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Sport-Welt Marathonstarter aus aller Welt gedenken Opfer von Boston
Sport Sport-Welt Marathonstarter aus aller Welt gedenken Opfer von Boston
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09:24 22.04.2013
Foto: Auf der Reeperbahn morgens um neun: Das Läuferfeld sorgt in St. Pauli für ungewohnten Vormittagsverkehr.
Auf der Reeperbahn morgens um neun: Das Läuferfeld sorgt in St. Pauli für ungewohnten Vormittagsverkehr. Quelle: dpa
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London/Hamburg

Premieren-Marathon im von Israel besetzten Westjordanland, der an der Geburtskirche in Bethlehem gestartet wurde und an Sperranlagen sowie Flüchtlingslagern vorbeiführte, gewann noch an Bedeutung nach dem Anschlag von Boston für die Läufer. Ein Teilnehmer trug ein Kleidungsstück mit dem Schriftzug „Tut niemandem mehr weh!“.

Den größten Grund zum Feiern hatten 35.000 Läufer in London, 18.000 in Hamburg und 600 in Bethlehem nach ihren Rennen, weil es nicht nur an diesen drei Orten friedlich geblieben war. Auch in Budapest, Warschau, Saloniki, Leizig und La Coruña gab es keine Zwischenfälle, ebenso nicht bei einem Volkslauf im New Yorker Central Park. Nur ein Pappkarton sorgte kurzzeitig für Aufregung in Hamburg: Das herrenlose Objekt war am U-Bahnhof Schlump gefunden worden und hatte eine kurzfristige Unterbrechung des Verkehrs auf der Linie U 3 zur Folge. Nach der Bergung durch die Polizei gab es indes schnell Entwarnung, weil der Kartoninhalt harmlos war.

Sicherheit wurde dennoch bei allen Läufen groß geschrieben. In Hamburg waren 400 Beamte im Einsatz, in London hatte Scotland Yard die Zahl der Polizisten um 40 Prozent erhöht, nannte aber keine Zahlen. Doch die Prominenz machte sich weder auf noch am Rande der Strecke rar. Prinz Harry, Enkel der britischen Königin und aktuelle Nummer 3 der Thronfolge, war wie geplant zum London-Marathon gekommen und ließ sich gut gelaunt mit den schnellsten Läufern fotografieren. „Niemand hat seine Pläne geändert, und es lief alles sehr gut, so wie immer“, sagte der Prinz dem britischen Fernsehen BBC.

In Hamburg setzte das Ehepaar Klaus und Monika Togler ein besonderes Zeichen. Beide waren am Montag in Boston gelaufen und zum Zeitpunkt der Anschläge nur rund 100 Meter von der Explosionsstelle entfernt gewesen. Beide blieben aber unverletzt und liefen in der Hansestadt in den gelb-blauen Shirts, die sie beim Marathon an der amerikanischen Ostküste getragen hatten. „Das ist eine Liebeserklärung und eine Solidaritätsbekundung an Boston. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir uns von den Ereignissen in Boston nicht beeindrucken oder unterkriegen lassen“, sagte der 61-jährige Klaus Togler.

Die beste Marathonzeit des Sonntags wurde mit 2:05:30 Stunden in Hamburg gelaufen – vom Kenianer Eliud Kipchoge. Er war bei seinem Debüt gut eine halbe Minute schneller als London-Sieger Tsegaye Kebede aus Äthiopien (2:06:04). Schnellste Frauen waren die Litauerin Diana Lobacevske (2:29:17) in Hamburg und Priscilla Jeptoo aus Kenia in London. Sie stellte mit 2:20:15 Stunden eine Weltjahresbestzeit auf.

 dpa/r