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Sport-Welt Eishockey-WM startet in der Arena „Auf Schalke“
Sport Sport-Welt Eishockey-WM startet in der Arena „Auf Schalke“
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20:54 05.05.2010
Von Björn Franz
Es ist angerichtet: Im riesigen Rund der Arena Auf Schalke wird am Freitag die Eishockey-WM eröffnet. Quelle: dpa
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Das erste große WM-Ziel hat der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mit diesem neuen Weltrekord für eine Eishockeypartie bereits erreicht. Bei nüchterner Betrachtung dürfte es allerdings auch die kleinere Aufgabe gewesen sein, das riesige Fußballstadion samt der knapp 15.000 zusätzlichen Sitzplätze auf Zusatztribünen zu füllen. Denn für das zweite Hauptziel, das deutsche Eishockey aus seinem Schattendasein zu befreien, wird etwas ganz anderes nötig sein als eine groß angelegte Werbekampagne: Erfolg.

Doch genau da beginnen für Krupp die Schwierigkeiten, denn in dieser Hinsicht hatte der ehemalige Weltklasseverteidiger zuletzt nicht mehr allzu viel vorzuweisen. Nach seinem Amtsantritt schaffte er 2006 zunächst den direkten Wiederaufstieg in den Kreis der weltbesten Nationen. Und der 9. Platz bei der WM ein Jahr später in Russland machte Hoffnung, dass die Deutschen tatsächlich wieder auf einem guten Weg seien. Doch seitdem geht es kontinuierlich bergab: In Kanada schaffte es das DEB-Team 2008 zumindest noch in die Zwischenrunde. Doch schon ein Jahr später verhinderte in der Schweiz nur die Gastgeberrolle bei den diesjährigen Titelkämpfen den erneuten Sturz in die Zweitklassigkeit. Und weil auch der Auftritt bei den Olympischen Spielen vor drei Monaten nicht gerade dazu angetan war, dem Eishockey viele neue Freunde in Deutschland zu verschaffen, ruhen die Hoffnungen nun voll und ganz auf der Heim-WM.

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Zwar liegt die schnellste Mannschaftssportart der Welt, in der sich die Hannover Scorpions vor eineinhalb Wochen den deutschen Meistertitel sicherten, hierzulande in der Gunst der Stadionbesucher auf Platz 2 hinter „König Fußball“. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung tut sich das Eishockey, dessen Spiele fast ausschließlich im Bezahlfernsehen verschwunden sind, ungemein schwer. Und so sieht der DEB in der WM nun die große Chance, Werbung in eigener Sache zu machen. Als Vorbild dienen dabei die Handballer, deren Siegeszug bei der Heim-WM vor drei Jahren zumindest für ein paar Tage eine schwarz-rot-goldene Euphorie rund um ihren Sport auslöste.

Allerdings gibt es dabei einen entscheidenden Haken: Der Titelgewinn, den die Handballer schafften, ist im Eishockey für Deutschland praktisch unmöglich. Zu groß ist die Übermacht der Favoriten aus Kanada, Russland oder Schweden. Schon das Erreichen des Viertelfinals, das zuletzt 2003 unter dem Scorpions-Meistertrainer Hans Zach gelang, wäre ein großer Erfolg für die Gastgeber. Doch dazu bräuchten sie in der Vorrunde, in der mit den USA und Finnland (Montag, 20.15 Uhr) zwei vermeintlich übermächtige Gegner warten, zunächst einen Sieg über Dänemark (Mittwoch, 16.15 Uhr/beide Spiele in Köln). Und danach müssten die Deutschen in der Zwischenrunde wohl auch noch ein in der Weltrangliste deutlich vor ihnen liegendes Team wie die Slowakei hinter sich lassen.

Sportliche Gründe für eine solche Überraschung fallen selbst den größten Optimisten derzeit kaum ein. Und so kommen eben die Zuschauer ins Spiel. Insgesamt 500.000 werden in den kommenden zwei Wochen erwartet. Sie sollen die Deutschen zur Überraschung brüllen oder dem Eishockey zumindest mal wieder ein paar positive Schlagzeilen bescheren. Am besten sogar beides. Und am besten schon morgen. Es könnte die Initialzündung sein.

05.05.2010
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