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Sport-Welt Keine WM-Stimmung in Spanien
Sport Sport-Welt Keine WM-Stimmung in Spanien
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16:22 15.01.2013
Auch der volle Körpereinsatz der Spieler kann die Besucher nicht locken. Quelle: dpa
Barcelona

Granollers. Balonmano? Handball? Die Dame hinterm Empfangstresen im „Hotel Catalonia“, einem der offiziellen WM-Hotels, schaute ganz verdutzt. Und dann kam ihr die Erleuchtung: „Ah, FC Barcelona!“ Dass gerade die Handball- WM stattfindet, das wusste sie nicht. Wie auch, in Barcelona ist nichts davon zu sehen. Keine Plakate, keine Fahnen oder Hinweistafeln. Selbst im WM-Hotel am Placa d'Espanya sucht man danach vergebens.

Für Jaume Fort Mauri (46), der von 1999 bis 2004 in Lemgo und Göppingen das Bundesliga-Tor hütete, kommt das nicht überraschend. Als einer von fünf „Competition directors“ des spanischen Organisationskomitees weiß der OK-Chef von Granollers um die Probleme und umschreibt sie mit einem Wort: „Finanzkrise.“ Den Ex-Nationalspieler, der 2005 seine Karriere beendet hat, hätte es nicht überrascht, wenn die WM ganz abgeblasen worden wäre. „Unsere Probleme waren immens. Es stand alles lange auf der Kippe.“ Die Krise führte dazu, dass Handball-Hochburgen wie Leon, Valladolid und Ciudad Real nein sagten oder ihren Ausrichterstatus zurückgaben. Auch reichlich Sponsoren winkten ab, obwohl dafür extra beschlossene Steuervergünstigungen lockten. „Doch wer kein Geld hat, kann kein Geld ausgeben“, sagt Fort Mauri. Dementsprechend schmolz der Etat und die Anzahl der Helfer. „Unterm Strich haben wir jetzt die gleiche Arbeit mit viel weniger Leuten machen müssen.“

Dass Schmalhans WM-Küchenmeister ist, ist überall zu spüren. Kalte Hallen, fehlende Shuttles und Infomaterialien, kaum Werbung. Bei Pressekonferenzen müssen Volunteers als notdürftige Dolmetscher aushelfen. Und: Bei Eintrittspreisen von nur 15 Euro für drei Spiele sind selbst die Vorrundenspielorte nicht ausverkauft. Die Spanier haben andere Probleme, mit 25 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in ganz Europa. Einen finanzkräftigen Sponsor hat das OK nicht gefunden. Die WM wird so von der öffentlichen Hand finanziert. Ein Minus wird erwartet.

Nicht genug: In Madrid kam es Ende November in der WM-Arena bei einer Halloween-Party zu einer Massenpanik mit vier Toten, weil Fluchtwege nicht erreichbar waren. Die Behörden sperrten daraufhin die Halle, in der eigentlich der Gastgeber spielen sollte. „Alles war geregelt, sämtliche TV-Anstalten hatten die Arena schon besichtigt“, erzählt Fort Mauri. Als Ersatz wählte das OK die „Caja Magica“ in Madrid, die 12.000 Zuschauer fasst. Doch dafür musste der Fan-Transport, der Ticketverkauf neu organisiert werden. Bitter: Zum spanischen WM-Auftakt kamen so nur 8000 Fans.

Auch die Liga Asobal ist in der Krise. Der Gesamtetat ist auf 25 Millionen Euro geschrumpft (Bundesliga: 76 Mio. Euro). „Es kommen immer weniger Zuschauer. Und viele Klubs können ihre Spieler nicht mehr bezahlen“, weiß der argentinische Torhüter Matias Carlos Schulz um ausbleibende Gehälter und schwarze Kassen. Sein Klub Anaitasuna gelte dabei neben dem FC Barcelona und Ciudad Real als Ausnahme. „Wir bekommen unser Geld pünktlich“, erklärt Schulz und findet es schade: „Die WM ist zum ungünstigsten Zeitpunkt nach Spanien gekommen.“

von Jens Kuerbis

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