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Sport-Welt Heiner Brand tritt als Handball-Bundestrainer zurück
Sport Sport-Welt Heiner Brand tritt als Handball-Bundestrainer zurück
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20:06 16.05.2011
Von Norbert Fettback
Heiner Brand verabschiedet sich voraussichtlich Ende Juni von der Trainerbank der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Quelle: dpa
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Am Mittwoch soll an der Sportschule Kamen-Kaiserau, zum Abschluss eines dreitägigen Lehrgangs der Nationalmannschaft, auf einer Pressekonferenz über Brands Entschluss informiert werden, nach 14 Jahren einen Schlussstrich zu ziehen. Als Nachfolger hat offenbar Martin Heuberger, seit 2006 Assistent des Weltmeistercoaches von 2007, gute Chancen. Ihm zur Seite soll nach Informationen des NDR der frühere Nationalspieler Christian Schwarzer stehen. Auch der Isländer Dagur Sigurdsson vom Bundesligisten Füchse Berlin wird als neuer Bundestrainer gehandelt. Der 58-jährige Brand soll von Juli an eine andere verantwortliche Position im DHB übernehmen.

„Heiner ist das Gesicht des deutschen Handballs, ein guter und erfolgreicher Trainer und ein Mann mit Charakter. Wenn so ein Mann gehen sollte, ist das natürlich eine schwierige Situation“, sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier am Montag. Auch im Ausland wurde Bedauern laut. Juan Carlos Pastor, langjähriger Nationaltrainer Spaniens, sagte am Rande der Vereins-WM in Doha: „Es ist schade, dass Heiner aufhört. Ich hoffe, dass er dem Handball nicht verloren geht.“

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Der Gummersbacher bereitet die Nationalmannschaft seit Montag in Kaiserau auf die bevorstehende Qualifikation zur EM 2012 vor. Die beiden Partien am 8. Juni gegen Tabellenführer Österreich und vier Tage später gegen Lettland wären somit die letzten Spiele für Brand als Bundestrainer. Das DHB-Team benötigt drei Punkte, um bei der EM in Serbien dabei zu sein und sich nach der verpatzten WM, wo es für die Deutschen nur zu einem enttäuschenden 11. Rang reichte, doch noch für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren.

Eigentlich gilt Brands Vertrag bis Juni 2013. Doch nun ist wohl nach 391 Länderspielen auf der Trainerbank Schluss für den Mann mit dem markanten Schnauzer, der angesichts mäßiger Erfolge sowie nach vielen vergeblichen Appellen für mehr Unterstützung aus der Bundesliga für die Nationalmannschaft zuletzt seine Zukunftsplanung offen gelassen hatte. Das führte immer wieder zu Spekulationen über einen Rücktritt. Ein Hinweis auf einen vorzeitigen Abgang war auch die Gründung einer sogenannten Task Force beim DHB. Ein Auftrag lautete, einen Brand-Nachfolger zu finden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.