zustimmung hat, wird das ein Beweis mehr sein, welchen Fortschritt wir in der öffentlichen Zustimmung seit Dezember gemacht haben.“ Der Bürgerentscheid der Befürworter hatte am Sonntag eine Zustimmung von 58,07 Prozent erzielt. In einer IOC-Geheimumfrage im Dezember 2010 hatten 61 Prozent aller Deutschen Olympische Winterspiele 2018 in München befürwortet.

Anzeige

Nach der monatelangen Konfrontation mit den Olympia-Gegnern zeigte sich Michael Vesper, Aufsichtsratschef der Bewerbungsgesellschaft, „froh, dass diese nervige Auseinandersetzung jetzt vorbei ist“. 58 Tage vor der Vergabe der Spiele will München 2018 die letzten Vorbereitungen auf das wohl entscheidende technische Briefing am 18. Mai im IOC-Hauptquartier in Lausanne mit Hochdruck vorantreiben. An diesem Dienstag wird der Prüfbericht der IOC-Evaluierungskommission veröffentlicht, der als wichtige Orientierungshilfe für die IOC-Mitglieder vor der Abstimmung am 6. Juli im südafrikanischen Durban gilt. Münchens Mitstreiter im Dreikampf sind der südkoreanische Favorit Pyeongchang und der französische Vertreter Annecy.

„Wir haben ein klares Votum, das den Rücken stärkt. Wir gehen sehr optimistisch in die Endentscheidung am 6. Juli in Durban“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Auch Außenminister Guido Westerwelle schloss sich der allgemeinen Erleichterung an und freute sich über die „sehr gute Nachricht“. Winterspiele 2018 in Deutschland würden, so Westerwelle, als Signal dienen für die Weltoffenheit des Landes.

Bach war „sehr glücklich, dass die schweigende Mehrheit zur sprechenden Mehrheit geworden ist“ und appellierte an die olympische Opposition, sich an „die demokratischen Spielregeln“ zu halten und zu akzeptieren, dass eine Entscheidung gefallen ist. Es solle nicht auf Umwegen versucht werden, dieses „klare Bürgervotum zu umgehen oder zu konterkarieren“. Der konkurrierende Entscheid der Olympia-Gegner hatte mit 49,41 Prozent eine Mehrheit knapp verpasst.

Axel Doering, Mitinitiator des Begehrens gegen die Winterspiele, räumte ein, man könne die Bewerbung „nun nicht mehr stoppen“. Trotzdem werde überlegt, „die Rechtmäßigkeit der IOC-Verträge überprüfen zu lassen“. Zudem wollen die Olympia-Gegner die Bewerbung weiterhin „kritisch“ beobachten.

dpa