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Sport-Welt Erfolgs-Generation tritt ab - Zugpferd Neuner
Sport Sport-Welt Erfolgs-Generation tritt ab - Zugpferd Neuner
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15:26 18.03.2010
Die deutschen Biathletinnen Kati Wilhelm (v.l.), Simone Hauswald und Martina Beck präsentieren ihr Bronzemedaille nach dem Staffelwettbewerb bei den Olympischen Spielen in Vancouver.
Die deutschen Biathletinnen Kati Wilhelm (v.l.), Simone Hauswald und Martina Beck präsentieren ihr Bronzemedaille nach dem Staffelwettbewerb bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Quelle: dpa (Archiv)
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In der Kälte Sibiriens wird eine außergewöhnliche Biathlon-Generation nächste Woche ihre Gewehre für immer in die Ecke stellen - Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner will deutsche Erfolgsstory trotzdem fortschreiben. Nachdem Kati Wilhelm bereits in der Vorwoche das Ende ihrer Laufbahn verkündet hatte, zogen am Donnerstag in Olso Simone Hauswald und Martina Beck nach. Auch die beiden Staffel-Bronze-Medaillen-Gewinnerinnen von Kanada ziehen in zehn Tagen in Khanty-Mansiysk einen Schlussstrich unter ihre erfolgreichen Karrieren. Doppel-Olympiasiegerin Neuner und Andrea Henkel heißen fortan die Zugpferde im deutschen Biathlon.

„Wie heißt es so schön: Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagte Hauswald, die am Donnerstag in Olso im Sprint über 7,5 Kilometer den fünften Weltcupsieg ihrer Laufbahn feierte und im Ziel von Beck als erster Gratulantin empfangen und umarmt wurde. „Gerade Simone hat mit ihrem Sieg hier in Oslo bewiesen, dass sie noch einige Jahre in der Spitze mitlaufen könnte“, sagte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang bedauernd. „Natürlich ist es schade, dass sie aufhören. Zusammen mit Kati Wilhelm werden sie eine große Lücke im Team hinterlassen“, meinte der Bundestrainer.

Allerdings zeigte Müssiggang auch Verständnis für die Entscheidungen der beiden 30-Jährigen, sich in Zukunft anderen Dingen als dem Laufen und Schießen widmen zu wollen. „Bei Frauen spielt auch die Familienplanung eine ganz wichtige Rolle“, sagte der 54-Jährige.

Spätstarterin Hauswald, die am Donnerstag im Ziel nach 20:42,4 Minuten 4,9 Sekunden Vorsprung auf die Weisrussin Darja Domratschewa hatte, errang ihren größten Erfolg bei Weltmeisterschaft in Südkorea im vergangenen Jahr, als sie im Sprint Silber gewann. Ausgerechnet in der Heimat ihrer Mutter gelang der Gosheimerin damit der Durchbruch. „Die Weltmeisterschaften in Südkorea und die Olympischen Spiele in Vancouver waren für mich noch einmal ganz persönliche Highlights in meinem Sportlerleben“, sagte die Gosheimerin, die in den Bergen von Whistler Bronze im Massenstart gewonnen hatte.

Beck feierte ihre größten Erfolge noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Bei den Turin-Spielen holte die Frohnatur vor vier Jahren Silber im Einzel und in der Verfolgung und feierte auch in der Staffel einen tollen zweiten Platz. Beim diesjährigen Olympia- Spektakel in Kanada erlebte die dreimalige Weltmeisterin ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem es in den Einzeldisziplinen nicht nach Wunsch gelaufen war, profitierte die Mittenwalderin von Neuners Staffel-Verzicht und schaffte mit dem Gewinn der Bronzemedaille einen traumhaften Abschluss ihrer Karriere.

„Die Medaille in Vancouver war für mich noch einmal die Erfüllung eines sportlichen Traums“, sagte die 15-fache Weltcupsiegerin. „Aber ich denke, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um sich neuen Zielen zu widmen. Jetzt freue ich mich auch darauf, mehr Zeit für mich, meine Familie und meine Freunde zu haben“, meinte die Gesamtweltcup- Gewinnerin von 2003.

Im kommenden Winter wird der Fokus nach den Rücktritten des Erfolgstrios Wilhelm, Beck, Hauswald umso mehr auf Neuner gerichtet sein. Die 23-Jährige musste sich am Donnerstag nach zwei Patzern im Stehend-Schießen mit Platz sechs begnügen, baute ihre Führung in der Gesamtweltcupwertung aber weiter aus, weil ihre schärfste Konkurrentin Helena Jonsson aus Schweden nur Rang 24 belegte. „Ich bin im Moment auf dem Höhepunkt meiner Karriere. Es wäre toll, wenn ich jetzt auch noch die große Kugel gewinnen würde“, sagte die sechsfache Weltmeisterin.

dpa

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