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Sport-Welt Mozart schlägt Tiger
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16:51 22.11.2013
Magnus Carlsen (li.) hat Titelverteidiger Viswanathan Anand (re.) im Kampf um die Schachweltmeisterschaft geschlagen. Quelle: dpa
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Chennai

Magnus Carlsen ist mit nur 22 Jahren neuer Schach-Weltmeister. Am Ende einer fast fünfstündigen Partie zwang der Norweger Titelverteidiger Viswanathan Anand zum Remis und sicherte sich damit schon nach dem zehnten Spiel den Gesamtsieg des Turniers im indischen Chennai. „Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich gewonnen habe“, sagte Carlsen im Anschluss an das Match.

Über die 65 Spielzüge verlor der „Mozart des Schachs“ mit Weiß nie die Kontrolle. Das Spiel begann ungewöhnlich schnell. Einen Patzer Anands nach gut zwei Stunden ließ der Norweger ungenutzt. Der 43 Jahre alte Inder kämpfte über Stunden, sah schließlich aber keine Chance mehr auf einen Sieg. Die Kontrahenten tauschten ihre Figuren ab, bis nur noch die Könige und ein Springer auf dem Feld standen. Ein Matt war unmöglich geworden.

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Anand, der seit 2007 Weltmeister war, gratulierte dem Sieger. Er wolle sich nun erst einmal ausruhen, sagte er sichtlich erschöpft, dann sehe man weiter. Im Verlauf des Duells hatte der „Tiger von Madras“ bereits drei Spiele durch Fehler verloren. Um seinen Titel nicht einzubüßen, hätte er drei Siege in Serie gebraucht. So reichte das Remis für Carlsen, um bereits im zehnten von zwölf angesetzten Spielen die notwendigen 6,5 Punkte zu erreichen. Anand kam durch die sieben Unentschieden auf insgesamt 3,5 Punkte.

Damit ist Carlsen einer der jüngsten Schach-Weltmeister der Geschichte. Der Russe Garri Kasparow war 1985 ebenfalls 22 Jahre alt, als er Weltmeister wurde. Carlsen feiert am 30. November seinen 23. Geburtstag - und ist damit ein paar Monate älter als sein ehemaliger Trainer damals. Der Ukrainer Ruslan Ponomarjow eroberte den Titel 2002 sogar mit 18 Jahren. Allerdings war die Schach-Welt von 1993 bis 2006 in zwei rivalisierende Verbände gespalten. Der Weltmeister im sogenannten klassischen Schach, Wladimir Kramnik, galt als besserer Spieler.

Allein in Indien und Norwegen verfolgten nach Angaben der Veranstalter mehr als 100 Millionen Menschen das Turnier vor dem Fernseher, im Rest der Welt sollen seien es mindestens noch einmal so viele gewesen. „Ich hoffe, dadurch etwas Aufmerksamkeit auf Schach zu lenken“, sagte Carlsen, den seine Heimat wie ein Popstar feiert.

dpa

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