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Sport-Welt Ein kleines Happy End
Sport Sport-Welt Ein kleines Happy End
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00:19 21.05.2014
Von Norbert Fettback
Vor allem Publikumsliebling Rydergard, der gestern auch als „Spieler der Saison“ geehrt wurde, wird man in der nächsten Saison vermissen.
Vor allem Publikumsliebling Rydergard, der gestern auch als „Spieler der Saison“ geehrt wurde, wird man in der nächsten Saison vermissen. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Es gab Blumen und jede Menge Präsente. Gustav Rydergard und Alvaro Ferrer, die gestern offiziell verabschiedet wurden, hatten schwer zu tragen. Und waren den Tränen nahe, als Beifall aufbrandete und auf der Videowand noch einmal Szenen aus ihrer Handballzeit bei den TSV Hannover-Burgdorf eingespielt wurden. Dann noch mal die Hände hoch als Gruß an die große Runde – vor allem Publikumsliebling Rydergard, der gestern auch als „Spieler der Saison“ geehrt wurde, wird man in der nächsten Saison vermissen.

Einen Sieg gegen den VfL Gummersbach als Draufgabe, den gab es allerdings nicht im letzten Heimspiel dieser Bundesligasaison. Die Mannschaft von Trainer Christopher Nordmeyer musste sogar zufrieden sein, dass es zu einem 30:30 (16:13) reichte. Da waren ein Kraftakt und ein Quäntchen Glück nötig, um nach einem 28:30-Rückstand (58. Minute) noch den Ausgleich zu schaffen.

Rydergard, der aufgrund einer Knieoperation seit Wochen nur Zuschauer ist, verfolgte das letzte Heimspiel von der Tribüne, Ferrer durfte noch mal ran zum Abschied und steuerte zwei Tore zum Punktgewinn bei, der der TSV zumindest den 9. Tabellenplatz sicherte – das verdient allenthalben Respekt. Dass der Spanier seine Stärken nicht unbedingt in der Offensive hat, das wurde erneut deutlich – und da aus dem Rückraum in dieser Hinsicht künftig mehr kommen soll, ist der Isländer Olafur Gudmundsson verpflichtet worden. Noch ein Neuer soll bald folgen, wie Geschäftsführer Benjamin Chatton ankündigte.

Es lag beileibe nicht allein an Ferrer, dass aus einem schon sicher geglaubten Sieg – die TSV führte zwischenzeitlich mit sechs Toren (14:8, 21.) – um Haaresbreite eine Niederlage geworden wäre. In der Chancenverwertung sündigten Torge Johannsen und Co. gewaltig, hinzu kamen im 2. Durchgang offensichtliche Abwehrschwächen. „Entweder unsere Wurfentscheidungen waren schlecht, oder Carsten Lichtlein war gut“, sagte Nordmeyer, der lediglich damit zufrieden war, „dass wir in der Schlussphase den Kopf oben behalten haben“. Kritisch wurde es Mitte der 2. Halbzeit, als beim Stand von 24:23 (46.) Johannsen zweimal in Folge freistehend den Ball nicht am Nationaltorwart des VfL vorbei im Netz unterbrachte und sich Csaba Szücs auch noch seine dritte Zeitstrafe einhandelte. Das wirkte wie ein Signal an den VfL, seine Chance zu suchen.

Chatton sprach anschließend mit ein wenig Sarkasmus davon, die TSV-Spieler hätten in dieser Phase „Wurftraining“ betrieben. Nordmeyer rügte, seine Mannschaft hätte das Spiel früher zu ihren Gunsten entscheiden müssen. Zweimal zogen die Gummersbacher auf zwei Tore davon, ehe es das kleine Happy End gab. Mit diesem Stehvermögen in kritischen Phasen beeindruckt die Mannschaft immer wieder. Und auf Spannung haben die Fans schon längst ein Abonnement.
Tore für die TSV: Johannsen (6/davon 2 Siebenmeter), Lehnhoff (5/1), Sevaljevic (5/2), Hykkerud, Patrail, Szücs (alle 3), Buschmann, Ferrer (beide 2) und Andreu – VfL: Santos (8), Putics (7,) von Gruchalla (6), Kopco (3), J. Larsson, Schindler und Schröder (alle 2) – Zuschauer: 3687– Strafminuten: 14/0 – Nächstes Spiel: MT Melsungen – Hannover-Burgdorf (Sbd., 16.30 Uhr).

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