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Sport-Welt Hannoveraner Jan Raphael startet beim Ironman Hawaii
Sport Sport-Welt Hannoveraner Jan Raphael startet beim Ironman Hawaii
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20:34 06.10.2011
Von Norbert Fettback
Schwitzen im Urlaubsparadies: Jan Raphael trainiert seit mehr als vier Wochen auf Hawaii für seinen vierten Ironman-Wettkampf in Kona.
Schwitzen im Urlaubsparadies: Jan Raphael trainiert seit mehr als vier Wochen auf Hawaii für seinen vierten Ironman-Wettkampf in Kona. Quelle: Frey
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Kona

Wenn Jan Raphael am Abend das Rennrad in die Ecke stellt und den harten Sattel gegen den Liegestuhl auf der Terrasse in der Apartmentanlage Outrigger Royal Sea Cliff eintauscht, dann sind das für ihn seit mehr als vier Wochen die schönsten Momente des Tages. Er hat den Pazifik und den Sonnenuntergang vor Augen, „ein unbeschreiblicher Anblick“, wie Raphael sagt. Dass er dann schon wieder zig Trainingskilometer, und das nicht nur auf dem Rad, in den Beinen hat, und das bei meist unerträglichen Temperaturen jenseits von 30 Grad Celsius, ist dann so gut wie vergessen. Hawaii, das Traumziel vieler sonnenhungriger Urlauber, hat für den Hannoveraner doch mehr zu bieten als nur knochenharte Arbeit, deretwegen er an der Westküste der Insel Quartier bezogen hat. Die aber soll sich morgen auszahlen: Dann wird in aller Herrgottsfrühe der Ironman Hawaii gestartet, das Nonplusultra der Langdistanz-Triathleten.

Diesmal will es Raphael, der im Juli in Frankfurt Vizeeuropameister geworden ist, endlich wissen. Dreimal, in den Jahren 2008 und 2010 (jeweils nicht in der Wertung) und 2007 (62. in 9:16 Stunden), startete er bereits in Kona, dem Traumziel aller Ausdauersportler. „Und dreimal war ich richtig schlecht“, sagt er. Beim vierten Anlauf sollen sie morgen den anderen Raphael kennenlernen. Den, der sich vor lauter Respekt „nicht schon vorher in die Hosen macht“, wie er es beschreibt.

Was aber kann folgen auf „richtig schlecht“ im Feld der 50 Asse? Raphael ist nicht zu vermessen, einen ähnlichen Erfolg wie bei der EM zum Ziel zu erklären. Eine gute WM sei für ihn nicht mit einer Platzierung gleichzusetzen. „Ich möchte unter die besten zehn kommen“, sagt er. „Dann wäre ich absolut zufrieden.“ Wenn man sich die Namen auf der Starterliste ansehe, sei es eigentlich schon schwer genug, einer der Top 20 zu werden ...

Doch halt: Solche Gedankengänge will Raphael nicht mehr zulassen, zu häufig hat er sich deshalb selbst auf Big Island ein Bein gestellt. „Ich hatte mir da die Liste angeguckt und gedacht: Die meisten kannst du eh nicht schlagen.“ Und das war schlecht für die Psyche. Jetzt sieht das für ihn anders aus. Bei den Ironman-Wettkämpfen dieses Jahres in Texas (4. Platz) und Frankfurt (2.), mit denen er sich für Hawaii qualifizierte, ließ der Profi vom Frankfurter Commerzbank-Team etliche hinter sich, vor denen er einen Heidenrespekt hatte. „Es läuft gut in diesem Jahr, und ich habe gezeigt, dass ich zur Spitze dazugehöre. Das gibt mir Selbstvertrauen“, meint Hannovers bester Triathlet.

Er ist erfahrener geworden seit seinem ersten Ironman im Jahr 2006, keine Frage. Zu einem erfolgreichen Langdistanz-Wettkampf müsse man eben nicht nur körperlich fit, sondern auch frei sein im Kopf, das hat er dazugelernt. Auch deshalb ist er dieses Mal schon knapp fünf Wochen vor der WM nach Kona geflogen, um sich ohne Reisestress beizeiten auf die speziellen Bedingungen – Hitze, Wind und hohe Luftfeuchtigkeit – einstellen zu können. „Eine richtige Entscheidung“, wie er jetzt sagt. „Ich habe vier Wochen durchtrainiert mit recht hohen Umfängen, ohne es zu übertreiben.“ Seit drei Wochen ist auch sein Coach Ralf Ebli in Kona, „auch das hilft mir sehr“, sagt Raphael.

Morgen aber muss er es allein richten. Damit aller guten Dinge vier sind.

Wer Jan Raphaels Rennen und den Ironman Hawaii live miterleben will, der hat morgen dazu beim Public Viewing in der hannoverschen Sportsbar „Nordkurve“ an der AWD-Arena Gelegenheit. Die Übertragung startet dort um 19 Uhr. Der Hessische Rundfunk steigt im Fernsehen um 0.50 Uhr in die Übertragung der Schlussphase ein.

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