Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Heimsiege beim Hannover-Triathlon
Sport Sport-Welt Heimsiege beim Hannover-Triathlon
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:37 07.09.2009
Mit zwei Heimsiegen endete der Hannover-Triathlon über die olympische Distanz.
Mit zwei Heimsiegen endete der Hannover-Triathlon über die olympische Distanz. Quelle: Ulrich zur Nieden
Anzeige

Als Katrin Richter die Ziellinie am Nordufer des Maschsees überquerte, strahlte sie über das ganze Gesicht. Sie riss die Arme hoch und nahm voller Stolz ihre Medaille entgegen. „Ich bin so glücklich, ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe“, sagte Richter. Die 39-Jährige hatte soeben ihren ersten Triathlon absolviert.

500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und dazu noch fünf Kilometer Laufen lagen nun hinter ihr. Mehr als eine Stunde und 50 Minuten hatte sie dafür gebraucht. Doch die Zeit spielte für die eigens aus Leipzig angereiste Sportlerin keine Rolle. „Mein einziges Ziel war mitmachen und ankommen“, sagte Richter. Und wie vielen anderen ist es ihr dabei auch völlig gleichgültig, dass Hunderte Triathleten vor ihr ins Ziel gekommen sind. „Im vergangenen Jahr habe ich noch 30 Kilo mehr gewogen, da musste was passieren“, erzählte Richter. „Das hier war meine Bewährungsprobe.“ Richters Beispiel zeigt, dass auch eine anspruchsvolle Sportart wie Triathlon von Anfängern mit Erfolg betrieben werden kann und man sich den Herausforderungen nur stellen muss. „Jetzt werde ich mir neue Ziele setzen. Im nächsten Jahr starte ich auf Zeit“, erklärte die 39-Jährige.

Dabei gab sie auch zu, dass sie nicht besonders viel trainiert hatte. Erst drei Wochen vor dem Triathlon habe sie täglich Krafttraining gemacht und dazu noch ihren Schwimmstil verbessert. „Der gehört nämlich nicht unbedingt zu meinen Stärken“, sagte Richter. Die ausgebildete Schauspielerin hob sich auch schon am Start von den übrigen Teilnehmern ab. Nur mit einem Badeanzug bekleidet sprang sie in den Maschsee. „Ich bin lange nicht so professionell wie die anderen Triathleten“, sagte Richter. „Ich besitze keinen Neoprenanzug, und meine Laufschuhe sind nicht die neuesten.“ Und auch ein Rennrad fehlte der Leipzigerin, sie ging mit einem einfachen Mountainbike auf die Strecke. „Das ist eigentlich viel zu langsam, aber auf der nassen Fahrbahn waren die dicken Reifen gar nicht so schlecht.“

Auf der großen Runde rund um Maschsee und Rathaus hatte so mancher Triathlet aufgrund der Witterung seine Probleme. „Zum Glück ist aber nichts passiert“, sagte Veranstalterin Stefanie Eichel. Knapp 500 Teilnehmer gingen bei dieser Sprintdistanz an den Start, insgesamt gab es 1570 Anmeldungen. Bereits am Sonnabend waren die Schüler und die Einsteiger beim Schnuppertriathlon gestartet. Wie schon bei der Premiere vor drei Jahren hatten Zuschauer und Sportler mit dem regnerischem Wetter zu kämpfen, doch ließen es sich die wenigsten anmerken. Rund insgesamt 6000 Besucher säumten die Strecke. „Das ist zwar kein neuer Rekord, geht aber durchaus in Ordnung“, sagte Eichel.

Für besonders gute Stimmung sorgten die Staffel-Triathleten und ihre Fans, die mit bunten Transparenten an der Strecke den Sportlern zujubelten. Jeweils drei Aktive hatten sich zusammengetan und kämpften gemeinsam um den Sieg. Einer schwamm, einer fuhr Rad, der Dritte lief. Martin Stubel war als Schlussläufer einer von ihnen. Mit seinem sechsjährigen Sohn Jasper an der Hand überquerte er die Ziellinie, wo ihn seine Teamkollegen schon erwarteten. „Wir bringen den Sport und die Gemeinschaft zusammen“, erklärte Stubel seine Begeisterung für diese Disziplin. „Wir haben viel Spaß zusammen und halten uns auch noch fit. Und jetzt gehen wir zusammen feiern.“ „Feiern“ – das war dann auch das Stichwort für Katrin Richter: „Auch wenn meine Füße jetzt schmerzen, so ein Tag verlangt einen gebührenden Abschluss.“

Heimsiege und Rekorde

Weder der Regen noch der 17 Grad Celsius kalte Maschsee hielt die Athleten davon ab, beim 3. Maschseetriathlon alles zu geben. Über die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) siegte Hauke Horstmann, der in Hannover lebt und für Buschhütten im Siegerland startet, in 2:02:24 Stunden. Bei den Frauen wiederholte Lena Brunkhorst ihren Sieg aus dem Vorjahr in 2:13:51 Stunden. Brunkhorst startet für Witten, studiert allerdings in Hannover. Auf der Sprintdistanz stellte Marc Andre Hagel mit 57:07 Minuten einen neuen Streckenrekord auf und unterbot die Vorjahreszeit um sieben Minuten. Eine tolle Leistung zeigte auch einer der jüngsten Teilnehmer: Der Langenhagener Jonas Schomburg (16) war nach 58:00 Minuten im Ziel. Bei den Frauen war Siegerin Nadine Baks (1:06:10) ebenfalls schnell unterwegs. Durch den Teilnehmerrekord hat der Maschseetriathlon Boden gutgemacht zum Wasserstadt-Limmer-Triathlon, der größten Veranstaltung dieser Art in Niedersachsen.

Von Stefanie Kopei

Uwe Kranz 03.09.2009
Björn Franz 31.08.2009