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Sport-Welt Favorit Alianthus nur Letzter
Sport Sport-Welt Favorit Alianthus nur Letzter
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21:03 24.06.2012
Von Carsten Schmidt
Allein auf weiter Flur: Empire Storm und Eduardo Pedroza galoppieren im Großen Preis der VGH-Versicherungen (Gruppe III) vorneweg. Und einige wetterfeste Zuschauer staunen über die Vorstellung des Außenseiters im strömenden Regen. Quelle: Florian Petrow
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Langenhagen

Ändere niemals eine bewährte Taktik! Diese Sportweisheit gilt natürlich auch auf der Pferderennbahn, und der Verstoß gegen die Regel wurde natürlich wieder einmal bestraft. Alianthus aus dem Gestüt Schlenderhan und Jockey Adrie de Vries machten im Großen Preis der VGH-Versicherungen (GruppeIII) auf der Neuen Bult in Langenhagen nicht von Beginn an Tempo, sondern stiefelten im Feld mit. Und auf der Zielgeraden wurde dem Favoritenpaar - der siebenjährige Hengst hatte zuvor acht Rennen der Kategorien Gruppe II und Gruppe III gewonnen - der Weg an die Spitze außen dicht gemacht. De Vries erkannte prompt die Chancenlosigkeit, nahm die Fahrt heraus und passierte mit dem Pferd als Letzter das Ziel nach 1600 Metern.

Die Neue Bult bleibt im Hauptereignis wie schon neun Tage zuvor kein gutes Pflaster für Favoriten - und am Sonntag verblüffte der Sieg von Empire Storm auch deshalb, weil der fünfjährige Hengst längst den Ruf des ewigen Zweiten erworben hatte. Doch in Langenhagen bewies der von Andreas Wöhler in Gütersloh vorbereitete Vollblüter seine Klasse und ließ sich am wenigsten von dem strömenden Regen beeinträchtigen. Empire Storm war als einer der Ersten im Führring, um sich den Zuschauern zu präsentieren, während Favorit Alianthus auf sich warten ließ und im Gegensatz zum Rivalen auch noch mit einer besonderen Regendecke geschützt wurde. Und im Rennen setzte Jockey Eduardo Pedroza mit dem Hengst auf die Tempokarte. Das Duo nahm von Beginn an die Spitze und hatte im Endkampf auf der Zielgeraden sogar noch zuzusetzen, sodass der Erfolg mit dreieinhalb Längen deutlich ausfiel: „Wir sind überglücklich. ,Eddie‘ hat ihn toll und mit viel Vertrauen geritten - und hier zu gewinnen, macht uns sehr stolz“, sagte die überglückliche Besitzerin Manuela Sohl nach dem großen Rennen ihres Pferdes.

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Mut zum Risiko wurde aber auch in den übrigen acht Rennen des gestrigen Tages belohnt. Schon zum Auftakt strahlte Christian Sprengel: Den Erfolg von LaShuffle mit Filip Minarik im Sattel hatte der hannoversche Trainer nicht unbedingt erwartet. In diesem Rennen gab es mit dem 3. Platz für Danse En Soiree das erste gute Ergebnis für Sprengels Kollegen Hans-Jürgen Gröschel. Mit Inanya stellte der Senior unter den Bult-Coaches im 4.Rennen sogar eine Siegerin, zudem gab es mit dem 2. Rang für Quasar im 3.Rennen und dem 3. Platz von Shy Fairy im 5.Rennen weitere gute Gröschel-Resultate. Nicht die Erwartungen erfüllte dagegen Sprengels Keno, der im 9. Rennen als Mitfavorit gestartet war, aber nur den 8.Platz erreichte.

Einen weiteren Favoritensturz erlebten die 5950Besucher auf der Rennbahn auf den Großbildschirmen mit. Die deutsche Stute Danedream, vor einem guten halben Jahr Siegerin des Prix de l’Arc de Triomphe, wurde im Grand Prix de Saint-Cloud (Gruppe I) nur Letzte im Viererfeld. Auch für die Vierjährige, die im Gestüt Brümmerhof bei Soltau gezogen wurde und je zur Hälfte einem badischen Möbelhändler und einem japanischen Züchter gehört, wachsen die Bäume nicht in den Himmel, das zeigte sich schon Ende 2011 beim Japan Cup, als sie Sechste wurde.

Hinter den Erwartungen zurück blieben dieses Mal die Zuschauerzahlen und auch der Wettumsatz. Wegen des Dauerregens blieben insbesondere Familien, um die der Hannoversche Rennverein besonders wirbt, zu Hause. Nur das treue Stammpublikum trotzte der Nässe.

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