Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Formel-1-Pilot Hülkenberg muss Team Williams verlassen
Sport Sport-Welt Formel-1-Pilot Hülkenberg muss Team Williams verlassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:41 15.11.2010
Rennfahrer Nico Hülkenberg wird am Jahresende das Team Williams verlassen.
Rennfahrer Nico Hülkenberg wird am Jahresende das Team Williams verlassen. Quelle: dpa
Anzeige

Eine überzeugende Leistung mit einer sensationellen Pole haben nicht gereicht: Nico Hülkenberg muss das britische Formel-1-Team Williams nach seiner Debütsaison schon wieder verlassen. „Ich bedauere das sehr, denn ich wäre gerne bei Williams geblieben“, sagte der 23 Jahre alte Pilot aus Emmerich einen Tag nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi.

Es klingt beinahe grotesk: Das Team schwärmte vor allem nach Hülkenbergs Pole-Coup in Südkorea von seinem deutschen Piloten. Und doch gibt es keine gemeinsame Zukunft. Beide Seiten konnten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen, hieß es in einer Pressemitteilung von Hülkenbergs Management. Überraschend kommt das allerdings nicht: Seit Wochen wurde spekuliert, dass „Hülk“ sein Cockpit für einen sogenannten Bezahlfahrer räumen muss.

Pastor Maldonado soll der heißeste Anwärter sein, im kommenden Jahr neben dem brasilianischen Rennroutinier Rubens Barrichello an den Start zu gehen. Der Venezolaner gewann in diesem Jahr die Nachwuchsklasse GP2, neben den sportlichen Meriten dürfte aber vor allem der finanzielle Hintergrund eine Rolle spielen. Kolportiert wird, dass Maldonado angeblich zwölf Millionen Euro an Sponsorengeldern mitbringt. Und das Williams-Team ist auch nicht unbedingt auf Rosen gebettet.

Der Leidtragende ist Hülkenberg. Manager Willi Weber versicherte aber: „Nico wird auch 2011 einen Platz in der Formel 1 haben.“ Er sei in Verhandlungen mit anderen Teams. Bei Williams endet damit voraussichtlich eine Tradition: Seit 1997 fuhr immer ein deutscher Pilot - Heinz-Harald Frentzen, Ralf Schumacher, Nick Heidfeld und Hülkenberg - für den britischen Rennstall.

Besonders viele begehrte Plätze gibt es allerdings nicht. Hinzu kommt, dass in Heidfeld ein weiterer deutscher Fahrer auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber ist. Für ihn wird 2011 bei Sauber der Mexikaner Sergio Perez an den Start gehen. Der Schweizer Rennstall vereinbarte zudem eine Partnerschaft mit einem finanzkräftigen mexikanischen Telekommunikationsanbieter.

Die Plätze bei den Topteams Red Bull, McLaren-Mercedes, Ferrari und Mercedes sind vergeben. Möglich ist, dass bei Renault ein Cockpit frei wird. Der Russe Witali Petrow, der sich am Sonntag in Abu Dhabi als zu harter Brocken für Ferrari-Star Fernando Alonso erwies und so gewissermaßen auch dem neuen Champion Vettel ein wenig Schützenhilfe leistete, steht auf der Kippe.

dpa