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Sport-Welt Hitzlsperger bekennt sich zur Homosexualität
Sport Sport-Welt Hitzlsperger bekennt sich zur Homosexualität
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10:57 09.01.2014
Thomas Hitzlsperger bekennt sich zu seiner Homosexualität.
Thomas Hitzlsperger bekennt sich zu seiner Homosexualität. Quelle: dpa
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Hamburg

Es wird viel Applaus geben für Thomas Hitzlsperger: Der ehemalige Nationalspieler hat sich geoutet. In einem Interview in der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit" spricht er über seine Homosexualität – als erster prominenter Profifußballer.

Sein Ziel ist so einfach wie nachvollziehbar: "Ich äußere mich zu meiner Homosexualität, weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte", sagte er. Er habe das Gefühl, dass jetzt, nach dem Ende seiner Karriere, ein guter Moment dafür gekommen sei.

Vor vier Monaten beendete der Fußballer seine Karriere auf dem Platz. In seiner Jugend spielte er für den FC Bayern München, wechselte im Jahr 2000 nach England, in eine der härtesten europäischen Ligen. Nach seiner Zeit bei Aston Villa auf der Insel kehrte er zurück nach Deutschland, führte die Mannschaft vom VfB Stuttgart als Mannschaftskapitän. Es folgten Spielzeiten bei Lazio Rom in Italien, bei West Ham United und beim VfL Wolfsburg. Seine Karriere beendete der 52-fache Nationalspieler im Sommer wieder in der englischen Liga beim FC Everton.

Viele Stationen einer Karriere, in denen seine Homosexualität offenbar nie eine Rolle spielte. "In England, Deutschland oder Italien ist Homosexualität kein ernsthaftes Thema, nicht in der Kabine jedenfalls", erinnert sich der 32-jährige. Dabei, so stellt der ehemalige Profi im Interview heraus, gebe es sehr viele Schwule im Profisport. Doch sie hätten Angst, sich zu outen. Weil sie sich um ihre Karriere auf dem Platz fürchten würden. Kommentare und "Witze" von Mitspielern unter der Dusche und gut gemeinten Ratschlägen ihrer Berater bewegen homosexuelle Sportler, sich gegen ein Outing zu entscheiden.

Hitzlsperger, der selbst seit gut fünf Jahren für die Onlineausgabe des Wochenmagazins schreibt, stellte sich schon während seiner aktiven Zeit als Fußballer immer ein wenig kleverer an als manche seiner Kollegen. Er wirkte immer ein wenig reflektierter. "Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte", sagte Hitzlsperger. Homosexualität werde im Fußball "schlicht ignoriert." Bis heute kenne Hitzlsperger keinen Fußballer persönlich, der das zu seinem Thema gemacht habe. Das soll sich mit seinem Bekenntnis ändern.

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat das Coming-out des Ex-Nationalspielers positiv aufgenommen. "Das ist ein sehr ermutigendes Zeichen, insbesondere für junge schwule Fußballer, dass sie sich zu ihrer Identität bekennen können und kein Versteckspiel führen müssen", sagte stellvertretend Jörg Steinert, der Geschäftsführer vom LSVD Berlin-Brandenburg

kla/dpa

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