Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Ex-Radprofi Grischa Niermann aus Hannover gesteht Doping
Sport Sport-Welt Ex-Radprofi Grischa Niermann aus Hannover gesteht Doping
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:48 29.01.2013
Der Hannoveraner Ex-Radprofi Grischa Niermann hat zugegeben, Doping genommen zu haben. Quelle: Rainer Droese
Hannover/Berlin

Grischa Niermann gab zu, zwischen 2000 und 2003 "einige Male das verbotene Mittel EPO genommen" zu haben, teilten der Hannoveraner selbst sowie der niederländische Radsportverband KNWU am Montag mit. Der 37-Jährige, der von 1999 bis 2012 bei dem nierländischen Team Rabobank fuhr, wolle der niederländischen Anti-Doping-Kommission weitere Einzelheiten nennen, hieß es. Derzeit ist Niermann Nachwuchscoach im KNWU.

Obwohl der Dopingmissbrauch laut Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verjährt sei, werde Niermann laut internen Richtlinien vom 15. Februar an für sechs Monate bis Mitte August gesperrt. "Meine unschöne Vergangenheit jetzt wieder ans Licht zu holen, ist sehr schmerzhaft", erklärte Niermann. "Aber es macht mir umso deutlicher, dass der ehrliche Weg ab 2003 der einzig richtige war. Die vergangenen zehn Jahre habe ich dann alles daran gesetzt, den jungen Fahrern im Team Rabobank ein Vorbild zu sein für einen hart arbeitenden und sauberen Radprofi." Kurios: Niermann stritt jüngst auch nach Bekanntwerden der Affäre noch jeglichen Betrug ab. "Ich habe niemals Doping genommen, und mir ist auch kein Doping angeboten worden", sagte er noch vor einer Woche.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Geständnisse von Thomas Dekker und Denny Nelissen für einen Aufschrei im niederländischen Radsport gesorgt – die beiden berichteten von jahrelangem organisierten Doping beim Team in den orangenen Trikotfarben. "Es gibt viele Details und Menschen, die in meine Doping-Vergangenheit involviert waren. Das alles, auch die Namen jener, die mir geholfen haben, werden genannt", sagte Dekker und kündigte an, über Dopingrpaktiken auspacken zu wollen. Im Vorjahr hatte sich das Geldinstitut Rabobank nach 17 Jahren im Elite-Radsport als Namenssponsor zurückgezogen – wohl auch als Folge des Dopingskandals um Lance Armstrong. „Uns tut das Herz weh, aber wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann“, sagte Rabobak-Sprecher Bert Bruggink damals. Die Mannschaft um die deutschen Fahrer Paul Martens und Robert Wagner heißt in diesem Jahr Team Blanco.

Niermann war neunmal bei der Tour de France am Start und galt stets als wichtiger und loyaler Helfer im niederländischen Traditionsrennstall. Seine besten Platzierungen im Gesamtklassement erreichte er im Jahr 2000 als 24. und im Jahr 2003 als 28. Verbands-Direktor Huib Kloosterhuis lobte den Ex-Profi. "Ich finde es mutig von Grischa, diesen Weg zu gehen", sagte er. Zugleich stellte er dem Deutschen quasi eine Arbeitsplatzgarantie für die Zeit nach der Sperre aus. Kloosterhuis habe Vertrauen in eine "gute Zukunft" mit Niermann als Sportlichem Leiter des Nachwuchsteams.

Bei Rabobank galt Niermann als Mannschaftsspieler, für die Sprünge aufs Treppchen waren meist andere zuständig. Trotzdem war er im Team eine feste Größe. 1998 gewann Niermann die Hessen-Rundfahrt, 2001 die Niedersachsen-Rundfahrt. Bei der Tour de France war er mit neun Teilnahmen Dauergast. 2007 gewann er die „Nacht von Hannover". Ferner wurde er in dem Rennen viermal Zweiter und zweimal Dritter.

"Ich habe mir irgendwann gesagt: Ich kann nicht gewinnen, also suche ich mir andere Aufgaben, werde Teamhelfer, um meinen Kapitänen zu helfen. Dann werde ich eben nur Fünfzigster", sagte Niermann 2008 in einem Interview mit der HAZ über seine Rolle als Fahrer aus der zweiten Reihe. Damals wurde er auch gefragt, ob man die Tour de France ohne Doping gewinnen könne: "Es ist sehr schwierig." Ob Niermann unter Dopingeinfluss die Tour in Angriff nahm, ließ er in seiner aktuellen Stellungnahme offen. 

In dem Interview, das – folgt man Niermanns Dopingeständnis vom Montag – fünf Jahre nach der letztmaligen EPO-Einnahme stattfand, äußerte sich Niermann zu einem Punkt hingegen ziemlich offen. Ob man als Fahrer etwas von den Dopingpraktiken seiner Teamkollegen mitbekomme, wurde er damals gefragt. "Man muss ja nur mal alleine auf Toilette gehen und sich einschließen, um sich unbeobachtet eine Spritze zu setzen, irgendwelche Pillen zu schlucken oder was auch immer."

Das ist EPO

Erythropoetin (EPO) ist ein körpereigenes Hormon, das in der Niere produziert wird und die Bildung roter Blutkörperchen anregt. Je mehr rote Blutkörperchen, desto mehr Sauerstoff kann der Körper aufnehmen – das macht EPO so interessant für Ausdauersportler wie Radsportler, Leichtathleten oder Skilangläufer. Um bis zu 15 Prozent soll sich die Leistungsfähigkeit durch EPO-Konsum steigern lassen. Seit 1983 wird EPO synthetisch hergestellt. Die Risiken sind erheblich: EPO verdickt das Blut, dadurch steigt die Gefahr von tödlichen Thrombosen und Infarkten. Seit mehr als zwölf Jahren steht EPO auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees. Allerdings konnte synthetisches EPO bis 2000 nicht vom körpereigenen Hormon unterschieden werden, was den Nachweis bei Dopingkontrollen schwierig machte. Erst bei den Olympischen Spielen 2000 wurde erstmals auf EPO getestet.

dpa//fe/mhu/cas/stk

Der deutsche Basketball-Star Dirk Nowitzki hat sich mit den Dallas Mavericks im Kampf um die Playoffplätze zurückgemeldet. Zwei Tage nach der Niederlage gegen die San Antonio Spurs kamen die Texaner zu einem souveränen 110:95 gegen die Phoenix Suns.

28.01.2013

Was für ein Finale! In einem insgesamt dreimal unterbrochenen Endspiel gewinnt Victoria Asarenka gegen Li Na. Durch die erfolgreiche Titelverteidigung in Melbourne bleibt die Weißrussin die Nummer eins der Welt.

26.01.2013

Li Na ist der absolute Publikumsliebling in Melbourne. Die Australier lieben die Chinesin für ihre flotten Sprüche und starken Leistungen. Sportlich anerkannt ist auch Victoria Asarenka, doch die Herzen der Zuschauer fliegen ihr nicht zu.

25.01.2013