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Sport-Welt „German Eagles" locken 1000 Box-Fans nach Hannover
Sport Sport-Welt „German Eagles" locken 1000 Box-Fans nach Hannover
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07:32 14.01.2013
Von Uwe Kranz
Schlug sich wacker, hatte aber keine Chance: Serge Michel (r.) gegen Hrvoje Seb. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Am Ende war Serge Michel froh, dass es vorbei war. Der Boxer war einfach nur platt. „Ich habe in dieser Woche nur wenig geschlafen“, sagte der Bundeswehrsoldat, der fünf Tage zuvor seine Grundausbildung in Hannover begonnen hatte. „Aber das war nicht alles. Mein Gegner ist nur nach vorn gegangen. Da konnte ich von der Power her nicht mithalten“, räumte der 24-Jährige am späten Sonnabend nach seinem Einsatz für die „German Eagles“ im Kuppelsaal ein. Besonders wurmte ihn, dass seine Niederlage den Gegnern der „Astana Arlans“ aus Kasachstan den entscheidenden dritten Zähler einbrachte. Am Ende verloren die „Eagles“ sogar mit 1:4.

Der ganze Abend stand für das deutsche Team in der World Series of Boxing (WSB) unter keinem guten Stern. Allein schon der Einsatz Michels beruhte auf einer ungünstigen Ansetzung. Bereits am kommenden Sonnabend steht der nächste Wettkampftermin in Göppingen gegen die schlagbaren „Italian Thunder“ an. Jeder Boxer muss aber nach einem Einsatz zwölf Tage pausieren. Die beiden Topathleten in den Schwergewichten, Kevin Künzel und Erik Pfeifer, mussten deshalb gegen die bislang ungeschlagenen Kasachen aussetzen, um im wichtigen Vergleich mit den Italienern einsatzbereit zu sein.

Gegen „Astana“ war aber von vornherein nicht viel drin. Die letzte Chance raubte den „Eagles“ fast schon Bantamgewichtler Razvan Andreiana aus Rumänien, der für das deutsche Team den Abend eröffnete, aber wegen ein paar Hundert Gramm zu viel bereits nach dem Wiegen tags zuvor als Verlierer feststand. Zumindest seine sportliche Leistung stimmte, wie auch beim Iren David Oliver Joyce, der anschließend den einzigen Punkt für das deutsche Team gewann, und beim ersten „echten“ deutschen Boxer des Abends, Xhek Pascali.

Dafür, dass es die Gastgeber gegen den Tabellenführer so schwer haben würden, hatte Arthur Mattheis, Trainer des Zweitligisten BSK Hannover-Seelze, eine einfache Erklärung: „Das hier ist Weltklasse“, beschrieb er die WSB. Trotz der ausländischen Boxer im Team sähen die Zuschauer die „Eagles“ auch als eine Art deutsche Nationalmannschaft an. So fanden sich unter den 1000 Zuschauern im Kuppelsaal auch mehrere Fangruppen aus ganz Deutschland - und eine aufgrund von Fahnen und Schals nicht zu übersehende Fanschar der Kasachen.

Boxer mit Weltklasse fehlen in Deutschland allerdings außer Künzel und Pfeifer weitgehend. Die WSB soll für den deutschen Amateurboxsport-Verband deshalb auch eine Plattform sein, auf der sich Talente entwickeln können. „Die WSB ist sehr gut für uns“, sagte Michel. „Wir können quasi als Profis boxen und dürfen trotzdem auf eine Olympiateilnahme hoffen“, sagt er. Kandidaten, die in Rio 2016 auf Medaillenjagd gehen wollen, müssen nämlich Mitglied im Weltverband AIBA sein, der auch Veranstalter der WSB ist. „Echte“ Profis sind von einer Teilnahme bei Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Wie groß die Probleme vor allem im Schwergewicht sind, zeigte der Auftritt von Pfeifer-Ersatz Eric Brechlin, der zum Abschluss des Abends gegen die Nummer 1 der WSB-Rangliste, den Kroaten Filip Hrgovic, fast ohne eigene Aktion blieb und lediglich versuchte, die fünf Runden zu überstehen. Dass er dafür nur wenige Schmährufe und keine Pfiffe erntete, spricht für die Geduld des hannoverschen Publikums. Uwe Alten, Marketingchef der AIBA, gelobte später Besserung: „Wir sind noch im Aufbau der WSB, also in der Lernphase“, sagte er. Eine Entzerrung des Terminkalenders stellte der Marketingchef schon einmal in Aussicht, damit die WSB-Teams in Zukunft immer die Möglichkeit haben, in Bestbesetzung anzutreten.

Nach fünf Wochen wird die Zeit für Michel als Soldat in Hannover beendet sein. Zurückkehren wird er allerdings wohl noch häufiger. Die WSB will sich an der Leine ein Standbein aufbauen. Grund dafür ist für Alten nicht nur die angenehme Kulisse im Kuppelsaal. „Die Fernsehbilder von hier sind einfach toll.“

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