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Sport-Welt Burgdorfs Handballer haben die 1. Liga im Blick
Sport Sport-Welt Burgdorfs Handballer haben die 1. Liga im Blick
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21:08 04.06.2009

Es geht um alles oder nichts, und wenn sich einer auskennt mit dieser Konstellation in der Relegation zur Handball-Bundesliga, dann Jacek Bedzikowski, Rückraumspieler der TSV Hannover-Burgdorf. Vor drei Jahren musste der Pole mit dem Wilhelmshavener SV ein ähnliches Problem lösen wie sein jetziges Team an diesem Sonnabend (19.30 Uhr) gegen die TSG Friesenheim. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Damals hatte Bedzikowski mit dem WHV das Hinspiel gegen Bayer Dormagen mit zehn Toren Vorsprung gewonnen – als es im kniffligen zweiten Vergleich zwei Sekunden vor Spielschluss 34:23 für Dormagen stand und Wilhelmshaven das Aus drohte, erlöste der heute 36-Jährige den Favoriten mit dem alles entscheidenden 24. Tor.

Für Bedzikowski („So etwas erlebt man nicht oft“) sei das inzwischen Geschichte, wie er sagt. Aber er hat in den vergangenen Tagen schon davon erzählt und auf diese Weise auch psychologische Aufbauarbeit betrieben, Zumindest sieben Tore mehr werfen als die TSG Friesenheim muss die TSV Hannover-Burgdorf Sonnabendabend in der AWD-Hall, wenn es klappen soll mit dem Aufstieg in die 1. Liga. Es wäre nicht nur das Größte für den Verein, sondern auch ein bemerkenswerter Erfolg für die ganze Region.

Ein Männerteam aus Hannover, das ganz oben mitspielte, gab es mit dem Polizei-Sportverein zuletzt 1983. Das ist inzwischen so lange her, dass es die meisten schon wieder vergessen haben. Ein halbherziges Projekt, mit GWD Minden einen Bundesligisten auf dem ehemaligen Expo-Gelände als „Untermieter“ anzusiedeln, endete 2005 mit einem sportlichen Scherbenhaufen und einem Streit um Geld vor Gericht.

Nun also ein Versuch ohne Kunstgriffe und Verrenkungen, sondern auf die bodenständige Art und Weise, bei dem alles von acht Toren abhängt. Ein hartes, wenn nicht sogar ziemlich aussichtsloses Stück Arbeit, sollte sich das Team von Trainer Peter Carstens wieder so präsentieren wie vor acht Tagen, als es als erklärter Favorit mit 24:31 regelrecht unterging. Übernervös, ohne rechte Leidenschaft, mit einer kaum für möglich gehaltenen Fehlerquote in Angriff und Abwehr: Das war nicht die TSV, die auf der Zielgeraden der 2. Bundesliga die Konkurrenz mit ihrer Entschlossenheit und ihrem Durchsetzungsvermögen abgehängt hatte. Der Friesenheimer Linksaußen Philipp Grimm, im Hinspiel zehnfacher Torschütze, frohlockte, man habe es den Altstars aus Hannover so richtig gezeigt. „Die TSV war so schlecht, weil wir so gut waren.“

Carstens hat unter der Woche versucht, seinem Team wieder zur der Moral zu verhelfen, mit der solche Entscheidungsspiele gemeistert werden können. Morgen will er die unbedingte Bereitschaft spüren, das fast Unmögliche doch noch möglich zu machen. Dass der grippekranke Kreisläufer Frank Habbe dann wahrscheinlich wieder zur Verfügung stehen wird, ist eine ebenso gute Nachricht wie die von Tomasz Tluczynski, der im Training mit dem Fuß umgeknickt war, aber wohl auflaufen kann.

Bedzikowski, im Hinspiel der einzige Burgdorfer in Normalform, hat die Ärmel schon wieder hochgekrempelt. Einen Ergebnistipp will er zwar nicht abgeben, „das wäre arrogant“. Der 102-malige Nationalspieler sagt aber: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen werden.“ Vor drei Jahren machte er sich als „Retter von Wilhelmshaven“ einen Namen. Es gäbe keinen besseren Anlass für eine neue Heldengeschichte als das morgige Spiel.

Für das Rückspiel gegen die TSG Friesenheim waren am Donnerstag 1800 Eintrittskarten verkauft. Telefonische Bestellungen sind unter (0 51 36) 57 94 und (0 18 05) 21 54 54 möglich. Die Kassen der AWD-Hall öffnen Sonnabend gegen 17.30 Uhr.

von Norbert Fettback

Für die Handballer vom TSV Hannover-Burgdorf geht es an diesem Sonnabend um alles oder nichts. Nach mehr als 30 Jahren könnte es erstmals wieder ein hannoversches Team in die erste Handball-Bundesliga schaffen.

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