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Sport-Welt Die White Sharks greifen an
Sport Sport-Welt Die White Sharks greifen an
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11:02 22.05.2009
Die White Sharks starten durch: Der neue Wasserball-Verein will seine Bekanntheit steigern – mit Pokalen für die B- und C-Jugend sowie einer kleinen Flotte von beklebten Bullis. Quelle: Kris
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Die Wogen im hannoverschen Wasserball haben sich noch längst nicht geglättet. Nach der alles andere als einvernehmlichen Trennung der erfolgreichen Jugendmannschaften von der SG W98/Waspo Hannover geht es zwischen der Startgemeinschaft und dem neuen Klub White Sharks Hannover (WSH) hinter den Kulissen weiterhin hoch her.

Durch die jüngsten Erfolge und Entwicklungen ihres Klubs sehen sich der WSH-Vorsitzende Jörg Deike und sein Stellvertreter Michael Bartels rund ein Jahr nach der Trennung in ihrem Kurs bestätigt. „Wir stellen den Jungen schon jetzt einen Rahmen zur Verfügung, den keiner in Hannover stellt“, sagt Bartels selbstbewusst.

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Die Talente des überwiegend leistungssportlich orientierten Vereins knüpfen derweil an die Zeiten in der Startgemeinschaft an. Die C-Jugend kämpft von morgen an in Düsseldorf in der Endrunde der deutschen Pokalmeisterschaft um den ersten nationalen Titel der White Sharks. Die B-Jugend ist am 6. und 7. Juni Ausrichter der Endrunde im Sportleistungszentrum. „Wir wollen aufs Treppchen“, sagt Bartels eher zurückhaltend, aber wohlwissend, dass die White Sharks in beiden Altersklassen zu den Favoriten gehören.

Vor einem Jahr wurde dem neuen Klub ein schnelles Ende vorausgesagt. Kein Geld, keine Wasserflächen fürs Training und keine qualifizierten Trainer, das waren die Vorwürfe, mit denen sich die White Sharks auseinandersetzen mussten. Inzwischen wenden sich die Verantwortlichen des Vereins aber bereits neuen Projekten und Zielen zu. „Es ist unglaublich, was zu bewegen ist, wenn alle mitziehen“, sagt Bartels. „Aber es ist auch viel Arbeit. Der Tag könnte schon einmal 48 Stunden haben.“

Längst ruht nicht mehr alle Last auf Bartels’ Schultern. Der Trainerstab umfasst acht Übungsleiter, inklusive des früheren Landestrainers Josef Kuliniak. Zusätzliche Übungseinheiten absolvieren die Kadermitglieder mit dem aktuellen Landestrainer Milan Sagat. Ein Sozialausschuss kümmert sich bei Bedarf um private Aspekte wie temporäre schulische Nachhilfe oder Unterstützung der Familien bei Behördengängen. Und auch das Marketing hat sich verbessert. Zwar ist der Jahresetat von rund 24.000 Euro neben den Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen unter anderem mit privaten Garantien gedeckt. „Wir arbeiten aber daraufhin, dass der Etat auch ohne uns gesichert ist“, sagt Bartels.

Der neueste Clou in Sachen Sponsoring sind VW-Busse, die komplett mit einer White-Sharks-Folie beklebt sind. Bis zu vier Fahrzeuge sollen je einen bekannten Werbeträger und die Wasserballer im Stadtgebiet populärer und den Klub für weitere Sponsoren interessanter machen.

Sportlich steht den Haien ein noch größerer Schritt bevor. Noch ganz frisch ist die Zulassung einer White-Sharks-Mannschaft zur 2. Liga Nord der Männer. Die B-Jugendlichen, von denen sechs zur Nationalmannschaft gehören, sollen mit Unterstützung einiger erfahrener älterer Spieler eine angemessene Herausforderung finden. „Uns ist bewusst, dass die Mannschaft dazu einige ,Korsettstangen‘ benötigt“, sagt Deike.

Zwei Jahre hofft Bartels noch in vergleichbarer Ruhe arbeiten zu können. „Dann werden die Angebote für unsere Spieler kommen“, sagt er. Bis dahin sollen sich die Rahmenbedingungen noch weiter verbessern – und die Gemeinschaft im Kader soll sich weiter verfestigen. Ob das überhaupt möglich ist, scheint jedoch zweifelhaft. So sollten im vergangenen Jahr einige Spieler bei einem Nachbarklub „geparkt“ werden, um in der Zwangspause nach der Abspaltung von der SG Spielerfahrungen zu sammeln. Die Jungen lehnten ab, wie Deike zu berichten wusste: „Sie sagten: ,Lieber gar nicht spielen, als woanders.‘“

von Uwe Kranz