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Sport-Welt Tennis-Debakel in 64 Minuten
Sport Sport-Welt Tennis-Debakel in 64 Minuten
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19:13 19.06.2015
Mit zwei verlorenen Sätzen ging Florian Mayer am Freitag als Verlierer vom Platz. Quelle: dpa
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Halle/Westfalen

Rekordchampion Roger Federer hat im Viertelfinale von Halle Florian Mayer deklassiert und für die schlechteste deutsche Bilanz seit 2001 bei dem Traditionsturnier gesorgt. Der 33 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz ließ dem bedauernswerten Bayreuther bei seinem 6:0, 7:6 (7:1)-Erfolg in nur 64 Minuten keine Chance. Damit steht erstmals seit 14 Jahren kein Deutscher bei der prestigeträchtigen Rasen-Veranstaltung in Ostwestfalen im Halbfinale. Mayer schied nach einer anfänglichen Demütigung als letzter von zunächst sechs Deutschen aus. 

„Es war ein super Start. Er hat sich dann gut gerettet und es wurde nochmal eng. Ich konnte zum Glück einen perfekten Tiebreak spielen“, sagte Federer im kurzen Siegerinterview auf dem Center Court.  Nur 19 Minuten dauerte der erste Satz, nachdem sich die Zuschauer lange mit dem Beginn des vom Veranstalter als „Match des Tages“ propagierten Duells gedulden mussten. Beide vorherigen Viertelfinals gingen über drei Sätze und boten reichlich Spannung und Spektakel.  Ganz anders dagegen das Bild am Ende eines aus deutscher Sicht trostlos-verregneten Freitags. Den ersten Punkt Mayers zum 1:0 im zweiten Satz beklatschten die Zuschauer aufmunternd-höflich. Und tatsächlich gelang dem Deutschen dann doch noch mehr als dieses Hallo-ich-spiele-auch-noch-mit-Lebenszeichen. 

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Der zweimalige Wimbledon-Viertelfinalist zeigte nun endlich seine Qualität auf dem grünen Belag, die Federer zu der Einschätzung „Florian ist einer der besten Rasenspieler und auf Gras ein sehr gefährlicher Gegner“ veranlasst hatte. Bis zum Tiebreak erwies sich Mayer nun als würdiger Viertelfinal-Gegner, war am Ende aber gegen die Klasse des Ausnahmekönners aus Basel chancenlos.  Nach seinen guten Auftritten gegen Jan-Lennard Struff und Steve Johnson hatte sich der Bayer auch gegen Federer zumindest Außenseiterchancen ausgerechnet. „Ich spiele gegen mein eigenes Idol. Das sind die Momente, auf die ich gewartet habe“, hatte Mayer gesagt und beschworen, „locker drauflos spielen“ zu wollen.

Doch dann schien der Davis-Cup-Spieler anfangs fast in Ehrfurcht zu erstarren. Nach seiner langen Leidenszeit mit mehr als einjähriger Zwangspause wegen Schambeinverletzung und Leistenbruch hatte es Mayer immerhin als einziger von anfangs sechs deutschen Profis in die Runde der besten Acht geschafft. Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Dustin Brown, Alexander Zverev und Struff waren längst wieder abgereist - und um 18.47 Uhr musste auch Mayer seine Taschen packen.  

Der 17-malige Grand-Slam-Sieger und siebenmalige Halle-Titelträger Federer dagegen trifft im Halbfinale auf Ivo Karlovic. Der 36 Jahre alte Kroate gewann gegen Tomas Berdych aus Tschechien 7:5, 6:7 (8:10), 6:3 und stellte mit 45 Assen einen Rekord für Matches über zwei Gewinnsätze auf. US-Open-Finalist Kei Nishikori setzte sich anschließend gegen den Polen Jerzy Janowicz mit 6:4, 5:7, 6:3 durch.

dpa/sag

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