Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Kein Hannoveraner bei Leichtathletik-WM in Berlin dabei
Sport Sport-Welt Kein Hannoveraner bei Leichtathletik-WM in Berlin dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 02.08.2009
Von Carsten Schmidt
Absturz: Wie beim Sparkassen-Cup scheiterte Eike Onnen an der WM-Qualifikationshöhe. Quelle: Florian Petrow
Anzeige

Bei der Gala des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) in Wattenscheid verpasste der Weltmeisterschafts-Siebte von 2007 abermals die geforderte Norm von
 2,31 Metern. Nach drei Fehlversuchen über 2,20 Meter standen am Ende nur 2,10 Meter in der Ergebnisliste.

„Natürlich bin ich total enttäuscht“, sagte der Hochspringer. Er sah die Ursache für sein Scheitern in „Problemen mit der Hüfte nach einem Ermüdungsbruch“. „Ich werde jetzt erst einmal in den Urlaub fahren, um Abstand zu gewinnen“, ergänzte Onnen, „und das Fernsehgerät beim Hochsprung-Finale von Berlin werde ich ausgeschaltet lassen.“ Er betonte, dass das große sportliche Ziel die Olympischen Spiele 2012 in London blieben. „Ich möchte endlich mal wieder eine richtige Hallensaison bestreiten“, sagte der Hannoveraner, der unter dem Dach die Grundlage für seine famose Saison 2007 mit der persönlichen Bestleistung von 2,34 Metern gelegt hatte.

Anzeige

Eine Lehre zieht Onnen aus der missglücktem Saison, in deren Verlauf er nur bei den deutschen Meisterschaften mit seinem Siegesflug über 2,26 Meter überzeugte. „Ich setzte nicht mehr nur auf den Sport, sondern treibe auch meine Ausbildung voran.“ Das heißt, Abitur an der Abendschule oder einer Hamburger Fernschuleinrichtung. „Da könnte ich die Zeit zum Lernen besser einteilen.“

Auch Speerwerfer Stephan Steding von Hannover 96 verpasste in Wattenscheid die geforderte WM-Norm von
81 Metern klar und wurde mit 76,03 Metern Fünfter. Er hatte diese Weite zwar schon vor knapp zwei Wochen in Osterode übertroffen, gefordert sind aber zwei Wettkampfergebnisse über der Mindestleistung. Ein „Gnadenakt“ des DLV, Steding auch mit halber Norm nach Berlin fahren zu lassen, ist unwahrscheinlich. Tino Häber, dessen Fall ähnlich wie jener Stedings liegt, warf in Wattenscheid drei Meter weiter.

So findet ausgerechnet die Heim-WM 2009 ohne Athleten aus hannoverschen Vereinen statt. Aus Niedersachsen wurden die Marathonläufer Stefan Koch und Luminita Zaituc (beide LG Braunschweig) nominiert. Ferner starten der frühere 96er Helge Schwarzer (Hamburger SV) über 110 Meter Hürden und Susanne Hahn (Saar 05 Saarbrücken) im Marathon. Hahn startete unter ihrem Mädchennamen Ritter für den TKH.

Hoffnung für die Zukunft macht Moritz Waldmann (LGH). Der 23-Jährige blieb in Wattenscheid mit 3:38,80 Minuten erstmals unter der international bedeutsamen 3:40-Minuten-Marke und schob sich auf den 3. Rang in der deutschen Bestenliste.