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Sport-Welt Deutschland kämpft gegen Slowakei um Einzug ins Viertefinale
Sport Sport-Welt Deutschland kämpft gegen Slowakei um Einzug ins Viertefinale
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20:23 17.05.2010
Von Björn Franz
Rein damit: Kapitän Marcel Goc will mit seinen deutschen Teamkollegen heute mit einem Sieg über die Slowakei ins WM-Viertelfinale einziehen. Quelle: ap
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Köln. Nun ist es wieder einmal so weit. Zum zweiten Mal bei der diesjährigen Eishockey-WM im eigenen Land. Und eigentlich so wie in fast jedem Jahr. Denn dass die deutsche Nationalmannschaft ein sogenanntes Endspiel hat – eine einzige Partie, in der sich alles entscheidet – ist mittlerweile schon zu einer kleinen Tradition bei Weltmeisterschaften geworden. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum Bundestrainer Uwe Krupp und seine Spieler vor dem letzten Zwischenrundenspiel gegen die Slowakei (Dienstag, 16.15 Uhr, live bei Sport1) zumindest äußerlich sehr locker mit der Situation umgehen. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass es nicht wie in den vergangenen Jahren ein „Endspiel“ um den Klassenerhalt ist, sondern eines der schöneren Art. Eines, um den Einzug ins Viertelfinale.

Die Rechnung ist dabei denkbar einfach. Durch den Punktgewinn bei der 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen Weißrussland am Sonntagabend haben es die Deutschen selbst in der Hand: Holen sie gegen die Slowaken drei Punkte, stehen sie definitiv zum ersten Mal seit 2003 wieder in der Runde der letzten acht. Verlieren sie, sind sie definitiv ausgeschieden. „Es ist immer gut, wenn man nicht auf der Tribüne sitzen muss, um irgendjemandem die Daumen zu drücken“, sagt Christoph Ullmann. Und der Stürmer von den Kölner Haien macht auch deutlich, mit welcher Einstellung er in die entscheidende Partie gehen wird: „Die Slowaken sind auf jeden Fall schlagbar.“ Das gesunde Selbstvertrauen, das in dieser Aussage mitklingt, ist eine Folge des bisherigen Turnierverlaufs. Denn das deutsche Team gewann nicht nur ihr erstes „Endspiel“ zum Vorrundenabschluss gegen Dänemark souverän mit 3:1, es überzeugte auch sonst fast durchweg. Lediglich bei der 0:1-Niederlage gegen Finnland und in der ersten Hälfte des Spiels am Sonntag gegen Weißrussland kam es kurzfristig etwas von seiner Linie ab.

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Doch speziell die jüngste Leistung war leicht erklärbar: Den Deutschen fehlte nur 22 Stunden nach dem tollen Auftritt bei der 2:3-Niederlage gegen Titelverteidiger Russland schlicht und ergreifend die Kraft, um ihr gradliniges und sehr anstrengendes Angriffsspiel durchzuziehen. Dass seine Mannschaft durch den späten Treffer des Kölners Marcel Müller 54 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit trotzdem noch zum Ausgleich kam, wertete Krupp auch mit einer Nacht Abstand als Erfolg. „Die Jungs haben alles gegeben, was sie im Tank hatten. Nur, dass der Tank eben nicht ganz voll war“, sagte der Bundestrainer, der erneut Torhüter Dennis Endras vom Vizemeister Augsburger Panther das Vertrauen schenken wird.

Dabei ist die Ausgangslage diesmal aber viel günstiger für die Gastgeber. Während sie den spielfreien Tag nutzen konnten, um nach einer lockeren Trainingseinheit wieder zu Kräften zu kommen, mussten die Slowaken 24 Stunden vor dem entscheidenden Spiel gestern Nachmittag gegen Finnland antreten. Die deutschen Spieler machten sich dabei als Zuschauer auf der Tribüne selbst ein Bild von ihrem Gegner, bei dem Miroslav Satan von den Boston Bruins sein Debüt gab. Und Verteidiger Christian Ehrhoff von den Vancouver Canucks, der in den ersten beiden Spielen nach seiner Ankunft aus Nordamerika eindrucksvoll die Rolle des Führungsspielers übernahm, schien dabei sogar eine gewisse Vorfreude zu verspüren: „In solchen Drucksituationen wächst man. Es ist doch eine tolle Gelegenheit, vor heimischem Publikum etwas ganz Besonderes zu schaffen.“