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Sport-Welt Hockey-Damen glauben bei der WM an sich
Sport Sport-Welt Hockey-Damen glauben bei der WM an sich
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11:47 09.09.2010
Nächste Hürde: Halbfinale.
Nächste Hürde für die deutschen Hockey-Damen: Halbfinale. Quelle: dpa
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Bei der letzten WM-Finalteilnahme eines deutschen Damenhockey-Teams war knapp die Hälfte des Kaders von Rosario noch gar nicht auf der Welt. Gut 24 Jahre nach dem 1:3 in Amsterdam gegen die Niederlande schickt sich die verjüngte Auswahl um „Küken“ Lena Andersch (18) nun an, wieder mal ins Endspiel einer Weltmeisterschaft einzuziehen.

Allerdings geht es am Freitag (00.30 Uhr/MESZ) bei der ersten WM-Halbfinalteilnahme seit 1998 gegen Gastgeber Argentinien, den Bundestrainer Michael Behrmann vor Turnierstart zum Top-Favoriten noch vor Titelverteidiger Niederlande erklärt hat. „Im Halbfinale ist alles möglich“, weiß der Hamburger aber auch. „Dann entscheiden Zentimeter, dann wird alles durch ganz wenige Faktoren entschieden.“

Auch seine Spielerinnen haben in Rosario bei vier Siegen und dem unglücklichen 1:2 gegen die Niederlande viel Selbstvertrauen getankt. Sie trauen sich mittlerweile zu, im ausverkauften Estadio Mundalista vor 12 000 tosenden einheimischen Hockey-Fans cool zu bleiben. „Ich glaube, wir können jeden schlagen“, glaubt die im bisherigen WM- Verlauf überragende Torfrau Kristina Reynolds. Auf die Hamburgerin wird es gegen die in all’ ihren fünf Turnierspielen siegreich gebliebenen Südamerikanerinnen besonders ankommen.

Davor soll die Achse der Routiniers um Abwehrchefin Tina Bachmann (32), Spielführerin Fanny Rinne (30) und Rekord-Nationalspielerin Natascha Keller (33) die „jungen Wilden“ im Team zum nächsten Sieg führen. „Endlich ist das Stadion mal voll. Es wird bombastisch und richtig Spaß machen. Das Spiel ist noch nicht verloren, wird sind zu einigem in der Lage“, sagte Fanny Rinne, die wie Bachmann und Keller auch schon beim Olympiasieg 2004 und dem EM-Titelgewinn 2007 dabei war.

Bei WM-Turnieren war die DHB-Elf dagegen schon lange nicht eben erfolgreich: Zuletzt sprang 2006 in Madrid gar nur der deprimierende achte Rang heraus, 2002 in Perth lief es kaum besser - Platz sieben.

1998 in Utrecht wurde Deutschland immerhin Dritter. Genau dieses Turnier macht Mut, denn damals wurde im „kleinen Finale“ Argentinien 3:2 besiegt. „Wir werden uns auch jetzt nicht verstecken, sondern unsere Chancen haben und mit unseren Mitteln den Weg weitergehen“, so Behrmann, der eine Wiederholung dieses Coups nicht für ausgeschlossen hält. Dann könnte es im Finale eventuell gegen die Niederlande (trifft zuvor auf England) zur WM-Revanche für das 1:3 vom 24. August 1986 kommen: Damals waren sechs der 16 deutschen WM-Spielerinnen noch nicht geboren und zwei weitere gerade erst ein paar Wochen alt.

dpa