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Sport-Welt „Major Tom“ Watson sagt Goodbye und kann nicht aufhören
Sport Sport-Welt „Major Tom“ Watson sagt Goodbye und kann nicht aufhören
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14:21 17.07.2010
Sagt „Goodbye“: Golf-Legende „Major Tom“ Watson. Quelle: dpa
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Gentleman Tom Watson zelebrierte sein „Goodbye“ in St. Andrews so stilvoll wie es vor ihm schon Golfgrößen wie Jack Nicklaus oder Arnold Palmer getan hatten. Der fast 61-Jährige stützte eine Hand auf die legendäre Swilcan Bridge, beugte sich über das Mauerwerk, küsste die historischen Steine und huldigte den Fans, die seinen Weg zum „Sin Valley“ am 18. Grün säumten.

Als der Applaus und die „We love you, Tom“-Rufe für den fünfmaligen British-Open-Sieger lauter wurden, stellte sich Watson auf die Brücke, winkte mit seiner Kappe ins Publikum und reckte den Daumen in Siegerpose nach oben. „St. Andrews habe ich nicht gemocht, als ich 1978 das erste Mal hier gespielt habe. Aber es hat mir immer besser gefallen und jetzt habe ich es lieben gelernt.“ Das Kompliment kam Watson über die Lippen, als der Grand Seigneur dem ältesten und wichtigsten Major-Golfturnier Adieu sagte. Keine Träne floss ihm dabei übers zerfurchte Gesicht.

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„Old Tom Watson“ hatte auf der letzten Major-Runde seiner unglaublichen Golfkarriere in St. Andrews noch einmal alle Emotionen bei sich und seinen Fans geweckt. Und er enttäuschte sie nicht, als er standesgemäß die 18 unterhalb des legendären Clubhauses mit einem Birdie beendete. Dass er den Cut verpasste, fiel nicht ins Gewicht. Nicklaus war es nicht anders ergangen, als er dort 2005 den letzten Schlag gemacht hatte.

„Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Als ich über die Swilcan Bridge ging, musste ich an Arnold und Jack denken. Die beiden haben ihre letzte Open auch in St. Andrews gespielt. Aber meine letzte Open ist es noch nicht, so Gott will“, kündigte Watson an. Die Veteranen dürfen laut Reglement die British Open, die im Fünf-Jahres-Rhythmus in St. Andrews ausgetragen wird, nur bis zum 65. Lebensjahr spielen. Aber Watson fühlt sich fit - auch im Kampf gegen den Nachwuchs, wie den 18-jährigen Ryo Ishikawa aus Japan, der den Amerikaner als Spielpartner auf seiner Ehrenrunde begleitet hatte.

Unvergessen ist Watsons Auftritt 2009 in Turnberry bei der 138. British Open. Vier Runden stand er mit ganz oben auf dem Leaderboard. Die Gazetten hatten nur noch den „Golf-Opa“ im Visier, der drauf und dran war, das Rad der Zeit zurückzudrehen und als erster einen Grand Slam mit fast 60 Jahren zu gewinnen. Aber als Watson mit „zittriger Hand“ zum entscheidenden Putt ausholte, verließen ihn die „Golfgötter“, die er immer wieder als seine hilfreichsten Begleiter zitiert hatte.

„In St. Andrews haben die Menschen größten Respekt vor ihrem Spiel, dem Golf, und ich habe größten Respekt, wie Golf hier gespielt wird. Die Schotten haben das Spiel erfunden und lieben es mehr als alle anderen. Ich genieße das“, sagte Watson mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen. Auch deswegen geht seine wunderbare Zeitreise weiter: „Major Tom“ kann es einfach nicht lassen.

dpa

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