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Sport-Welt Deutsche Handballer erreichen das WM-Achtelfinale
Sport Sport-Welt Deutsche Handballer erreichen das WM-Achtelfinale
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22:13 16.01.2013
Jubel auf der deutschen Handballbank: Der Einzug ins Achtelfinale ist perfekt. Quelle: dpa
Granollers

„Oh, wie ist das schön!“, trällerten  die gut 300 deutschen Fans schon lange vorm Schlusspfiff. In der Tat. So etwas hatte man von den deutschen Handballern lange nicht gesehen. Mit einem  nach der Pause  überzeugend herausgespielten 29:21 (13:11)  gegen Montenegro haben die Ballarbeiter um Kapitän Oliver Roggisch vorzeitig das selbst gesteckte Klassenziel der WM in Spanien erreicht. Sie stehen im Achtelfinale. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Die Abwehr hat einen sehr guten Job gemacht“, freute sich Bundestrainer Martin Heuberger.

Er war so entspannt, dass er in der Pressekonferenz sogar genüsslich am Kaffee nippen konnte. In der Mixedzone sah man indes nur strahlende Gesichter. Auch bei Keeper Silvio Heinevetter: „Das war unser bestes Spiel. Wir sind 60 Minuten Tempo gegangen, das war wichtig. Jetzt können wir ohne Druck gegen Frankreich spielen.“ Gegen den Weltmeister geht es am Freitag nun sogar um den Gruppensieg (18.15 Uhr/ARD).

Die junge, unerfahrene Mannschaft, mit der Heuberger den Umbruch eingeläutet hat, suchte aber auch diesmal lange nach Stabilität und Konstanz, musste vor der Pause harten Widerstand brechen. Es wurde anfangs eine Achterbahnfahrt der Emotionen. So in der Phase vom 8:8 zum 12:8 (25.) als die Abwehr sich ihren Namen verdiente. Beweglich, schnell auf den Beinen, immer wieder flink die Räume verdichtend, erwies sie sich mit einem giftigen Mittelblock Roggisch/Haaß für die wahrlich nicht langsamen Montenegriner als undurchdringlicher Wall. Eine Gummiwand, an der alles abprallte und die Tempogegenstöße, die  einfachen Tore, ermöglichte. Doch dem schnellen Auf folgte das ebenso schnelle Ab. Unvorbereitete Würfe (Klein), Fehlpässe (Fäth), Würfe nebens Tor (Christophersen) und Montenegro war plötzlich wieder im Spiel, beim 14:14 (36.) auf Augenhöhe.

Aber Roggisch & Co. steckten in einem sehr intensiven Spiel die Rückschläge weg. „Wir haben 60 Minuten den Kampf angenommen, 60 Minuten Druck gemacht“, fand Martin Strobel. Und das nicht etwa gegen Laufkundschaft. Immerhin hatte Montenegro den Olympia-Zweiten Schweden in der WM-Qualifikation ausgeschaltet, Deutschland noch im November in Mannheim beim 31:27 vorgeführt.

Sieben überragende Minuten sorgten für die Vorentscheidung. Sieben Minuten mit sieben deutschen Treffern in Folge. Sieben Minuten mit drei, vier Heinevetter-Paraden und einer überdurchschnittlich guten Abwehr. Als Reichmann den Ball  zum 21:14 (43.) in die Maschen nagelte, war alles gut. „Endlich haben wir es cool runtergespielt“, meinte Roggisch, „und Heine hat dabei geholfen.“ Als Montenegro die Ahnung eines Gefühls bekam, ins Spiel zurückzukehren, war der Berliner  zur Stelle, raubte ihnen mit seinen Paraden (12) den Nerv. „Ein tolles Spiel von Silvio, denn bei all dem, was über ihn zu lesen war, stand er gehörig unter Druck“, fand Roggisch. Während Martin Strobel nur noch „riesige Freude“ spürte. Deutschland steht im Achtelfinale. Oh, wie ist das schön.

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