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Sport-Welt Hannover 96: Angst vor der großen Beule
Sport Sport-Welt Hannover 96: Angst vor der großen Beule
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19:51 25.11.2012
Von Heiko Rehberg
Diese Niederlage tat weh, und zwar nicht nur Mame Diouf, hier im Duell mit David Alaba (l.). Quelle: Ulrich zur Nieden
München

Wenn ein Spieler in der Münchener Allianz-Arena ausgewechselt wird, öffnet sich eine mit Kunstrasen bezogene Luke und gibt den Weg nach unten in die Spielerkabine frei. Danach schließt sie sich wieder wie eine geheime Kammer. Als Mirko Slomka, der Trainer von Hannover 96, in der 41. Minute die Höchststrafe aussprach und Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach kurz vor der Pause auswechselte, wären die anderen zehn 96-Profis vermutlich ebenfalls gerne durch die Luke verschwunden und am besten nicht wieder aufgetaucht. Mit 0:3 lag die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits im Fußball-Bundesligaspiel beim FC Bayern zurück, und angesichts ihrer erschreckenden Chancenlosigkeit war zu ahnen: Es wird noch schlimmer kommen!

So kam es dann. Am Ende eines für Hannover 96 ernüchternden Nachmittags stand in München eine 0:5-Niederlage, in der immerhin eine gute Nachricht steckte: Es hätte nämlich wie vor zwei Jahren locker auch ein 0:7 werden können. Münchener Genügsamkeit in den letzten 20 Minuten und mehrere gute Paraden von Torwart Ron-Robert Zieler, dem bedauernswertesten Hannoveraner, verhinderten eine noch größere Blamage. „Wir haben hier richtig auf die Fresse bekommen“, sagte Verteidiger Mario Eggimann. Das war unverblümt formuliert, aber treffend.

Nach einer deutlichen Niederlage stellen sich in der Regel zwei Fragen, deren Antworten meistens miteinander zu tun haben: Waren die Bayern so gut? Und war 96 so schlecht, wie es das Ergebnis verheißt? Ja, die Bayern waren in Spiellaune. Und nein, 96 war diesmal schlechter als schlecht. „Wir hatten gehofft, lange ohne Gegentor zu bleiben und durch unser Spiel nach vorne zu beeindrucken“, sagte Slomka. Der Plan mit dem Gegentor war schon nach drei Minuten durchkreuzt, und beeindrucken konnte 96 nur damit, dass es in dieser Saison gegen die Bayern vermutlich noch kein Gegner mit einer derart körperlosen Variante versucht hat.

Die Rubrik „Gewonnene Zweikämpfe am Ball“ wies für die „Roten“ 38 Prozent aus, ein erschütternder Wert, den man vielleicht noch einmal umdrehen muss, um die Dimension deutlich zu machen: 62 Prozent der Zweikämpfe verloren die Hannoveraner - gefühlt hätte man glauben können, dass 96 überhaupt keinen einzigen Zweikampf gewonnen hat.

Wer sich die ersten drei Münchener Tore noch einmal anschaut, wird die hannoversche Teilnahmslosigkeit schnell erkennen. Der Fallrückzieher von Javier Martinez zum 1:0 war wunderschön. Aber normalerweise ist ein Scherenschlag fünf Meter vor dem Tor gefährliches Spiel. Wenn, ja wenn ein Gegenspieler in der Nähe steht. Die 96-Profis aber hielten gebührend Abstand, genau wie beim ebenfalls sehenswerten 2:0 von Toni Kroos (24. Minute). Und wer wie Schmiedebach derart sorglos mit dem Ball umgeht und ihn sich klauen lässt wie vor dem 3:0 von Franck Ribéry (37.), der muss sich nicht wundern, wenn für ihn das Spiel nach 41 Minuten vorbei ist.

Slomka sprach von „unfassbaren Fehlern“. Das galt auch für das Münchener 5:0 des exakt 26,84 Sekunden vorher eingewechselten Mario Gomez, bei dem sich Verteidiger Karim Haggui abschütteln ließ wie ein Anfänger. Lediglich nach dem vierten Bayern-Treffer durch Dante ließ sich feststellen: Der war schwer zu verhindern.

Es stimmt derzeit nicht mit der Balance im 96-Spiel. Die linke Seite mit dem hibbeligen Konstantin Rausch und dem sich geschickt um Defensivaufgaben drückenden Szabolsz Huszti war eine Einladung für die Bayern. Sergio da Silva Pinto stolzierte mehr durchs Mittelfeld als wie sonst energisch dazwischenzufahren, für Schmiedebach und den für ihn eingewechselten Christian Schulz ging alles viel zu schnell. Und ohne Jan Schlaudraff, den Slomka 90 Minuten zuschauen ließ, hat bei den „Roten“ meist keiner eine Idee.

96-Klubchef Martin Kind sprach in München von einer „Delle“, die das 96-Spiel derzeit hat. Noch ist kein größerer Schaden entstanden, aber die Mannschaft, die auch kräftemäßig nur noch mit halbvollem Tank unterwegs ist, muss nicht nur morgen gegen Greuther Fürth aufpassen, dass aus der Delle bis Weihnachten nicht eine hässliche Beule wird.

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