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Sport-Welt Bult-Stute stirbt bei schrecklichem Unfall
Sport Sport-Welt Bult-Stute stirbt bei schrecklichem Unfall
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00:15 10.07.2013
Von Carsten Schmidt
Nach dem Zwischenfall beim Deutschen Derby wurden die Rennen fortgesetzt. Quelle: dpa
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Ein fürchterliches Bild bot sich den Besuchern auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Zwei Pferde – eines davon schon reiterlos – stießen am Sonnabendnachmittag während des Hürdenrennens mit Höchstgeschwindigkeit zusammen wie bei einem Geisterfahrerunfall auf der Autobahn.
Beide Tiere starben. Bohumil Nedorostek, Jockey des zweiten Galoppers Glad Royal, den Stefan Wegner auf der Neuen Bult trainiert hatte, wurde aus dem Sattel geschleudert und blieb regungslos auf dem Boden liegen. Der Rettungshubschrauber wurde alarmiert, doch der Reiter war ansprechbar und konnte per Auto ins Krankenhaus gebracht werden. Dort stellten die Ärzte Prellungen und einen Unterarmbruch fest.

Auslöser des schweren Zusammenstoßes war ein Zwischenfall an der 1. Hürde des 3400 Meter langen Almased-4-Phasen-Rennens. Dort entledigten sich drei Pferde aus dem Achter-Starterfeld – Baitsileir, Cool Kid und Quidam – ihrer Jockeys. Zunächst galoppierten sie mit den übrigen Teilnehmern des Hürdenrennens in der gleichen Richtung mit.

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Unfall im Schlussbogen

Nach einer Runde jedoch nahm das Verhängnis seinen Lauf, als Helfer versuchten, am Ende der Zielgeraden die reiterlosen Tiere zu stoppen und einzufangen. Das Trio machte kehrt und raste nun den übrigen fünf Pferden samt Jockeys entgegen. Der Unfall ereignete sich im Schlussbogen: Dort prallten der reiterlose Wallach Cool Kid und der regulär im Feld laufende Hengst Glad Royal in vollem Tempo gegeneinander. Wegner und seine Begleiter mussten das Geschehen miterleben und waren noch lange nach dem Unfall geschockt. „Wenigstens musste Glad Royal nicht noch lange leiden“, war aus dem Umfeld des Trainers zu hören. Der siebenjährige Hengst war erst in diesem Jahr in Hindernisrennen geschickt worden, sie hatte zuvor ausschließlich Wettbewerbe auf der „Flachen“ bestritten und dabei drei Rennen gewonnen.

Eine noch größere Katastrophe vermieden die übrigen vier berittenen Pferde in diesem Rennen. Sie konnten in letzter Sekunde mit ihren Jockeys noch den entgegenkommenden Tieren ausweichen und erreichten wie durch ein Wunder ohne Blessuren das Ziel.

Pfiffe und Buhrufe gegen die Organisatoren

Der Renntag war nach dem schweren Unfall eine halbe Stunde lang unterbrochen gewesen, wurde danach aber mit den verbliebenen sieben Entscheidungen fortgesetzt. Über diese Kühle und insbesondere die geschäftsmäßigen Kommentare des Rennbahnsprechers gab es Unverständnis unter den Besuchern, von denen viele den Unfall auf der Großleinwand live mitansehen mussten. Es gab Pfiffe und Buhrufe gegen die Organisatoren, auch weil unter den Zuschauern die Ansicht vertreten wurde, dass das Rennen nicht rechtzeitig abgebrochen worden war.

Die Rennleitung wies anschließend jedoch alle Schuld von sich. „Uns war es nicht möglich, das Rennen anzuhalten. Zwischen Umdrehen der Pferde und dem Crash verging weniger als eine Minute“, sagte Peter Tasch als Vertreter des Gremiums. „Wir konnten in diesem kurzen Zeitraum keinen Einfluss auf die Reiter nehmen. Das große Pech war, dass es sowohl zwischen den Reitern, als auch den reiterlosen Pferden keinen Sichtkontakt gab.“

(mit: dpa)

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