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Sport-Welt Der „fliegende Holländer“ hebt fünfmal ab
Sport Sport-Welt Der „fliegende Holländer“ hebt fünfmal ab
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00:15 21.05.2014
Von Björn Franz
Spaziergang zum Sieg: Adrie de Vries gewinnt im Sattel von Swacadelic (l.) souverän das Hauptrennen auf der Neuen Bult vor Rapido und Alexander Weis.
Spaziergang zum Sieg: Adrie de Vries gewinnt im Sattel von Swacadelic (l.) souverän das Hauptrennen auf der Neuen Bult vor Rapido und Alexander Weis. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Er gilt als einer der heißesten Anwärter auf den Sieg im Deutschen Derby. Und seit gestern wissen auch die Galoppsportfreunde in der Region Hannover, warum das so ist. Mit einem souveränen Sieg sicherte sich Swacadelic den Sieg beim Hauptereignis des 2. Renntages auf der Neuen Bult in Langenhagen. Auf der Zielgeraden ging der dreijährige Hengst im „Großen Preis von Schollglas“, einem internationalen Listenrennen, geradezu zum Sieg spazieren und dürfte nach dieser Vorstellung endgültig zu den Topfavoriten auf den Gewinn des wichtigsten deutschen Galopprennens gehören, das am 6. Juli in Hamburg-Horn gelaufen wird.

Doch nicht nur der Sieger, der im Besitz von Gestüt-Schlenderhan-Chef Georg Baron von Ullmann ist, legte bei Nieselregen vor 9300 Zuschauern einen starken Auftritt hin. Gleiches galt für seinen Jockey Adrie de Vries. Der Niederländer musste zwar im Sattel von Swacadelic nicht unbedingt Schwerstarbeit leisten, war aber für die Wetter am gesamten Renntag, der ganz im Zeichen des 300. Jubiläums der hannoversch-britischen Personalunion stand, so etwas wie ein Gewinngarant. Gleich fünfmal kam der „fliegende Holländer“ gestern als Sieger ins Ziel, was selbst für einen so erfolgsverwöhnten Jockey wie ihn keine Selbstverständlichkeit ist.

Einen möglichen Gegner von Swacadelic im Derby könnten die Besucher, die diesmal ohne größere Verkehrsbehinderungen nach Langenhagen anreisen konnten, bereits im 4. Rennen gesehen haben. In dem setzte sich mit Highwayman ein Hengst durch, der durch seine Leistungsexplosion selbst seinen eigenen Rennstall überrascht hat. „Er ist sehr spätreif und hat lange gebraucht“, sagte Jockey Dennis Schiergen nach dem souveränen Sieg des Dreijährigen, der gleich im ersten Rennen seiner Karriere große Hoffnungen weckte. Und der Siegreiter muss es wissen, schließlich ist sein Vater Peter Schiergen ein ehemaliger Spitzenjockey und inzwischen als einer der erfolgreichsten Trainer in Deutschland für die Entwicklung von Highwayman verantwortlich.

Dass auch sein Sohn auf dem besten Wege ist, sich einen Namen in der Galoppszene zu machen, war gestern nicht zu übersehen. Erst gewann er für Gregor Baum, den Vorsitzenden des Hannoverschen Rennvereins und Besitzer des Gestüts Brümmerhof, im 3. Rennen mit Sugar Love. Dann setzte er gleich noch den Sieg mit der neuen Derbyhoffnung aus dem Stall seines Vaters obendrauf. Und so könnte Schiergen Junior vielleicht sogar selbst eine Derbychance besitzen. „Der Besitzer von Highwayman hat schon aus den USA angerufen und gesagt, dass er sehr zufrieden ist und ich erst einmal auf dem Pferd bleiben soll“, verriet der 19-Jährige.

Doch trotz seiner nunmehr bereits 121 Karrieresiege strebt Schiergen, der in Hannover unter anderem sein erstes Listenrennen gewann, nicht unbedingt eine Profikarriere als Jockey an. Zunächst habe für ihn das Studium der Angewandten Medien in Köln Vorrang, erklärte er. „Zumal ich für einen Jockey relativ groß bin und mit dem Gewicht schon ziemlich zu kämpfen habe.“

Doch gestern merkte man ihm das im Sattel nicht an. Und so gab es nach dem ersten Sieg des Tages auch viel Lob vom Rennbahnchef. Der verpasste kurz darauf im zweiten Hauptereignis des Nachmittags, einem Ausgleich I um die „Meravis-Trophy“, mit Messi nur knapp den zweiten Sieg. Während Baum selbst mit dem 2. Platz hinter dem von de Vries gerittenen Ever Strong durchaus zufrieden war, schimpfte sein Trainer Paul Martin Harley im Absattelring wie ein Rohrspatz. Und zwar über den belgischen Jockey Koen Clijmans im Sattel von Messi. Der hatte auf der Zielgeraden an der Bahnaußenseite in Führung liegend eine kleine Lücke gelassen, die der Niederländer eiskalt ausnutzte. „Wenn er sich an die Vorgabe gehalten hätte, hätte er mit einer Länge gewonnen“, sagte Harley, der Messi nun zu einem Gruppe-Rennen nach Dortmund schicken will.

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