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Sport-Welt Bradl Siebter in Japan - Tomizawa posthum geehrt
Sport Sport-Welt Bradl Siebter in Japan - Tomizawa posthum geehrt
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12:52 03.10.2010
Wurde Siebter: Stefan Bradl.
Wurde Siebter: Stefan Bradl. Quelle: dpa
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Minuten nach der bewegenden Ehrung in der Heimat für den tödlich verunglückten Japaner Shoya Tomizawa stockte den Zuschauern der Atem: Auf der Startgeraden kollidierte der 17-jährige Jonas Folger aus Schwindegg mit dem zuvor gestürzten Spanier Efren Vazquez. Beide 125er Motorradfahrer landeten beim Grand Prix in Motegi spektakulär auf der schmalen Rasenkante vor der Bande. „Ich hatte Glück, nur ein paar blaue Flecken und der Ellbogen und Wirbel tut ein bisschen weh“, gab Folger Entwarnung, ehe er sich bewusst wurde, welches Glück er hatte: „Vazquez ist direkt vor mein Moped geflogen. Ich konnte nur noch versuchen, ihm einigermaßen auszuweichen“. Der Spanier kam mit einer Gehirnerschütterung davon.

Bester Deutscher am Sonntag in Japan wurde der Zahlinger Stefan Bradl, der als Siebter seine zweitbeste Platzierung in der Moto2- Klasse schaffte. „Wir sind auf einen guten Weg, vielleicht können wir am Ende der Saison noch am Podium schnuppern“, bilanzierte Bradl. Das Rennen gewann der Spanier Toni Elias, der seine WM-Führung ausbaute.

Ebenfalls im Kiesbett landete der Berkheimer Sandro Cortese, der jedoch weiterfuhr und als Zwölfter der 125er Klasse ins Ziel kam. Immerhin fuhr er die schnellste Runde, ehe sein Malheur eine bessere Platzierung verhinderte. „Meine Hinterradbremse versagte. Nur mit der Vorderradbremse konnte ich das Motorrad nicht mehr ausgleichen“, meinte Cortese. Den Sieg sicherte sich der Spanier Marc Marquez. Der Pflugdorfer Marcel Schrötter ergatterte als 14. noch zwei WM-Punkte.

In der „Königsklasse“ siegte der Australier Casey Stoner vor den Italienern Andrea Dovizioso und Valentino Rossi. Der siebenfache Moto-GP-Weltmeister Rossi hatte zuvor in einem Interview mit der italienischen Ausgabe des Magazins „GQ“ gesagt, dass ihn seine Rivalen Jorge Lorenzo und Stoner hassen würden. „Wenn du verletzt bist und Blut verlierst, fühlen sich die jüngeren stärker als du und sie fressen dich auf“, sagte Rossi, der sich mit Teamkollege Lorenzo einen Kampf auf Biegen und Brechen lieferte. Der Spanier führt in der Gesamtwertung nach 14 von 18 Rennen mit 297 Punkten fast uneinholbar vor seinem Landsmann Dani Pedrosa, der sich im Training das linke Schlüsselbein gebrochen hatte und bereits operiert wurde.

Vor dem Rennen ehrten die Japaner ihren am 5. September in Misano tödlich verunglückten Piloten Tomizawa posthum mit der „Michel Metraux Trophy“. Zudem erhielten die Eltern eine Gedenktafel vom Präsidenten des Motorrad-Weltverbandes, auf der Tomizawas Startnummer 48 eingraviert ist. Diese Nummer wird ihm zu Ehren nicht mehr vergeben.

dpa