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Sport-Welt Der Teamchef von der Tankstelle
Sport Sport-Welt Der Teamchef von der Tankstelle
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20:44 25.07.2013
„Immer gewinnen“: Der Hannoveraner Arkin Aka ordnet dem Erfolg alles unter. Quelle: Frey
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Hannover

Wenn der 42-Jährige an der Rennstrecke steht und ein Pilot seines Teams Attempto Racing gewinnt, verdrückt der fast 1,90 Meter große Aka auch schon mal eine Träne der Rührung. „Mein Team ist wie meine Familie. Da bin ich emotional“, sagt der gebürtige Hannoveraner.

Aka, der bis vor sechs Jahren selbst im Porsche Carrera Cup gefahren ist, mauserte sich über die Jahre zu Europas größtem Teamchef im Markenpokalsport. Er setzt im Porsche Supercup zwei Autos ein, und seine Piloten fahren an allen europäischen Formel-1-Wochenenden im Rahmenprogramm der „Königsklasse“. Und das mit Erfolg: 2012 gewann sein Team, 2013 liegt es nach vier von neun Rennen wieder auf Titelkurs. An diesem Wochenende möchte Aka mit seinen Fahrern beim Großen Preis von Ungarn in Budapest erneut aufs Siegertreppchen.

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An neun weiteren Terminen steht er beim Porsche Carrera Cup am Kommandostand. Als größtes Team mit sechs Porsche 911 GT3 Cup fährt er auch bei der nationalen Serie auf der Siegerstraße: Im Jahr 2010 gewinnt er den schnellsten Markenpokal Deutschlands – und auch in der laufenden Saison führt sein Fahrer Kévin Estre die Meisterschaft an, am 17. und 18. August kämpft Attempto Racing auf dem Nürburgring erneut um wichtige Punkte. Parallel dazu ist Aka noch im Porsche Sports Cup aktiv. Für ihn gehen dort sieben Fahrer an den Start.

In seinem Büro direkt neben der Flughafentankstelle in Langenhagen stehen glitzernde Pokale und erinnern an den Preis nächtelanger Arbeit. Denn in der 2000 Quadratmeter großen Werkstatt wird die Grundlage für den Erfolg gelegt. Dort zerlegen Akas Mechaniker die hochwertigen Sportwagen in alle Einzelteile, um die einzelnen Komponenten zu warten, zu erneuern und vom Staub der Rennstrecken dieser Welt zu befreien. Von Abu Dhabi bis Zandvoort sind die Fahrzeuge und das Team im Einsatz. Aka, der als jüngster Tankstellenpächter Deutschlands mit 19 Jahren sein erstes Geld verdiente, hat sich hochgearbeitet. „Mein Ziel ist es, immer zu gewinnen“, beschreibt er seine Motivation. Sein akribisch aufgeräumter Schreibtisch lässt einen gewissen Perfektionismus vermuten, denn hier im Büro im 1. Stock verbringt Aka lange Tage mit Sponsorenakquise, Fahrergesprächen und strategischer Planung.

Auf den Familienurlaub mit Frau und Kindern hat der Motorsport-Begeisterte diesmal verzichtet. „Ich muss doch zu den Rennen reisen“, sagt er. „Als Teamchef ist es wichtig, vor Ort zu sein. Bei mir laufen die Fäden zusammen.“ Und den Jubel am Kommandostand möchte Aka auch nicht verpassen.

Anne Schildmacher

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