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Sport-Welt Deutsches Team glänzt bei WM in Tokio
Sport Sport-Welt Deutsches Team glänzt bei WM in Tokio
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14:46 03.05.2014
Foto: Das Team um Timo Boll hat in Tokio die 50. Medaille für Deutschland geholt.
Das Team um Timo Boll hat in Tokio die 50. Medaille für Deutschland geholt.  Quelle: Kiyoshi Ota
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Tokio

Das Wunschfinale zwischen Deutschland und China rückt immer näher. Nur noch jeweils ein Sieg trennt die beiden überragenden Tischtennis-Teams bei der WM in Tokio von der Neuauflage der Endspiele von 2012 und 2010. Die deutschen Europameister mit den Top-Ten-Spielern Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll qualifizierten sich am Samstag durch ein ungefährdetes 3:0 gegen Singapur für das Halbfinale. Zumindest Bronze hat das Team damit sicher. Es ist die 50. Medaille für Deutschland in der WM-Geschichte seit 1926.

In der Vorschlussrunde wartet nun WM-Gastgeber Japan am Sonntag in der Yoyogi Arena als letzte Hürde vor der fünften Endspiel-Teilnahme. Die bisherigen vier Finalkämpfe - drei gegen China, einmal gegen Japan - gingen allesamt verloren. Den zweiten Finalisten ermitteln Rekordweltmeister China und Taiwan. Die Taiwanesen mit dem Bremer Bundesligaspieler Chuang Chih-Yuan gewannen etwas überraschend 3:2 gegen Südkorea. „Das soll nicht das Ende der Fahnenstange sein. Bisher sind wir locker durchgezogen, das wird sich ändern“, sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf mit Blick auf das Japan-Match.

Mehr als 8000 Fans werden Nippons Söhne anfeuern. „Uns erwartet ein heißer Tanz. Die Japaner sind extrem motiviert“, sagte Boll. Der Rekord-Europameister bezwang bei der Neuauflage des Gruppenspiels gegen Singapur erneut den Spitzenspieler Gao Ning. „Ich habe sofort Druck gemacht“, erklärte der Linkshänder. Auch Ovtcharov und Patrick Franziska hatten alles unter Kontrolle. „Das ist jetzt die dritte WM in Folge mit einer Medaille. Ich freue mich riesig, jetzt wollen wir aber mehr, sagte Europameister Ovtcharov. Wenige Stunden vor den Herren hatten die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) mit einem 0:3 gegen Hongkong das Halbfinale und eine mögliche Medaille verpasst. Die angestrebte Revanche für das unglückliche 1:3 im Gruppenspiel gegen die Hongkong-Chinesinnen misslang. Bei der Zweitauflage verbuchten Petrissa Solja, Irene Ivancan und Sabine Winter nur drei Satzgewinne als Achtungserfolge. In der Endabrechnung landete das Europameisterteam auf den geteilten fünften Platz. „Man muss anerkennen, dass Hongkong insgesamt mehr technische Möglichkeiten hatte als wir“, konstatierte Bundestrainerin Jie Schöpp.

Die Berlinerin Irene Ivancan lag gegen Jiang Huajun auf Siegkurs, als die Schiedsrichter im vierten Satz ein Zeitspiel anordneten. Es tritt normalerweise nach einer Netto-Spielzeit von zehn Minuten in einem Satz in Kraft. „Das hat mich kalt erwischt. Bei einem Spiel Abwehr gegen Angriff passiert das normalerweise nicht. Es ist mir nicht so vorgekommen, als seien die zehn Minuten schon rum“, haderte Abwehrspezialistin Ivancan mit der umstrittenen Entscheidung.

Keine Tischtennis-EM in Deutschland

Die Tischtennis-Europameisterschaft 2015 findet nicht wie geplant in Deutschland statt. Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) verzichtet aus organisatorischen und finanziellen Gründen auf die Ausrichtung. 

Laut DTTB-Präsident Thomas Weikert sei es nicht gelungen, für den geplanten Zeitraum im Herbst nächsten Jahres einen geeigneten Standort zu finden, an dem die Finanzierung hinreichend abgesichert ist. „Als verantwortungsbewusste Führung konnte unser Präsidium keine finanziellen Risiken eingehen“, teilte Weikert am Sonnabend am Rande der Team-WM in Tokio mit.

Zudem sei die Bereitschaft von Kommunen und Bundesländern gesunken, derartige Großveranstaltungen im Sport zu fördern. Der europäische Verband ETTU bedauerte die Absage. Er will nun schnellstmöglich ein neues Bewerbungsverfahren für die EM 2015 eröffnen. In diesem Jahr findet vom 24. bis 28. September in Lissabon eine reine Team-EM statt.

dpa/mhu

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