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Sport-Welt Deutsche Kanuten mit „goldenem Vormittag“
Sport Sport-Welt Deutsche Kanuten mit „goldenem Vormittag“
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14:24 21.08.2010
Franziska Weber hat den WM-Titel gewonnen. Quelle: dpa
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Drei Titel und insgesamt sechs Medaillen zum Auftakt: Erleichtert, aber auch mächtig erschöpft saß Chef- Bundestrainer Reiner Kießler nach den WM-Entscheidungen über 1000 Meter in einem Korbstuhl am Ufer des Maltasees in Posen. Ein „goldener Vormittag“ sei das gewesen meinte der Coach und musste erstmal durchschnaufen, „jeder Endlauf war so hartumkämpft. Das war großartiger Sport mit spannenden Rennen.“ Und, eigentlich wie gewohnt, mit einem erfolgreichen Ausgang für die deutschen Kanuten.

Max Hoff verteidigte wie zuletzt Lutz Liwoski 1997 und 1998 den Titel im Kajak-Einer über 1000 Meter. Im letzten Moment fing er den fast das gesamte Rennen führenden Olympiasieger Tim Brabants (Großbritannien) noch ab. Der in Peking triumphal zum Gold gefahrene Kajak-Zweier Martin Hollstein/Andreas Ihle brauchte diesmal den Zielsprint. Da konnte Kießler gelassener verfolgen, dass Franziska Weber im Kajak-Einer die ungarische Dauersiegerin Katalin Kovacs überzeugend hinter sich ließ. Denn auf 160 bis 180 könne der Puls schon hochschlagen, meinte der Coach. Wohlgemerkt, der Puls des Trainers.

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Hoff, der vor vier Jahren vom Wildwasser zum Rennsport wechselte, war die Erleichterung deutlich anzumerken. „Es ist ein unglaublicher Druck von mir abgefallen“, gestand der jetzt zweimalige Weltmeister. Er hatte sich in der Vorbereitung selbst viel Druck gemacht. „Max will ja immer Weltrekordzeiten fahren“, sagte Kießler über den Einer- König.

Ein Jahr Pause im Nationalteam aus Form- und Verletzungsgründen liegt hinter Hollstein und Ihle. Jetzt sind sie endgültig wieder da. „Nach einem Jahr Pause ist es etwas Besonderes alle Rennen zu gewinnen. Und das ist Bestätigung, dass der Olympiasieg kein Zufall war“, sagte der 31-Jährige Ihle, der mit Hollstein auch in London 2012 starten will. „Wir sind noch nicht ganz so schnell wie vor zwei Jahren, aber schneller als die anderen - und das zählt.“

Weber behielt gegen die zweimalige Olympiasiegerin Kovacs die Oberhand. „Ich wollte immer mal wissen, was passiert, wenn man bei einer Katalin Kovacs dranbleibt“, sagte die überwältigte 21-Jährige, „cool, sie wird dann Zweite.“

Bei den Zentimeter-Entscheidungen in Polen lobte Kießler aber auch die dritten Plätze von Sebastian Brendel im Canadier-Einer und des Canadier-Vierers sowie Silber von Carolin Leonhardt/Silke Hörmann im Kajak-Zweier. Und auch Rang vier des Kajak-Vierers der Herren sei eine Weltklasse-Leistung, betonte der Chefcoach, den die zwei goldenen Plaketten und die eine bronzene in den olympischen Bootsklassen besonders viel wert waren. „Noch liegen wir im Soll aber sieben Medaillen im olympischen Bereich wird schwer.“

dpa