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Sport-Welt Kiel soll Segel-Standort für Olympia 2024 werden
Sport Sport-Welt Kiel soll Segel-Standort für Olympia 2024 werden
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16:44 13.04.2015
Bei der Hamburger Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 werden die Segelregatten vor Kiel eingeplant.
Bei der Hamburger Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 werden die Segelregatten vor Kiel eingeplant. Quelle: Symbolbild
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Kiel

Kiel hat den norddeutschen Vierkampf als olympischer Segelpartner von Hamburg gewonnen. Sollte die Hansestadt 2024 die Sommerspiele ausrichten, würde auf der Kieler Förde gesegelt. „Die Kommission hat sich für die Stadt mit Weltruf für den Segelsport entschieden“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, am Montag in Hamburg. Der Zuschlag für Kiel sei „einmütig“ gefallen.

„Die internationale Durchsetzungsfähigkeit muss oberstes Gebot sein“, begründete Hörmann die Wahl. Eine Segel-Auswahlkommission unter Leitung von DOSB-Vorstand Bernhard Schwank hatte sich in der vergangenen Woche in den Küstenstädten ein Bild von allen vier Segelrevieren gemacht. Neben Kiel hatten sich auch Lübeck-Travemünde, Rostock-Warnemünde und Cuxhaven Chancen ausgerechnet.

Deutschland ist ein Segel-Land

„Alle vier Städte haben untermauert, dass Deutschland echtes Segel-Land ist“, sagte Schwank. Kiel hatte schon im Vorfeld als leichter Favorit gegolten. Die Stadt hatte bereits 1936 und 1972 die olympischen Regatten veranstaltet und ist in Deutschland einziger Segel-Olympiastützpunkt.

Warum die unterlegenen Segel-Kandidaten nicht das Rennen gemacht hatten, wollte Schwank nicht erläutern. Vielmehr zählte er die Vorteile Kiels auf: ein anspruchsvolles Segelrevier, die Nähe zu den Zuschauern, weitere Flächen für das olympische Segeldorf sowie die schnelle Anbindung an die Bewerberstadt Hamburg. Die Stadt hatte außerdem mit der traditionsreichen Kieler Woche gepunktet.

Cuxhaven hat die Entscheidung für Kiel als Segel-Standort bei der Hamburger Olympia-Bewerbung als fairer Verlierer aufgenommen. „Gratulation an Kiel. Sehr enttäuscht bin ich nicht, aber es ist schade“, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Ulrich Getsch am Montag.

Der Deutsche Segler-Verband (DSV), der mit Vertretern der Hansestadt und des DOSB die Auswahlkommission für den Standort gebildet hatte, zeigte sich erfreut über die rasche Entscheidung. „Kiel braucht man im Segelsport und darüber hinaus nicht mehr erklären“, sagte DSV-Präsident Andreas Lochbrunner.

Nach dem Zuschlag des DOSB sollen die Hamburger im Herbst in einem Referendum entscheiden, ob sie das Großereignis in ihre Stadt holen wollen. Auch die Kieler sollen nach Angaben des Hamburgers Sportsenators Michael Neumann (SPD) abstimmen, voraussichtlich am selben Tag wie Hamburg.

Neben Hamburg mit Kiel bewerben sich um die Austragung des größten Sportspektakels der Welt auch Boston und Rom. Am Montag gab außerdem auch der Pariser Stadtrat mit breiter Mehrheit grünes Licht für eine Kandidatur. Die offizielle Kandidatur muss die Stadt nach Detailausarbeitungen gemeinsam mit dem Nationalen Olympischen Komitee einreichen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt 2017 den Austragungsort der Sommerspiele 2024 fest.

Der Segelstandort Kiel

17 Kilometer Förde, kilometerlange Sandstrände, drei Hochschulen, tausende Unternehmen, 12 Museen, rund 240 000 Menschen: Das ist Kiel. Das und natürlich der Wassersport. Segeln gehört zur Identität der Stadt, die sich selbst „SailingCity“ nennt. Hier wird jährlich mit der Kieler Woche die weltgrößte Segelveranstaltung ausgerichtet. Außerdem hat die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Erfahrung mit olympischen Segelregatten. 1936 und 1972 wurden diese Wettkämpfe hier ausgetragen. Zudem ist hier Deutschlands einziger Segel-Olympiastützpunkt beheimatet. Viele Segler der Nationalmannschaft trainieren und leben hier. Der Kieler Yacht-Club ist mit knapp 1400 Mitgliedern der zweitgrößte bundesweit. Insgesamt gibt es 9 Sporthäfen mit mehr als 2300 Liegeplätzen und jährlich bis zu 10 000 Gastliegern.
Für das Projekt Olympia gibt es viel Unterstützung in der Bevölkerung: Einer qualitative Online-Umfrage der Stadt zufolge glauben 82 Prozent der Befragten, dass die Bewerbung Kiels einen Mehrwert für die Region bringt.

dpa

13.04.2015
12.04.2015