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Sport-Welt Italiener Innerhofer Weltmeister im Super-G
Sport Sport-Welt Italiener Innerhofer Weltmeister im Super-G
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13:38 09.02.2011
Christof Innerhofer aus Italien (Bild) lag in 1:38;31 Minuten 6/10 Sekunden vor Reichelt.
Christof Innerhofer aus Italien (Bild) lag in 1:38;31 Minuten 6/10 Sekunden vor Reichelt. Quelle: dpa
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Im Ziel riss Weltmeister Christof Innerhofer die Arme in die Höhe und schrie seine Freude laut hinaus. Zwar standen die großen Favoriten nach der rasanten Fahrt des Italieners noch am Start. Aber der WM-Vierte von 2009 wusste zumindest schon, dass er im Super-G der Weltmeisterschaften von Garmisch-Partenkirchen auf eine Medaille hoffen durfte. Am Ende wurde es Gold für den 26-Jährigen, der den großen Sieganwärtern wie Bode Miller (USA), Didier Cuche (Schweiz) oder Aksel Lund Svindal (Norwegen) ein Schnippchen geschlagen hatte. „Ich habe Bode Miller gesehen, der hat auch voll riskiert. Ich hab’ mir gedacht: So muss man heute fahren“, sagte Innerhofer.

Mit 6/10 Sekunden Vorsprung gewann der einmalige Weltcup-Sieger vor dem Österreicher Hannes Reichelt und dem Kroaten Ivica Kostelic. „Während der Fahrt habe ich mir gesagt: Christof Vollgas, dieses Rennen ist alle zwei Jahre. Du bist immer nur 80 Prozent gefahren, jetzt fährst du volle Pulle“, sagte der Südtiroler, dessen Landsmann Patrick Staudacher 2007 gewonnen hatte. 5/100 Sekunden hatten Innerhofer vor zwei Jahren zum WM-Edelmetall gefehlt, bei Olympia schrammte er um 8/100 an einer Medaille vorbei.

Anders als beim Super-G der Damen am Vortag, als Maria Riesch beim Sieg von Elisabeth Görgl (Österreich) Bronze geholt hatte, spielten die beiden deutschen Starter am Mittwoch auf der eisigen Kandahar keine Rolle. „Es war ein brutaler Ritt. Das war ein Wahnsinnsgefühl, ins Ziel zu kommen“, sagte Andreas Sander, der das Rennen auf Platz 21 beendete. Der 21-Jährige kann in Garmisch-Partenkirchen Erfahrung sammeln, seine Zeit soll erst noch kommen. Der 25-jährige Tobias Stechert schied vor den Augen seiner frisch operierten Schwester Gina, für die die WM gelaufen ist, unverletzt aus. Seine Bindung war aufgegangen.

Titelverteidiger Cuche verlor schon im oberen Streckenstück viel Zeit und musste sich mit Rang vier begnügen. Andere Mitfavoriten wie Miller oder Walchhofer verspielten auf dem schwierigen Kurs durch Pech oder Fehler ihre Chancen. „Ich war gut unterwegs. Dann habe ich mit dem Arm touchiert. Das war so blöd, das hat mich aus der Spur gebracht“, sagte Miller. Der Kombinations-Olympiasieger verlor einen Stock und fuhr aufrecht ins Ziel. Zumindest kurzzeitig war es noch die drittbeste Zeit.

Selbst Bronzemedaillengewinner Kostelic, Führender im Gesamtklassement, stöhnte über die anspruchsvolle Aufgabe vor 10 000 Zuschauern. „Das war das schwierigste Rennen von allen Disziplinen, die ich je bestritten habe“, sagte der Kroate und der sechstplatzierte Romed Baumann (Österreich) fand die Fahrt auch nicht wirklich lustig. „Man kommt sich brutal beschissen vor. Vom Start weg völlig unruhig, du baust kein richtig gutes Gefühl auf.“

Zahlreiche Fahrer sahen das Ziel der Kandahar nicht - wie Stechert schieden weit über 20 Skirennfahrer aus. Sander kämpfte sich dagegen nach unten. „Für sein Alter ist das schon okay, was er zeigt. Für die Kulisse und die brutale Piste war das zufriedenstellend“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Österreichs Herren durften sich dank Reichelt, der die WM-Generalprobe in Hinterstoder gewonnen hatte, über die erste Speedmedaille seit 2007 freuen. Bei den Weltmeisterschaften 2009 waren sie ebenso wie bei Olympia leer ausgegangen.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.