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Sport-Welt Beim Start fällt der erste Rekord
Sport Sport-Welt Beim Start fällt der erste Rekord
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00:26 20.11.2014
Von Norbert Fettback
„Unter den Läufern hier ist immer gute Stimmung“: Die HAZ-Laufgruppe startet am Maschseeufer in die Vorbereitung für den HAJ-Marathon, der am 19. April 2015 stattfindet.
„Unter den Läufern hier ist immer gute Stimmung“: Die HAZ-Laufgruppe startet am Maschseeufer in die Vorbereitung für den HAJ-Marathon, der am 19. April 2015 stattfindet. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Die einen traben erst einmal gemächlich am Maschseeufer entlang, die anderen laufen gleich zügig los. Auf dem letzten Stück, so die Vorgabe an diesem Tag, holt jeder dann alles aus sich heraus und blickt zum Schluss auf die Uhr am Handgelenk, um den Puls zu messen. Es ist das erste Treffen der HAZ-Vorbereitungsgruppe für den Hannover-Marathon am 19. April 2015, es dient außer dem Kennenlernen auch der Einteilung in Leistungsgruppen. Und es gibt einen neuen Rekord: 110 Frauen und Männer haben sich zur siebten Auflage dieser HAZ-Leseraktion angemeldet, unter fachkundiger Anleitung von Markus Pingpank nehmen sie Kurs auf den HAJ-Marathon oder -Halbmarathon. In kleinen Gruppen, die in unterschiedlichem Tempo unterwegs sind, werden sie in den kommenden Monaten jeden zweiten Sonnabend gemeinsam zum Üben auf die Strecken gehen.

Der Trainer aus Barsinghausen freut sich über die große Resonanz, aber auch darüber, dass zum ersten Mal genauso viele Frauen wie Männer dabei sind. Ein Halbe-halbe hat sich zufällig auch in Bezug auf die Distanz ergeben: Die Hälfte der Teilnehmer strebt den 21,1 Kilometer langen Halbmarathon an, die andere will sich an der Marathonstrecke versuchen, die in Läuferkreisen als „Königsdisziplin“ gilt.

Mehr noch als in den vergangenen Jahren, sagt Pingpank, stehe bei den allermeisten dabei der Spaß am Laufen im Verhältnis zum Leistungsgedanken ganz deutlich im Vordergrund. Etliche Freizeitsportler hätten auf den Anmeldebögen ausdrücklich vermerkt, dass es ihnen darum gehe, „gesund anzukommen“. Am wichtigsten sei ihnen die Freude am Laufen. „Viele wollen sogar unbedingt in einer langsamen Gruppe trainieren“, berichtet Pingpank. Auf die besonders schnelle Tempogruppe vergangener Jahre habe er diesmal deshalb von vornherein verzichtet.

Beim sogenannten Stufentest an diesem Morgen wird das auch anhand der gemessenen Werte deutlich: Rund 50 Läufer wissen jetzt, dass sie beim Trainieren in Tempogruppen von 6:30 oder 7 Minuten pro Kilometer am besten aufgehoben sind.

Es zeigt sich auch, dass es ohne Anstrengung nicht geht. Doch gerade die kann selbst im Training auch gute Gefühle hervorrufen. „Ich bin sehr stolz auf mich“, sagt etwa Laufgruppenneuling Susanne Knittel. Sie ist noch etwas außer Atem, nachdem sie den letzten Kilometer in knapp fünfeinhalb Minuten zurückgelegt hat. Die 44-Jährige ist nur kurze Laufrunden gewohnt und hat angesichts des im April bevorstehenden Halbmarathons „Respekt vor der Streckenlänge“. Eine bestimmte Geschwindigkeit strebt sie dabei nicht an.

„Veteranen“ wie Gerd Modrow schreckt selbst die Marathondistanz inzwischen nicht mehr. Dreimal hat er sich in der HAZ-Gruppe schon erfolgreich auf den Halbmarathon vorbereitet, zuletzt ist es unter Anleitung von Pingpank und den Gruppenleitern dann „der Ganze“ geworden. Mit seiner Marathondebützeit von 3:44 Stunden war der Versicherungsfachwirt aus Burgwedel sehr zufrieden. „Im Ziel war ich sogar noch recht fit“, sagt der 53-Jährige. Er habe nicht gezögert, sich erneut für die HAZ-Vorbereitungsgruppe anzumelden. Modrow gehört damit zu jenem Viertel, das schon voriges Jahr dabei war. „Unter den Läufern hier ist immer gute Stimmung“, sagt er.

Damit das nicht nur bei den offiziellen Treffen so ist, tauschen einige Teilnehmer gleich Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus. Sie wollen noch zusätzlich zwischendurch gemeinsame Laufrunden drehen. Wie sie ihr Training am besten gestalten können, das haben sie gestern von Pingpank schwarz auf weiß zu erfahren bekommen. Das Ziel und der Weg dahin sind klar.

Dauerläufer: Bereits zum siebten Mal bereiten sich Leser der HAZ gemeinsam in einer Gruppe auf den regionalen Laufhöhepunkt vor, den Hannover-Marathon. Noch nie waren so viele dabei wie dieses Mal: 110 Anmeldungen bedeuten eine neue Bestmarke. Unterstützt wird die Aktion von der Agentur eichels: Event, bei der alle Planungen für den 19. April 2015 zusammenlaufen. Das Programm der kommenden Wochen und Monate unter Federführung von Trainer Markus Pingpank umfasst acht gemeinsame Trainingsläufe, bei denen die Anforderungen schrittweise gesteigert werden. Um die Gruppen entsprechend dem jeweiligen Leistungsvermögen einteilen zu können, gab es zum Auftakt einen sogenannten Stufentest in Form mehrerer Läufe über 2000 Meter mit steigender Geschwindigkeit.

Da viele Gruppenmitglieder noch keine Wettkampferfahrung haben, können sie sich diese im Vorfeld des Marathons beziehungsweise Halbmarathons bei Rennen in der Region holen. Zur Aktion gehören Freistarts beim Silvester-Börsenlauf und beim CeBIT Run. Ehe es am 19. April bei der 25. Auflage des Hannover-Marathons ernst wird, können die Gruppenmitglieder Mitte Februar bei einem weiteren Leistungstest überprüfen, ob die aktuelle Form stimmt, um zwei Monate später gut ins Ziel zu kommen.

Von Gabriele Schulte und Norbert Fettback

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