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Sport-Welt Deutsches Eishockey-Team startet in WM
Sport Sport-Welt Deutsches Eishockey-Team startet in WM
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17:00 02.05.2013
Deutschlands Trainer Pat Cortina trifft mit seiner Mannschaft in der ersten Partie auf Finnland. Quelle: dpa
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Helsinki

Christian Ehrhoff muss es richten. Der NHL-Profi soll die deutsche Eishockey-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden als Erfolgsgarant vor dem Absturz in die internationale Bedeutungslosigkeit bewahren. Zum Turnierstart könnte die Aufgabe für die Truppe von Coach Pat Cortina komplizierter kaum sein: Am Freitag (19.15 Uhr/Sport1) ist Gastgeber Finnland der erste Gegner, die Suomis liegen den Deutschen traditionell überhaupt nicht. Aber da ist ja noch Ehrhoff, der sehnsüchtig erwartete Star aus Nordamerika, bei dem Coach Cortina ganz ins Schwärmen gerät.

„Seine Professionalität, seine Arbeitsmoral, sein absoluter Wille, immer das Beste aus sich rauszuholen“, zählt der Trainer auf. Er kann es kaum noch erwarten, den Superstar auf das Eis zu schicken. Am Donnerstagabend stand das erste Training der Nationalmannschaft mit den beiden Nordamerika-Cracks Ehrhoff und Marcel Goc auf dem Programm, die erst im Spielort Helsinki zum Team gestoßen sind.

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Dort war die Vorfreude groß, zumal einige Auswahlprofis aus Mannheim und Krefeld mit den beiden schon in dieser Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zusammengespielt haben - Grund war der Arbeitskampf in Nordamerika. „Ihre Klasse haben sie ja schon in der Liga gezeigt“, erinnert sich Christoph Ullmann, für mehrere Wochen Sturmpartner von Goc bei den Adler Mannheim. „Die beiden werden unserer Mannschaft sehr helfen - wir freuen uns.“

Die unumstrittenen Fähigkeiten des Duos mit Schläger und Puck stellt Bundestrainer Cortina noch nicht mal in den Vordergrund. „Was sie auf dem Eis tun, kann jeder sehen. Ich hoffe, den größten Einfluss haben sie außerhalb der Eisfläche“, sagt er. Cortina setzt darauf, dass vor allem Ehrhoff mit seiner Erfahrung und Routine die jungen Spieler - sechs Akteure stehen vor WM-Debüts - mitreißt.

Beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) denken viele an den bis dato letzten Auftritt des Eishockey-Millionärs von den Buffalo Sabres im Nationaltrikot zurück. Bei der Heim-WM 2010 führte er die Auswahl bis ins Halbfinale und war einer der besten Spieler des Turniers. Von so einem Coup wagt dieses Mal aber niemand zu träumen, der 30 Jahre alte Ausnahmeprofi hat vor allem den Klassenverbleib im Fokus.

Nach den Pleiten im Vorjahr und bei der Olympia-Qualifikation ist die Tiefstapelei in der deutschen Mannschaft verständlich. Als seine Auswahl-Kollegen das Ticket für die Winterspiele 2014 verspielten, musste Ehrhoff vor dem Fernseher in den USA tatenlos zusehen. Danach hielt er sich mit Kritik am Verband nicht zurück. Seine Zusage für die WM ehrt ihn - war angesichts der Kritik aber nur konsequent.

Übrigens: Dass das DEB-Team nach Rückschlägen zu Überraschungen fähig ist, hat es in seiner jüngsten Vergangenheit bewiesen. Der Blamage bei der WM 2009 in Bern - als Deutschland der Abstieg in die B-Gruppe nur erspart blieb, weil es im Jahr darauf Gastgeber war - und den schwachen Olympischen Spielen in Vancouver folgten 2010 die famosen Mai-Tage mit WM-Platz vier vor heimischem Publikum.

Und 2013? „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir defensiv gut stehen und leidenschaftlich auftreten“, betont Cortina. Zwei Attribute, für die Ehrhoff wie kaum ein anderer steht.

dpa