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Sport-Welt Medaillentraum für Angelique Kerber geplatzt
Sport Sport-Welt Medaillentraum für Angelique Kerber geplatzt
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16:23 02.08.2012
Für Angelique Kerber endete der Traum von der Olympiamedaille im Viertelfinale. Quelle: dpa
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London

 Von ihrem Medaillentraum musste sich Angelique Kerber in Wimbledon verabschieden, ihre erste Teilnahme an den Olympischen Spielen wird die deutsche Nummer eins aber dennoch in bester Erinnerung behalten. „Schade, dass es nur einmal in vier Jahren ist“, sagte die Kielerin am Donnerstag nach ihrer 4:6, 5:7-Niederlage im Viertelfinale des Tennis-Wettbewerbes gegen die weißrussische Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka. „Es war ein unglaubliches Gefühl, hier dabei zu sein.“

Während ihre Fed-Cup-Kollegin Julia Görges, die am Tag zuvor im Achtelfinale an der Russin Maria Kirilenko gescheitert war, London am Donnerstag bereits wieder verließ, will Kerber trotz des Ausscheidens noch ein paar Tage bleiben. „Ich weiß es noch nicht ganz genau, aber ich würde mir schon noch gerne ein paar andere Sportarten ansehen“, sagte die 24-Jährige.

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Trotz des Ausscheidens zog sie ein positives Fazit. „Jeder redet hier von Medaillen, aber das ist ein weiter Weg. Wenn mir einer vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich bei Olympia im Viertelfinale stehe, hätte ich sofort unterschrieben.“

Kerber erwischte auf dem Centre Court einen Fehlstart und lag nach einem schnellen Aufschlagsverlust prompt mit 0:3 durch. „Ich habe zu lange gebraucht, um reinzukommen“, sagte sie selbstkritisch. Doch dann arbeitete sich die norddeutsche Kämpfernatur wie schon so oft in diesem Jahr zurück ins Match und lieferte Asarenka von nun an einen packenden und phasenweise hochklassigen Schlagabtausch.

Zum 3:4 nahm sie ihrer Gegnerin mit dem vierten Breakball ebenfalls das Service ab. Kerber ballte die Faust, auf der Tribüne applaudierten Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner und Team-Leiter Patrik Kühnen nach einem der besten Ballwechsel des bisherigen Turniers im Stehen. Das Geschehen auf dem Rasen wogte nun hin und her.

Die Aufholjagd und die vorherigen sechs Partien in fünf Tagen hatten allerdings zu viel Kraft gekostet. Asarenka nutzte wenig später eine kleine Schwächephase von Kerber und entschied den ersten Durchgang nach 48 Minuten mit dem ersten Satzball für sich.

Auch im zweiten Abschnitt geriet Kerber sofort wieder ins Hintertreffen. Doch die Linkshänderin fightete weiter und wehrte beim Stand von 3:5 sogar drei Matchbälle ab, die ersten beiden jeweils mit Netzrollern. „Ich habe in diesem Jahr ja schon einige solcher Spiele gedreht. Deshalb habe ich auch heute bis zum Ende dran geglaubt“, sagte Kerber. Zum 4:5 gelang ihr erneut ein Break, Asarenka zeigte sich aber ungerührt. Mit ihrem vierten Matchball machte die Weißrussin nach 1:46 Stunden ihren Halbfinaleinzug perfekt.

Auch die britische Tennis-Hoffnung Andy Murray kämpft am Wochenende um die Medaillen. Angefeuert von Prinz William und dessen Frau Kate ließ der Wimbledon-Finalist dem Spanier Nicolas Almagro beim 6:4, 6:1 keine Chance und steht ebenfalls im Halbfinale.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.